Bilder: Hier wurde er aufgefunden

Amerell tot in Münchner Wohnung gefunden

München - Der bekannte Ex-Bundesliga-Schiedsrichter und frühere 1860-Geschäftsführer Manfred Amerell († 65) ist tot. Polizisten fanden seine Leiche am Dienstag in seiner Münchner Wohnung.

Manfred Amerell hat im Fußballgeschäft Höhen und Tiefen erlebt. Er war Geschäftsführer bei den Münchner Löwen (1970 bis 1975), beim FC Augsburg (1975 bis 1979) und beim Karlsruher SC (1979 bis 1984).

Der bekannte Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Manfred Amerell († 65) ist tot.

Zuletzt war er Schiedsrichter-Sprecher beim DFB. Jetzt ist Manfred Amerell tot. Der 65-Jährige wurde am Dienstag leblos in seiner Münchner Wohnung aufgefunden. Die näheren Umstände seines Todes waren zunächst nicht bekannt. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, quoll sein Briefkasten bereits über, als die Polizei am Nachmittag die Tür zu seiner Wohnung aufbrach. Mehrere Bekannte Amerells hatten in den letzten Tagen versucht, den 65-Jährigen telefonisch zu erreichen. Als Amerell aber nie abhob und auch nicht zurückrief, verständigten sie die Polizei.

Dienstagnachmittag, im Münchner Stadtteil Neuhausen: In einer Wohnstraße gibt es einen Polizeieinsatz. Eine Polizeisprecherin bestätigt später gegenüber der tz, in einer Wohnung sei „eine tote Person aufgefunden worden“. Da die Todesursache nicht zweifelsfrei feststehe, sei ein Todes-Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Dass es sich bei der toten Person um Manfred Amerell handelt, mochte die Polizeisprecherin weder dementieren noch bestätigen. Eine mit den umständen vertraute Person, die namentlich nicht genannt werden wollte, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa jedoch, dass es sich tatsächlich um den ehemaligen Schiedsrichtersorecher handele.

Manfred Amerell ist tot: Hier wurde er aufgefunden

Manfred Amerell ist tot: Hier wurde er aufgefunden

Seit Anfang 2010 musste Amerell, der verheiratet war und zwei erwachsene Töchter hatte, mit dem Vorwurf leben, er habe sich seinem Schiedsrichterkollegen Michael Kempter sexuell genähert. In der Folge gab Amerell am 9. Februar 2010 bekannt, dass er seine DFB-Ämter aus gesundheitlichen Gründen ruhen lasse; auch seine Tätigkeit im Vorstand des Süddeutschen Fußball-Verbands gab er auf. Am 12. Februar erklärte er dann, er trete aufgrund der gegen ihn erhobenen Vorwürfe von allen Ämtern zurück. Die Anschuldigungen, er habe sich dem von ihm betreuten Schiedsrichter Michael Kempter gegen dessen Willen mit sexuellen Absichten genähert, hätten „ein Ausmaß angenommen, das für mich und meine Familie nicht mehr erträglich“ sei. Amerell sprach im Übrigen ausdrücklich von einer Hetzkampagne gegen seine Person.

Was folgte, war eine Schlammschlacht nach der anderen. Amerell und Kempter trafen sich des Öfteren vor Gericht, Zuletzt wollte Amerell von dem 29-jährigen Kempter Schadenersatz wegen Verletzung seines Persönlichkeitsrechts. Am Ende des Verfahrens über mehrere Instanzen stand ein Vergleich: Kempter erklärte, dass nicht ausgeschlossen werden könne, „dass in Amerells Wahrnehmung seine Ablehnung der Annäherungsversuche Amerells als nicht deutlich genug erschienen sein könnten“. Amerell wiederum verzichtete auf seine Schadenersatzforderung. In den Medien wurde das Urteil überwiegend als Erfolg Amerells gewertet. Laut seines ehemaligen Kollegen Bernd Heynemann hat Amerell der Kampf um seinen Ruf stark belastet.„Die Auseinandersetzung mit Michael Kempter in den vergangenen Jahren hat ihn sehr hart getroffen.

Trotzdem ließ den ehemaligen Schiedsrichtersprecher die Affäre nie mehr los. Wie mehrere Personen aus seinem direkten Umfeld berichteten noch vor wenigen Wochen, dass der 65-Jährige mit weiteren Vorwürfen gegen seine Person rechnete. Ob sich Amerell deshalb das Leben genommen hat? Die Ermittlungen der Polizei werden es ans Licht bringen.

J. C. Menzel Lopez/ M. Dürr

Rubriklistenbild: © dpa

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