Großer Schritt in Richtung Profitum

Schiedsrichter erhalten künftig Fixgehalt 

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Wolfgang Stark ist der aktuell beste Schiedsrichter der Bundesliga.

Altensteig-Wart - Die deutschen Spitzenschiedsrichter haben einen großen Schritt in Richtung Profitum gemacht. Sie erhalten künftig eine finanzielle Grundabsicherung vom DFB.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird den Unparteiischen der Bundesliga und der 2. Liga ab der kommenden Saison ein Fixgehalt pro Spielzeit zahlen. Dieses Gehalt wird zwischen 15.000 Euro (2. Liga) und 40.000 Euro (FIFA-Schiedsrichter) liegen. Diese Reform gab DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Samstag beim Vorbereitungs-Lehrgang der Referess auf die die kommende in Altensteig-Wart bekannt. Die Einführung eines reinen Profi-Schiedsrichters lehnt der DFB aber weiter ab.

Die Neuerung wird den DFB eine Millionen Euro pro Saison kosten. Im nächsten Grundlagenvertrag mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) soll geklärt werden, in welchem Umfang sich die Klubs an den Kosten beteiligen. Das Thema wird bereits bei der nächsten Vorstandssitzung des Ligaverbands auf der Agenda stehen. „Der DFB ist in diesem Bereich ein Dienstleister für die Liga. Über den Tarif für diese Dienstleistung wird man sich sicher einigen“, sagte Niersbach: „Das Ganze ist keine Revolution, aber eine Reform.“

Die Berufe unserer FIFA-Schiedsrichter

Die Berufe unserer FIFA-Schiedsrichter

Die konkrete Staffelung des Gehalts sieht so aus: FIFA-Schiedsrichter der Elite-Klasse (Wolfgang Stark, Florian Meyer, Felix Brych) erhalten 40.000 Euro, reguläre FIFA-Schiedsrichter und Bundesliga-Referees mit mehr als fünf Jahren Erfahrung 30.000 Euro. Alle anderen Bundesliga-Schiedsrichter liegen bei 20.000 Euro, in der 2. Liga sind 15.000 Euro vorgesehen. Für FIFA-Assistenten sind ebenfalls 15. 000 Euro eingeplant, in der Bundesliga reduziert sich der Betrag auf 10.000 Euro und in der 2. Liga auf 2500 Euro.

Die Honorare für einen Spieleinsatz bleiben unverändert. Schiedsrichter der Bundesliga erhalten weiterhin pro Einsatz 3800 Euro (2. Liga: 2000 Euro), Assistenten 2000 Euro (2. Liga: 1000 Euro) und der vierte Offizielle 1000 Euro (2. Liga: 500 Euro). Der Status der Schiedsrichter ändert sich durch die Reform nicht. Es besteht auch weiterhin kein festes Arbeitsverhältnis mit dem DFB. „Den Profi-Schiedsrichter wird es bei uns nicht geben, die Schiedsrichter wollen ihre Jobs behalten“, sagte Niersbach.

Neben der Einführung des Fixgehalts werden die individuelle Betreuung und die Nachbereitung der Spiele deutlich ausgeweitet. Außerdem wird es für die Schiedsrichter-Teams einen Phyisioteherapeuten pro Spiel geben. „Die Anforderungen an unsere Spitzen-Schiedsrichter werden immer höher. Es ist deshalb das gemeinsame Ziel von DFB und Liga, ihnen ein möglichst professionelles Umfeld zu bieten, damit sie sich optimal auf ihre schwere Aufgabe vorbereiten und auf die Spielleitung konzentrieren können“, äußerte Niersbach.

„Wir hatten diese Veränderungen schon lange im Blick. Die Umsetzung ist ein wunderbares Signal der DFB-Führung“, sagte Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel: „Wir haben in den vergangenen Jahren die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens kontinuierlich vorangetrieben. Die Maßnahmen sind ein richtiger und notwendiger Schritt auf einem Weg, den wir konsequent weiter gehen müssen.“

 

SID

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