"Schauen Sie, was den Bayern passiert ist"

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Chelsea-Coach Roberto di Matteo

München - Die individuelle Klasse von Robin van Persie entschied die Begegnung zwischen ManU und FC Cluj. Auch Chelsea ist erleichtert über seinen Sieg - und blickt zu den Bayern.

Erst ein Glückstreffer, dann ein Zaubertor: „Vampirkiller“ Robin van Persie war beim hart erkämpften Sieg von Manchester United in Rumänien der gefeierte Held. Im Dracula-Land beim FC Cluj (2:1) entschied der millionenschwere Neuzugang mit seinem Doppelpack eine Zitterpartie.

„Das war vielleicht mein bestes schönstes im Trikot von Manchester“, sagte van Persie. Auch bei ManU-Teammanager Sir Alex Ferguson überwog die Begeisterung über den Treffer die Enttäuschung über die sehr durchwachsene Leistung seiner Mannschaft. „Das zweite Tor, es war einfach fantastisch“, äußerte der Schotte und schwärmte nach dem Erfolg beim rumänischen Meister vom Kabinettstückchen seines Stürmers.

Nachdem dieser mit einem missglückten Kopfball für die Red Devils mit der Schulter noch unter glücklichen Umständen ausgeglichen hatte, zeigte er kurz später mit einem Traumtor, warum ManUnited 30 Millionen Euro für den Transfer überwiesen hatte. Aus vollem Lauf verwertete er ein nicht weniger glanzvolles Zuspiel seines kongenialen Sturmpartners Wayne Rooney und schob den Ball noch in der Luft spielerisch leicht mit dem Außenrist am Torhüter vorbei. Die englische Presse überschüttete den Matchwinner mit Lob.

„Vampir-Killer van Persie trifft im Dracula-Land das rumänische Herz gleich zweimal“, titelte die Sun, „van Persie lenkt von Horror-Show in der Defensive ab“, schrieb der Mirror. Der Gepriesene selbst gab das Lob umgehend an die andere Hälfte des „dynamischen Duos“ (Daily Mail) weiter.

„Alles startet mit einem guten Pass. Ein großer Dank an Wayne“, sagte der Matchwinner nach seinen Treffern 19 und 20 in der Königsklasse. Den letzten Doppelpack in der Königsklasse hatte er im vergangenen Jahr gegen den deutschen Double-Gewinner Borussia Dortmund geschnürt.

Ähnlich viel Mühe mit dem als „leichte Pflichtaufgabe“ eingestuften dänischen Provinzklub FC Nordsjælland hatte 2000 Kilometer nördlich von Cluj der FC Chelsea. Lange bangten die Londoner um den Sieg, am Ende entschied die individuelle Klasse die Begegnung gegen die Underdogs. Chelsea landete noch einen 4: 0-Erfolg.

„Das ist in der Tat sehr schwer, aber wir haben eine reelle und sehr gute Chance“, antwortete Chelsea-Star Frank Lampard dennoch selbstbewusst auf die Frage, ob die Londoner als erster Verein den Titel in der Königsklasse erfolgreich verteidigen könnten. Allerdings hatten die Blues über weite Strecken viel Mühe.

Denn bis zur 79. Minute hatte die Multi-Kulti-Truppe von Chelsea dank des Treffers von Welt- und Europameister Juan Mata nur hauchdünn in Führung gelegen. „Erst danach öffneten die Schleusen“, formulierte die britische Boulevardzeitung Sun und hob auf die turbulente Schlussphase ab, in der die Londoner ihrer Favoritenrolle gerecht wurden.

Angesichts der für seinen Geschmack viel zu langen Zitterpartie drückte Teammanager Roberto Di Matteo fast zeitgleich zu Lampards Kampfansage deshalb energisch die Euphoriebremse. „Schauen Sie, was Bayern München in Weißrussland passiert ist. In der Champions League muss man immer an die Grenze gehen, es gibt keine leichten Gegner mehr“, sagte der Italiener.

Während die Engländer sich über hart erkämpfte Erfolge freuten, erfüllte der FC Barcelona seine Aufgabe im Schonprogramm. Zumindest überwiegend, denn über das 2:0 der Katalanen bei Benfica Lissabon konnte zu später Stunde niemand so wirklich lachen.

„Drei sehr teure Punkte“, schrieb die Sportzeitung AS angesichts der Verletzung von Kapitän und Abwehrstütze Carles Puyol. Sein ausgekugelter Ellbogen dürfte noch schwerer wiegen als die Rote Karte von Sergio Busquets, denn schon am Sonntag steht mit der Ligabegegnung gegen Erzrivale Real Madrid das Spiel der Spiele auf dem Plan. Dann dürfte auch Weltfußballer Lionel Messi, der beide Tore vorbereitete, wieder auf Hochtouren laufen.

sid

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