Schalke vergisst Huntelaar in Augsburg

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Klaas-Jan Huntelaar hat gegen den FC Augsburg getroffen

Augsburg - Schalke 04 hat nach dem 1:1 (1:1) am Sonntag beim FC Augsburg seinen Torschützen Klaas-Jan Huntelaar vergessen. Deswegen musste die Polizei eingreifen.

Erst wurde er von allen Seiten gelobt, dann schlichtweg vergessen: Klaas-Jan Huntelaar dürfte der Bundesliga-Trip nach Ausgburg gleich in zweifacher Hinsicht in Erinnerung bleiben. Zum einen hielt der Torjäger die Königsblauen mit seinem wichtigen Treffer zum 1:1 (1:1) beim FCA weiter auf Champions-League-Kurs. Was dann allerdings nach der Partie passierte, war für Huntelaar ein bisher einmaliges Erlebnis.

Der Mannschaftsbus der Schalker fuhr ohne seinen besten Schützen, der mit inzwischen 25 Saisontreffern weiter die Lebensversicherung von S04 ist, in Richtung Flughafen München ab. Huntelaar stand noch in den Katakomben der Arena und musste deshalb mit einem Polizeiwagen hinterhergefahren werden.

Es war eine Aktion, die irgendwie zum verpatzten Schalker Sonntag passte. Zwar konnte das Team von Trainer Huub Stevens als Dritter den Vorsprung auf Gladbach auf zwei Punkte ausbauen und hat weiter die direkte Qualifikation zur Königsklasse im Visier, doch zufrieden war nach einer mäßigen Leistung keiner. Manager Horst Heldt war sogar richtig angefressen.

„Das ist mehr als ärgerlich. Wir machen uns das Leben schwer. Anscheinend will unsere Mannschaft durch die Hölle gehen, dann müssen sie das so machen. Wir haben Glück, dass wir überhaupt einen Punkt mitnehmen“, wetterte Heldt und fügte an: „Aber der Punkt hilft uns nicht.“

Auch Trainer Huub Stevens war die Laune vergangen. „So wie wir vor allem in der ersten Halbzeit gespielt haben, brauchen wir nicht über den dritten Platz reden.“ Vor allem das frühe Tor von Sebastian Langkamp (6.) nach einer Ecke brachte den Niederländer auf die Palme: „Da hat wieder einmal die Zuordnung nicht gestimmt. Das darf nicht passieren.“

Wenigstens zeigten sich die Spieler einsichtig, wie etwa Nationalspieler Benedikt Höwedes: „Wir haben den Anspruch, Champions League zu spielen. Da ist so ein Auftritt zu wenig.“ Gegen Hertha BSC müsse am Samstag „unbedingt ein Dreier her“.

Und immerhin war wieder einmal auf Huntelaar, der beim Abschlusstraining am Samstag durch eine Rangelei mit Jermaine Jones noch für negative Schlagzeilen gesorgt hatte, Verlass. „Wir können uns glücklich schätzen, dass er bei uns ist. Er macht ein Tor aus dem Nichts“, lobte Stevens. Selbst Augsburgs Trainer Jos Luhukay schwärmte von „The Hunter“ in höchsten Tönen. „Das ist Qualität. Ein genialer Moment meines Landsmanns hat gereicht, damit wir den direkten Klassenerhalt noch nicht sicher haben“, sagte Luhukay.

So richtig traurig waren die Augsburger aber über die verpasste Chance nicht - zumal der FCA bei zwei ausstehenden Spielen in Gladbach und zu Hause gegen Hamburg weiter vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und den 1. FC Köln hat. „Wir sind alle mächtig stolz. Wir passen kaum noch durch die Tür“, witzelte FCA-Manager Andreas Rettig und ergänzte: „Es war ein großer Schritt. Wir sind zwar noch nicht über der Ziellinie, aber sie ist auch nicht mehr weit entfernt.“

Für Stevens hat es der Aufsteiger bereits geschafft. „Der FCA rettet sich, da habe ich überhaupt keine Bedenken. Die Mannschaft hat sehr gute Qualitäten“, sagte der S04-Coach in Richtung Luhukay, der die Komplimente brav zurückgab: „Schalke spielt eine tolle Saison. Die werden Dritter.“ Huntelaar ist ja mittlerweile wieder an Bord.

sid

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