Schalke: Schalter umlegen - mit oder ohne Raul

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Inmitten der Diskussion um die Zukunft von Weltstar Raul droht dem Pokalsieger in der Bundesliga der frühzeitige Sturz ins Niemandsland

Köln - Alles sollte besser werden, doch schon vor dem dritten Bundesliga-Spieltag brennt bei Schalke 04 der Baum. Jetzt gilt es, dass wegweisende Auswärtsspiel bei Mainz 05 zu gewinnen - mit oder ohne Weltstar Raul.

Drei Tage nach dem Europa-League-Desaster von Helsinki und inmitten der Diskussion um die Zukunft von Weltstar Raul droht dem Pokalsieger in der Bundesliga der frühzeitige Sturz ins Niemandsland. Und viel mehr als Durchhalteparolen sind von den Königsblauen vor dem wegweisenden Auswärtsspiel bei Mainz 05 am Sonntag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) nicht zu vernehmen.

„Im Fußball lernt eine Mannschaft aus Niederlagen am besten“, sagt Lewis Holtby, der beim peinlichen 0:2 gegen Finnlands Meister HJK Helsinki wie seine Mitspieler ein trauriges Bild abgab. Für den Nationalspieler ist es die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: Als Schalker Leihgabe gewann Holtby im Vorjahr mit dem FSV die ersten sieben Saisonspiele. Auch ohne den Offensivspieler sind die Mainzer dort, wo Schalke tunlichst hin möchte. Zwei Spiele, zwei Siege - Spitzenreiter nach dem zweiten Spieltag.

In Gelsenkirchen hingegen hat auch das jüngste 5:1 gegen kriselnde Kölner nicht für den erhofften dauerhaften Aufschwung gesorgt, in Helsinki mangelte es an allen Ecken und Enden. „Teilweise katastrophal“, so Coach Ralf Rangnick, hätte sich seine Mannschaft präsentiert. Umso schlimmer, dass einer, der für spielerischen Glanz sorgen könnte, womöglich vor dem Absprung steht: Ob Weltstar Raul, noch gegen Köln Schütze eines Traumtors, am Sonntag überhaupt noch Spieler des FC Schalke 04 ist, steht keineswegs fest.

Ein klärendes Gespräch mit Manager Horst Heldt werde „noch vor dem Spiel gegen Mainz“ stattfinden, kündigte Trainer Ralf Rangnick an. Der gemeinhin als pflegeleicht geltende und bei den Fans ungemein beliebte Spanier droht zur Belastung zu werden, zumal ihm nicht das beste Verhältnis zum Coach nachgesagt wird.

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Die Offerte der Blackburn Rovers lehnte Raul unter der Woche noch ab. Sollte sich aber eine sportliche reizvollere Alternative auftun, könnte der Europacup-Rekordtorjäger sehr kurzfristig die Zelte in seiner Wahlheimat Düsseldorf abbrechen. Die neureichen Klubs Paris St. Germain und FC Malaga seien am 34-Jährigen interessiert, heißt es.

Malaga dürfte allerdings die schlechteren Karten haben: Rauls Widerwillen, einmal gegen sein geliebtes Real Madrid antreten zu müssen, ist altbekannt. Selbst Gerüchte, der von ihm hoch geschätzte Felix Magath wolle seinen alten Schützling zum VfL Wolfsburg holen, machten die Runde. Immerhin haben die Wölfe in Francisco Sanz einen spanischen Aufsichtsrats-Boss.

Schalkes Ex-Coach Mirko Slomka, mit Hannover 96 nach dem Glanzstart in der Bundesliga auch in der Europa League erfolgreich (2:1 gegen Sevilla), warnt seinen Amtskollegen Rangnick vor der Dynamik der Personalie Raul: „Wir sehen ja wie dieses Thema behandelt wird. Jetzt heißt es, ohne Raul gewinnt Schalke nicht. So ein Thema beschäftigt dann schnell mal eine ganze Mannschaft. Und auch den Trainer“, sagte Slomka, der mit 96 am Sonntag (17.30 Uhr/Sky und Liga total!) Hertha BSC empfängt, in der Welt.

Beim Versuch, sportlich die Kurve zu kriegen, nimmt sich Coach Rangnick derweil ausgerechnet den kommenden Gegner als Vorbild. Mainz habe nach dem Europa-League-Aus gegen die Rumänen von Gaz Metan Medias gezeigt, „dass es möglich ist, den Schalter wieder umzulegen“, sagte der 53-Jährige. Mit einem Raul in Normalform dürfte dies allerdings weitaus leichter fallen.

SID

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