Schalke mit Nullnummer

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Nach den Auftritten im Frühjahr auf der glänzenden Bühne der Champions League hat der FC Schalke mit dem 0:0 im Auswärtsspiel bei Steaua Bukarest den grauen Alltag der Europa League kennengelernt.

Cluj - Nach den Auftritten im Frühjahr auf der glänzenden Bühne der Champions League hat der FC Schalke mit dem 0:0 im Auswärtsspiel bei Steaua Bukarest den grauen Alltag der Europa League kennengelernt.

Beim Remis zum Auftakt der Spiele der Gruppe J bot der deutsche Pokalsieger drei Tage vor dem Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern nur fußballerische Durchschnittskost. In Cluj im Herzen Transsilvaniens konnten die Gelsenkirchener allerdings für das Duell gegen den Tabellenführer aus München den Schongang einlegen, weil die Rumänen in der niveauarmen Partie noch harmloser agierten als die Gäste aus dem Ruhrgebiet.

Die bizarren Rituale der Fußballstars

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“Leider haben wir es nicht geschafft, ein Tor zu schießen. Der Gegner stand sehr massiert hinten drin. Aber defensiv haben wir gut gestanden und gar nichts zugelassen“, sagte Trainer Ralf Rangnick.

Vor 15.000 Zuschauer spielte sein Team in der ersten Halbzeit nur zwei Torchancen durch den rumänischen Stürmer Ciprian Marcia (8.), der mit links über das Tor zielte, und durch Raul, der mit einem Kopfball Torwart Ciprian Tatarusanu zu seiner besten Parade zwang (35.) heraus. Am dichtesten befanden sich die Schalker in der 65. Minute in der Nähe des Siegtreffers, als Klaas-Jan Huntelaar nach Flanke von Jefferson Farfan mit einem Schuss aus fünf Metern die Latte traf. “Das war Pech, dass der Ball nur an die Latte flog“, sagte Rangnick.

Ansonsten war das Spiel des Bundesliga-Sechsten gegen die Bukarester, die in ihrer Liga ebenfalls Platz sechs einnahmen, meist ohne Tempo und wirkte in den schwachen Phasen sogar pomadig. “Positiv war es, dass wir das Spiel immer kontrolliert haben“, erklärte der Schalke-Coach.

Aber der 23-malige Meister Steaua übertraf Schalke in negativer Hinsicht und brachte das Tor von Ralf Fährmann nicht einmal in Gefahr. Der 22-Jährige hatte kurz vor dem Anpfiff einen Belastungstest bestanden und hütete trotz eines Bänderrisses im rechten Fußknöchel den Kasten der Westfalen. Umstellungen hatte Rangnick auf anderen Positionen vorgenommen. Im Vergleich zum 1:2 in Wolfsburg am Sonntag spielte Atsuto Uchida auf der rechten Abwehrseite für Marco Höger, und Marica kam für Julian Draxler in der Offensive.

Ärger wegen Ortsverlegung

Die Bukarester, aktueller Pokalsieger ihres Landes, bestritten in gewissem Sinne auch eine Auswärtspartie. Da der Rasen in ihrem Heimstadion in Bukarest nach dem EM-Qualifikationsspiel Rumäniens gegen Frankreich unbespielbar ist, sperrte die UEFA den Platz und Steaua musste ins 400 Kilometer entfernte Cluj ausweichen. “Das ist ein Vorteil für uns“, sagte Marica. Der Ex-Stuttgarter spielte für Dinamo Bukarest.

Die Schalker Klubführung war verstimmt über die Verlegung, auf die sie erst zu Wochenbeginn reagieren konnte. “Für uns war das sehr ärgerlich, weil das sehr viel Aufwand bedeutet hat“, erklärte Sportdirektor Horst Heldt. “Wir haben alles versucht, dass das Spiel in einem anderen Stadion in Bukarest stattfindet, aber wir beugen uns der Entscheidung der UEFA.“ Rund 30.000 Euro Mehrkosten entstanden den Schalkern. 300 Fans der Königsblauen mussten zudem in Bussen von Bukarest nach Cluj gebracht werden, viele hatten die Reise nach der Ortsverlegung storniert.

Wer zu Hause geblieben war, verpasste nicht viel. Schalke hatte insgesamt mehr Ballbesitz, macht aber viel zu wenig daraus. In zwei Wochen empfängt das Rangnick-Team im ersten Heimspiel Maccabi Haifa, bevor es am 20. Oktober auf Zypern auf den dritten Gruppengegner AEK Larnaka trifft.

dapd

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