Jetzt wartet Schalke auf Real Madrid

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Schalke 04 ist als Gruppensieger ins CL-Achtelfinale eingezogen.

Gelsenkirchen - Schalke 04 wertet nicht nur den Gruppensieg in der Champions League, sondern auch das glückliche 1:1 in Montpellier als Erfolg. Die Macher glauben nun, auch für ein mögliches Duell mit Real Madrid gerüstet zu sein.

Real Madrid kann kommen: Selbst ein mögliches Duell mit den Königlichen und dem verlorenen Sohn Mesut Özil macht Schalke 04 mit Blick auf die Achtelfinal-Auslosung der Champions League keine Angst mehr. Nach dem glücklichen 1:1 (0:0) bei Montpellier HSC, das einer besseren B-Elf der Königsblauen nur dank griechischer Schützenhilfe den Gruppensieg beschert hatte, redeten sich die Königsblauen die Dinge schön. Und ausgerechnet das Beispiel Borussia Dortmund gibt ihnen auch für den „worst case“ Hoffnung.

„Auf den ersten Blick sticht Real hervor, aber eine andere deutsche Mannschaft hat schon gezeigt, wie man gegen sie gewinnt“, sagte Sportdirektor Horst Heldt, der es wie immer vermied, den Namen des Erzrivalen in den Mund zu nehmen.

Die Dortmunder, wie Schalke Gruppensieger, haben Real in der Vorrunde vier Punkte abgeknöpft (2:1 und 2:2) und dafür gesorgt, dass der spanische Rekordmeister bei der Auslosung am 20. Dezember als Gruppenzweiter für die Schalker im Topf bereit liegt. Ein Duell mit dem BVB wäre erst ab dem Viertelfinale möglich.

„Als Gruppensieger sind wir einem No-Go-Gegner wie dem FC Barcelona aus dem Weg gegangen, jetzt nehmen wir“s, wie es kommt„, sagte Heldt. Das Vabanquespiel mit glücklichem Ausgang an der französischen Mittelmeerküste wertete er konsequent als Erfolg: `Wir haben hart dafür gearbeitet, als Gruppensieger ins Achtelfinale zu kommen. Darauf können wir stolz sein.“

Starker Hildebrand

Tatsächlich mussten sich die Schalker bei Olympiakos Piräus und ihrem Torwart Timo Hildebrand bedanken, dass sie einerseits den ersten Platz erfolgreich verteidigten und andererseits gegen den schwachen französischen Meister nicht als Verlierer vom geradezu lächerlich schlechten Platz im Stade de la Mosson gegangen sind.

Piräus hielt den Schalkern mit dem 2:1 gegen den FC Arsenal den letzten verbliebenen Konkurrenten um den Gruppensieg vom Hals. Hildebrand sicherte mit zwei Glanzparaden in den Schlussminuten den Punkt und verhinderte, dass das Krisengerede nach dem vierten Pflichtspiel in Folge ohne Sieg noch lauter wurde. „Timo Hildebrand hat uns grandios geholfen“, sagte Trainer Huub Stevens.

Die Schalker Macher fanden aber auch noch andere Gewinner. Den 19 Jahre alten Sead Kolasinac etwa, den Stevens trotz des Fernduells mit Arsenal genau wie vier weitere Ergänzungsspieler in die Startelf beordert hatte und der ein ordentliches Champions-League-Debüt ablieferte. Oder Routinier Christoph Metzelder, der seinen erst zweiten Einsatz in dieser Saison weitgehend souverän erledigte.

Heldt sagte, die zweite Reihe habe gezeigt, „dass man sich auf sie verlassen kann“. Nach Meinung von Stevens, der unter anderem Torjäger Klaas-Jan Huntelaar und Christian Fuchs geschont hatte, haben alle Ergänzungsspieler gezeigt, „dass sie die Qualität für die Champions League haben“. Rotation, so fügte er lapidar an, „gehört dazu“.

Tatsächlich hatte vor allem die zweite Halbzeit eigentlich wenig Anlass dazu gegeben, die derzeit eher tristen Schalker Verhältnisse schönzureden. Nach dem Führungstreffer von Benedikt Höwedes (56.) und dem Ausgleich von Emanuel Herrera (59.) stand Schalke am Rande einer Niederlage, die allerdings wegen Arsenals Pleite in Piräus bedeutungslos gewesen wäre. Hildebrand, der beim Treffer zum 1:1 noch etwas unglücklich ausgesehen hatte, hielt mit zwei Reflexen gegen Herrera den Punkt fest. „Das tat gut. Das Spiel ist gut gelaufen für mich“, sagte Hildebrand, der erneut den Vorzug vor Lars Unnerstall erhalten hatte.

Metzelder war es, der die Dinge ins rechte Licht rückte. „Wir sind nicht die Mannschaft, die um den Titel mitspielt. Dazu fehlt es uns im Vergleich mit den ganz Großen an Qualität. Jede weitere Runde wäre ein Geschenk“, sagte der 32-Jährige. Ein Geschenk wäre für Metzelder nun auch ein Duell mit seinem Ex-Klub. „Real wäre eine Freude“, sagte er, „aber ich hatte bei so etwas noch nie Losglück.“

sid

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