Schalke: Keller wird bleiben - Raffael-Zukunft offen

Gelsenkirchen - Trainer Jens Keller hat offenbar beste Chancen, zur Dauerlösung beim Fußball-Bundesligisten Schalke 04 zu werden.

„Ich habe eine klare Tendenz. Was diese beinhaltet, kann ich aber nicht verraten“, sagte Manager Horst Heldt nach dem 2:2 gegen Bayer Leverkusen, verriet aber: „Ich bin mit Clemens Tönnies in vielerlei Hinsicht einer Meinung. Und in dieser sicher auch.“ Der Aufsichtsratsvorsitzende Tönnies hatte erst vor kurzem öffentlich erklärt, Keller habe „gute Chancen, über das Saisonende hinaus Trainer bei uns zu bleiben“.

Tönnies blieb am Sonntag in der Sendung Doppelpass von Sport1 in seiner Argumentation undurchsichtig. Er bestätigte, dass man genau wisse, wer ab dem 1. Juli Cheftrainer des Profi-Teams sein sollte, verweigerte aber die Antwort auf die Frage, ob es ein neuer Coach sein werde. Bayerns Meister-Trainer Jupp Heynckes sei allerdings „kein Thema“. Zudem lobte Tönnies überschwänglich Keller: „Zurzeit bin ich hochzufrieden mit seiner Arbeit. Er versteht sein Handwerk. Er hat eine deutliche Ansprache an die Mannschaft, man sieht eine sehr, sehr positive Entwicklung.“

Ob Keller den vierten Platz und damit die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation sichert, habe mit der Entscheidung „nichts zu tun“, versicherte Tönnies: „In jedem Fall freue ich mich, dass Jens heute lachen kann, denn er hatte über Monate nichts zu lachen.“

Nachdem er nach seiner Amtsübernahme im Dezember lange kritisch beobachtet wurde, hatte der frühere U17-Trainer Keller mit Schalke zuletzt eine überzeugende Serie hingelegt.

Mangels Alternativen und Geld für hochwertigen Ersatz wird Schalke wohl auch den Vertrag mit Ciprian Marica verlängern. „Ich muss immer die gesamte Situation sehen“, sagte Manager Horst Heldt nach dem 2: 2 gegen Bayer Leverkusen: „Natürlich ist (der Mainzer, d. Red.) Adam Szalai zum Beispiel ein Superspieler, den ich gerne haben würde. Aber der kostet acht Millionen Euro.“

Bei Marica habe man „die Möglichkeit, die Option zu ziehen. Aber das macht keinen Sinn“, erklärte Heldt: „Wenn wir reden, dann über das kommende Jahr hinaus. Aber wir sind nicht konkurrenzlos, Inter Mailand hat ja auch Interesse angemeldet.“ Mit dem Rumänen Marica ist Heldt trotz erst drei Saisontoren nicht unzufrieden. „Er war lange verletzt, und ich weiß selbst, wie das ist. Ich habe nach einer ähnlichen Verletzung ein halbes Jahr gebraucht, um meine Form wiederzufinden“, sagte der Ex-Profi. Marica kam 2011 vom VfB Stuttgart zu den Schwaben und fehlte zu Beginn des Jahres zwei Monate wegen einer Meniskusverletzung.

Offen ist die Zukunft auf Schalke für den Brasilianer Raffael, dem Heldt „in den letzten vier, fünf Spielen gute Leistungen“ bescheinigt. Der Ex-Herthaner ist derzeit von Dynamo Kiew ausgeliehen, „und ein Dauertransfer wäre sehr teuer. Aber das heißt nicht, dass wir nicht die Entscheidungsgewalt haben“, äußerte Heldt. Auf die Frage, ob eine erneute Ausleihe infrage komme, antwortete de Manager: „Ich werde sicher nicht meine Taktik verraten.“

sid

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