Schalke und Hannover heiß aufs Rückspiel

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Sollte Hannover die nächste Runde erreichen, trumpfen die Spieler vielleicht mit dem nächsten Tänzchen auf.

Gelsenkirchen/Hannover - Der FC Schalke 04 kann im Rückspiel gegen Enschede auf Joel Matip zurückgreifen. Hannover 96 hat den Europapokal bereits vor Augen.

Schalke 04 verbuchte schon 34 Stunden vor dem Anpfiff den ersten Sieg, Hannover 96 sieht bereits den Pokal: Mit viel Rückenwind gehen die beiden Fußball-Bundesligisten in die Achtelfinal-Rückspiele in der Europa League. Die Königsblauen können am Donnerstag (21.05 Uhr/Kabel eins und Sky) gegen Twente Enschede nun doch Abwehrspieler Joel Matip einsetzen. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) setzte die Sperre nach der umstrittenen Roten Karte im Hinspiel aus.

„Ich habe mich noch nie so ungerecht behandelt gefühlt“, sagte der 20-Jährige über den Platzverweis und den unberechtigten Elfmeter, der vor einer Woche zum entscheidenden Tor zum 0:1 geführt hatte. Erst am Freitag wird endgültig entschieden, ob die Sperre von einem Spiel Bestand hat. Scheitern die Schalker mit ihrem zweiten Einspruch, muss Matip in der nächsten Europa-League-Partie zuschauen. Den ersten Einspruch hatte die UEFA am Dienstag noch abgewiesen.

Verflogen ist die Wut über die „Pappnasen“ aber dennoch nicht. „Ich glaube, dass alle sehr heiß sind“, sagte Mittelfeldspieler Jermaine Jones. Die krasse Fehlentscheidung des schottischen Schiedsrichtergespannes haben noch alle vor Augen. „Aber wir dürfen nicht mit Hass da reingehen“, warnte Jones, „sondern mit klarem Kopf.“

Hannover ist euphorisiert, das Stadion mit 43.000 Zuschauern ausverkauft, und der Pokal ist auch schon da - wenn auch nur als Exponat im UEFA-Showtruck vor der Arena. Bei 96 stehen die Zeichen vor der Partie am Donnerstag (19.00 Uhr/Sky und Kabel eins) gegen Standard Lüttich klar und deutlich auf Viertelfinale. „Natürlich besteht immer noch eine kleine Gefahr, aber durch das 2:2 im Hinspiel ist unsere Ausgangsposition verbessert“, sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke, und Kapitän Steven Cherundolo ergänzt: „Angst müssen wir auf jeden Fall nicht haben.“

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Schließlich sind die Niedersachsen auf europäischer Ebene in dieser Saison zu Hause ungeschlagen, in der Gruppenphase spielte man gegen den belgischen Pokalsieger in der WM-Arena am Maschsee 0: 0. Damals war es ein unbefriedigendes Resultat, jetzt wäre es ein Wunschergebnis, auch wenn Trainer Mirko Slomka ein wenig warnt: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht davon träumen, schon jetzt in der nächsten Runde zu stehen. Grundsätzlich haben wir eine gute Ausgangsposition, in den meisten Fällen kommt man damit weiter.“

Für den größten internationalen Erfolg in der 116-jährigen Vereinsgeschichte spricht auch, dass Jan Schlaudraff vor einer Rückkehr in die Startformation der Norddeutschen steht. Der dribbelstarke Mittelfeldspieler hatte bei der 0:3-Niederlage im Bundesliga-Nordderby am vergangenen Sonntag bei Werder Bremen wegen einer Blockade im Rücken pausiert. Hinspiel-Held Mame Diouf hingegen, der in Lüttich trotz Bänderriss im Fuß den wichtigen Ausgleichstreffer erzielte, wird diesmal wie schon im Weserstadion passen müssen.

Auf Schalke kommt dem Schiedsrichter besondere Bedeutung zu. Denn auf die Wutrede von Manager Horst Heldt, der die Unparteiischen im Hinspiel als „Pappnasen“, „Heinis“ und „Amateure“ beschimpft hatte, reagierte die UEFA auf mit der Ansetzung eines ihrer besten Referees: Der Ungar Viktor Kassai, Weltschiedsrichter des vergangenen Jahres, pfeift. Der 36-Jährige leitete im Mai das Champions-League-Finale zwischen dem FC Barcelona und Manchester United (3:1) und ist auch für die EURO in Polen und der Ukraine vorgesehen.

Nicht nur auf einen besseren Schiedsrichter, sondern auch auf ihren Torjäger setzen die Schalker. Klaas-Jan Huntelaar, der sich beim 3:1 gegen den Hamburger SV am Sonntag nach seiner Gehirnerschütterung mit seinem 34. Pflichtspieltreffer der Saison zurückmeldete, hat bereits angekündigt: „Ich werde mindestens zwei Tore machen.“ -

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Schalke: Hildebrand - Uchida, Papadopoulos, Matip, Fuchs - Höger (Holtby), Jones - Farfan, Raul, Jurado - Huntelaar. - Trainer: Stevens

Enschede: Mihaylow - Rosales, Douglas, Wisgerhof, Cornelisse - Fer, Brama, Janssen - John, de Jong, Chadli. - Trainer: McClaren

Schiedsrichter: Viktor Kassai (Ungarn)

Hannover: Zieler - Cherundolo, Haggui, Pogatetz, Schulz - Stindl, Pinto - Schlaudraff, Pander - Abdellaoue, Ya Konan - Trainer: Slomka

Lüttich: Bolat - Ciman, Kanu, Felipe, Pocognoli - Buyens, Vainqueur - Gakpe, van Damme - Tchite, Cyriac - Trainer: Riga

Schiedsrichter: Pavel Kracovec (Tschechien)

SID

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