Turbulente Abendpartie

Top-Spiel: Raffael gleicht spät aus - Toprak fliegt

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Benedikt Höwedes gegen Stefan Kießling (r.) zeigten mit ihren Klubs eine wirkliches Top-Spiel.

Gelsenkirchen - In einem packenden und ereignisreichen Abendspiel wurden die Punkte geteilt. Im Spiel um die direkten Champions-League-Plätze haben die Leverkusener ihren Vorsprung gehalten.

Bayer Leverkusen hat im „Endspiel“ um die Champions-League-Teilnahme zwar einen Sieg aus der Hand gegeben, im Rennen um die Königsklasse aber dennoch die besten Karten. Beim Verfolger Schalke 04 musste sich die Werkself trotz einer 2:0-Führung am Ende mit einem 2:2 (1:0) zufrieden geben, behauptete als Tabellendritter aber seinen Vier-Punkte-Vorsprung.

Mit einer Energieleistung in der Schlussphase wendete Schalke die Niederlage noch ab. Der eingewechselte Finne Teemu Pukki (71.) und Raffael (87., Foulelfmeter) erzielten die Treffer für die Königsblauen. Dem 2:2 ging ein Foul von Ömer Toprak gegen Pukki im Strafraum voraus. Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) zeigte dem türkischen Nationalspieler (86.) die Rote Karte - eine vertretbare Entscheidung.

Leverkusen geht 2:0 in Führung

Simon Rolfes (39.) und Michal Kadlec (58.) hatten Bayer mit ihren Toren am 53. Geburtstag ihres Sportchefs Rudi Völler 2:0 in Führung geschossen. Am Ende konnten die Schalker nach zuletzt fünf Siegen in sechs Spielen mit dem Unentschieden gut leben.

Das Leverkusener Führungstor sorgte für Aufregung: Als Simon Rolfes eine Flanke von Lars Bender ins Tor köpfte, lag der Schalker Ciprian Marica nach einem Zusammenprall mit Stefan Kießling verletzt im Strafraum. Die Gäste spielten den Ball nicht ins Aus, sondern setzten ihren Angriff fort, der insgesamt schwache Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) unterbrach die Partie nicht. Die Königsblauen protestierten vehement.

Die Gelsenkirchener, die beim 0:2 im Hinspiel klassisch ausgekontert worden waren, begannen sehr verhalten. Leverkusen dominierte die Anfangsphase und hatte auch die erste Großchance: Andre Schürrle scheiterte allerdings nach Doppelpass mit Simon Rolfes am glänzend reagierenden Timo Hildebrand (8.).

Ein erstes Schalker Lebenszeichen gab Jungstar Julian Draxler, der mit einer sehenswerten Einzelaktion Bayer-Keeper Bernd Leno zu einer Glanzparade zwang (11.). In der Folge prägten Ballverluste auf beiden Seiten das Spiel, Kombinationen über mehr als drei, vier Stationen hatten Seltenheitswert. Zwei Schüsse von Raffael (21. und 23.) sorgten noch für die meiste Aufregung. Auf der Gegenseite traf Daniel Carvajal das Außennetz des Schalker Tores (29.). In der 35. Minute scheiterte Schürrle an Hildebrand.

Schalke mit Notelf

Nach der Pause bemühten sich die Schalker um mehr Struktur in ihrem Spiel. Die große Chance zum Ausgleich vergab Draxler, als er aus 15 Metern über das Tor schoss (57.). Im Gegenzug fiel das 0:2 - Kadlec schlug eine Freistoßflanke aus 30 Metern an Freund und Feind vorbei ins lange Eck.

Schalke trat mit einer Notelf an. Neben den Langzeitverletzten Ibrahim Afellay, Klaas-Jan-Huntelaar, Kyriakos Papadopoulos fehlten von den Stammspielern auch Jefferson Farfan (muskuläre Probleme), Roman Neustädter (Gelbsperre) und Jermaine Jones (Fleischwunde am Knöchel). So rückte Jungstar Julian Draxler auf die linke Seite, Michel Bastos nach rechts, und Winter-Zugang Raffael kam erstmals seit knapp Monaten Wochen wieder zu einem Einsatz in der Startelf. Im defensiven Mittelfeld spielte Christoph Moritz erstmals in diesem Jahr.

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Das Leverkusener Trainerduo Sami Hyypiä/Sascha Lewandowski musste auf die beiden gelbgesperrten Sebastian Boenisch und Stefan Reinartz verzichten. Für sie rückten Kadlec und Rolfes in die Anfangsformation. Zudem kehrte Ömer Toprak in die Innenverteidigung zurück.

Bei den Gastgebern waren Raffael und Pukki am auffälligsten. Bei Bayer gefielen vor allem Rolfes und Bender.

sid

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