Heldt und Huntelaar wenig erfreut

Schalke-Ärger über eigene Fans

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Auch Klaas-Jan Huntelaar (l.) kritisierte die Pfiffe

Gelsenkirchen - Schalke 04 ist nach der Bayern-Pleite in die Erfolgsspur zurückgekehrt, hadert nach dem 3:0 gegen den FSV Mainz 05 aber mit den eigenen Fans.

Die drei Punkte verbuchte Schalke 04 nach dem 3:0 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 ganz schnell, doch die Pfiffe der eigenen Fans hallten noch lange nach. „Es war unnötig zu pfeifen“, sagte Torjäger Klaas-Jan Huntelaar nach dem glanzlosen Sieg mit Misstönen, „das verunsichert die Mannschaft, und davon wird das Spiel nicht besser.“

Der Torschützenkönig der vergangenen Saison war selbst eine Zielscheibe der unzufriedenen Anhänger, sein Rückpass aus 60 Metern zu Torhüter Lars Unnerstall brachte viele der 59.116 Zuschauer auf die Palme. „Es war nicht so überzeugend, wie wir das wollten“, gab der Niederländer zu, der in der Schlussphase eine Riesenchance ausließ und am Ende ohne Tor blieb.

Mehr noch als auf den „Hunter“ hatten es die pfeifenden Fans auf Torhüter Unnerstall abgesehen. Je öfter der weitgehend unbeschäftigte 22-Jährige den Ball völlig unplatziert in die gegnerische Hälfte oder gar ins Seitenaus drosch, desto lauter wurden die Unmutsäußerungen.

„Es war der Wunsch aller, mit jungen Spielern zu arbeiten“, sagte Manager Horst Heldt, die Pfiffe „helfen sicher nicht, sondern verunsichern sie noch mehr“. Unnerstall, der erst nach der Verletzung von Ex-Nationaltorwart Timo Hildebrand zwischen die Schalker Pfosten rückte und gegen Mainz zum zweiten Mal ohne Gegentor blieb, gab sich betont cool: „Man versucht, nicht darauf zu hören. Ich kann damit leben.“

Ausdrücklich von ihrer Kritik ausnahmen Heldt und Co. die Schalker Nordkurve mit den treuesten Fans. „Sie haben gemerkt, dass die Spieler Unterstützung brauchen“, sagte der Sportvorstand. Denn auch ohne die Pfiffe des eigenen Anhangs taten sich die Königsblauen drei Tage nach dem ernüchternden 0:2 gegen Bayern München mit der Wiedergutmachung schon schwer genug. „Ich glaube, das Ergebnis von Samstag war noch in den Köpfen“, äußerte Trainer Huub Stevens.

Sein Team produzierte zwar von Beginn an hochkarätige Torchancen, doch spielerisch blieben viele Wünsche offen. Auch nach dem verwandelten Foulelfmeter von Jefferson Farfan (21.), dem Huntelaar wegen einer Zehenverletzung freiwillig den Vortritt ließ, stockte das Schalker Spiel immer wieder. Erst in der Schlussphase schraubten der 1,76 m kleine Lewis Holtby mit seinem zweiten Kopfballtor der Saison (81.) und der eingewechselte Teemu Pukki (89. ) das Ergebnis auf 3:0.

Beim letzten Treffer leistete Jungstar Julian Draxler uneigennützig die Vorarbeit. Der 19-Jährige war nach der Bayern-Pleite noch hart kritisiert worden, weil er die große Chance zur Führung eigensinnig verschludert hatte. „Ein junger Bursche darf Fehler machen“, betonte Stevens.

Relativ wenige Fehler machten die Mainzer, mussten am Ende aber „paradoxerweise mit einem 0:3 leben“, wie Trainer Thomas Tuchel feststellte. Die Leistung seiner Mannschaft habe ihm gefallen, sagte der 05-Coach, nur „die Durchschlagskraft, die Gier, die Ruhe im allerletzten Pass haben gefehlt“. Trotz nur eines Sieges aus den vergangenen neun Bundesligaspielen war auch Präsident Harald Strutz „nicht unzufrieden - da wächst etwas zusammen“.

sid

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