Schalke 04: Abrechnung mit Felix Magath

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Mitgliederversammlung auf Schalke.

Gelsenkirchen - Pokalsieger Schalker 04 hat auf der Mitgliederversammlung am Sonntag nochmals schonungslos mit Ex-Trainer Felix Magath abgerechnet.

In einem zehnminütigen Filmbeitrag über die vergangene Saison wurde die Schalker Achterbahnfahrt ausführlich beleuchtet und dabei vor allem auch auf die Misserfolge der Königsblauen unter Magath in der Bundesliga hingewiesen.

So etwas hatte es auf einer Jahreshauptversammlung des Traditionsklubs in dieser Form noch nicht gegeben. „Es hat einen Riss durch unseren Verein gegeben. Das darf nie wieder vorkommen. Wir alle sind ein Einig-Schalke“, sagte Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies in seiner Rede.

Als ein Zeitungsartikel mit der Überschrift „Magath muss gehen!“ in der Emscher-Lippe-Halle von Gelsenkirchen eingeblendet wurde, brandete großer Applaus auf. Die Tage der Entlassung des allmächtigen Trainer-Managers, der mittlerweile wieder beim VfL Wolfsburg arbeitet, wurden nochmals ausführlich analysiert. Auf Schalke herrschte damals Chaos pur. Immerhin hatte Magath die Knappen aber ins Endspiel des DFB-Vereinspokals gegen den MSV Duisburg und ins Viertelfinale der Champions League geführt.

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Allerdings versagte der Vizemeister von 2010 regelmäßig unter Magath in der Bundesliga, obwohl die Mannschaft unter anderem mit einem Superstar wie Raul verstärkt worden war. Unter Magath-Nachfolger Ralf Rangnick wurde S04 durch ein 5:0 gegen Duisburg immerhin noch DFB-Pokalsieger und darf in der kommenden Saison in der Europa League antreten.

Allerdings muss Schalke künftig auf Kapitän Manuel Neuer verzichten. Als auf der Jahreshauptversammlung die Freigabe für das Schalker Urgestein für einen Wechsel zu Rekordmeister Bayern München nochmals angesprochen wurde, gab es ein lautes Pfeifkonzert der Mitglieder. Die Königsblauen streichen immerhin bis zu 25 Millionen Euro Ablöse für den Nationaltorwart ein.

Später wurden die Medienvertreter kurzfristig von der Teilnahme an der weiteren Versammlung ausgeschlossen. Die 2944 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder stimmten einem Antrag zu, wonach die Journalisten der Versammlung nicht mehr beiwohnen dürfen. Die akkreditierten Medienvertreter verließen daraufhin den Saal.

Aufnahme in die Schalker Ehrenkabine, die „Hall of Fame“ der Knappen, fanden Otto „Ötte“ Tibulsky und Ex-Kapitän Marcelo Bordon. Tibulsky hatte sechs Meisterschaften mit S04 errungen und bestritt als Mittelläufer rund 1000 Spiele für Schalke. Bordon war eigens zur Ehrung nach Gelsenkirchen gereist. Der Brasilianer bestritt 223 Pflichtspiele für den Traditionsklub aus dem Revier.

Trotz der prekären Finanzlage wird weiter kräftig investiert. Die alte Glückauf-Kampfbahn soll wieder in Schalker Besitz gehen, im Bereich des ehemaligen Parkstadions ein drittligataugliches Stadion mit Tribüne für rund 10 000 Zuschauer entstehen. Auch ein neues Nachwuchsleistungszentrum und ein riesiger neuer Fanshop sind geplant.

Darüber hinaus wählten die Schalker noch ein drittes Vorstandsmitglied. Wie der Verein am Sonntag mitteilte, gehört Alexander Jobst neben Finanzvorstand Peter Peters und Manager Horst Heldt vom 1. September an dem Gremium an. “Alexander Jobst wird als Vorstand Marketing und Merchandising bei uns tätig sein“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies auf der Jahreshauptversammlung in Gelsenkirchen.

Diplom-Sportökonom Jobst war unter anderem im Management von Real Madrid tätig und arbeitete ab 2008 als “Head of Sales“ beim Fußball-Weltverband FIFA. “Er ist ein erfahrener Vermarkter mit einer positiven Vita“, sagte Tönnies. Seit der Trennung von Felix Magath im März hatte Schalkes Vorstand nur noch aus Peters und Heldt bestanden.

sid/dpa

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