Pokal-Underdogs setzen auf kuriose Methoden

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Leipzigs Daniel Frahn

Düsseldorf - Drei Traditionsvereine und ein reicher Retortenklub rücken in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals ins Rampenlicht. Bereits vor den Begegnungen geben sie alles für die Sensation.

Badelatschen, „Pokal-Shrek“ und ein Geist: Mit kreativen Aktionen wollen vier Viertligisten den haushohen Favoriten in der zweiten DFB-Pokal-Runde ein Bein stellen. Eintracht Trier, Holstein Kiel, Rot-Weiss Essen und RB Leipzig setzen auf teils kuriose Methoden, um die Profis schon einmal einzuschüchtern.

Die Leipziger Fans dürften am Dienstag (19.00 Uhr/Sky) nicht nur wegen des großen Gegners zittern. Denn die findige Marketing-Abteilung verteilte in der Innenstadt 5000 „offizielle Augsburger Pokal-Schlappen“. Bei angekündigten 10 Grad Celsius könnte das ganz schön fußkalt werden.

Die Spieler wollen den Anhängern des millionenschweren sächsischen Retortenvereins, der vom Energy-Drink-Hersteller Red Bull aus dem Boden gestampft wurde, zum zweiten Mal herzerwärmenden Pokal-Fußball präsentieren. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, nochmal so ein Spektakel abzuliefern wie gegen Wolfsburg. Es wird sehr spannend, hoffentlich mit dem gleichen Ausgang“, sagte Kapitän Daniel Frahn, der beim 3:2 in der ersten Runde gegen den VfL Wolfsburg alle Treffer erzielt hatte.

Vor dem Spiel ließ der Angreifer in Anlehnung an die Kino-Figur „Shrek“ jetzt eigens Aufkleber anfertigen. Mit seinem Abbild und großen Händen greift „Pokal-Shrek“ Frahn nach der Sensation. Die Badelatschen werden die Spieler gegen Augsburg übrigens nicht tragen. „Wir hoffen, dass wir uns die Schlappen nach dem Spiel um die Ohren hauen“, sagte Frahn.

Etwas unheimlich dürfte es den Akteuren des Zweitligisten MSV Duisburg werden. Denn um die 100 Jahre alten Mauern des Stadions von Gastgeber Holstein Kiel, der die Regionalliga Nord anführt, spukt vor besonderen Duellen der Holstein-Geist. „Wir wollen uns aber nicht auf fremde Mächte verlassen“, sagte Kiels Trainer Thorsten Gutzeit dem SID.

In der ersten Runde hatte sich Duisburgs Liga-Rivale Energie Cottbus im Holsteinstadion erschrocken und 0:3 verloren. Mit einem Sieg am zweiten Festtag am Mittwoch (19.00 Uhr/Sky) könnte Holstein seinen größten sportlichen Erfolg seit 33 Jahren feiern. 1978 besiegten die Kieler den Karlsruher SC und zogen ins Achtelfinale ein.

Einen Blick in die Geschichtsbücher bemüht auch Eintracht Trier vor dem Duell am Dienstag (20.30 Uhr/Sky) mit dem Hamburger SV und dessen neuem Trainer Thorsten Fink. Der Tabellenzweite der Regionalliga West trat bereits 1952 und 1981 zweimal im DFB-Pokal gegen die Hanseaten an. Mit 5:3 nach Verlängerung und 2:1 setzte sich der HSV jeweils knapp durch. Felix Magath, Franz Beckenbauer und Co., die am Ende der Saison 1981/82 Meister wurden, gerieten allerdings ganz schön in Bedrängnis. Und in der ersten Runde des diesjährigen Pokals hat die Eintracht schon bewiesen, dass ihr Gegner aus Hamburg liegen: Gegen den FC St. Pauli gab es ein 2:1.

191 Kilometer nördlich von Trier setzt Rot-Weiss Essen auf die gleiche Logik. Denn der Traditionsklub warf Union Berlin in der ersten Runde mit 4:3 im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb - nun kommt Hertha BSC an die Hafenstraße. Für Rot-Weiss bedeutet der Pokalschlager gegen den Bundesligisten am Mittwoch einen Ausflug aus der grauen Realität (19.00 Uhr/Sky). Denn der Traditionsklub, der einst Helmut Rahn hervorbrachte, strauchelte am Freitag mit 0:2 gegen den Spitzenreiter Sportfreunde Lotte und befindet sich auf dem unbefriedigenden 16. Tabellenplatz.

sid

Die DFB-Pokal-Sieger seit 1985

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