FC Bayern

Sammer: "Götze hatte unglaubliche Angebote"

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Matthias Sammer.

München - Nach dem Luxus-Antrittsgeschenk Mario Götze dürfte Pep Guardiola den Champions-League-Auftritt seines künftigen Arbeitgebers am TV in New York noch mehr genossen haben.

Gratulationen für den Final-Einzug nahmen die Bayern nach der magischen Fußball-Nacht keine an - aber für den Transfercoup mit Mario Götze. „Das ist ein Spieler, den wir natürlich jetzt seit langer Zeit beobachten und es ist einer der besten deutschen Spieler. Es ist ja bekannt, dass wir bei Bayern München eine Basis haben aus deutschen Nationalspielern“, kommentierte ein stolzer Karl-Heinz Rummenigge nach dem 4:0 über den FC Barcelona. „Da passt Mario Götze wunderbar rein und wir sind sehr glücklich, dass der Transfer geklappt hat und dass er ab dem 1. Juli bei Bayern München spielt.“

37 Millionen Euro soll der deutsche Fußball-Rekordmeister angeblich von seinem prallen Konto für den begehrten Nationalspieler allein an Ablöse überweisen. Mit einem saftigen Gehalt von gut und gerne zehn Millionen Euro dürfte da in den spekulierten vier Jahren Vertragslaufzeit mindestens noch das Doppelte oben drauf kommen. Und das soll nicht einmal die beste Offerte gewesen sein. „Mario Götze hatte unglaubliche Angebote von Vereinen, die waren Wahnsinn“, verriet Sportvorstand Matthias Sammer in Sky.

Trainerfrage nicht überstrapazieren

Aber die Münchner machten das Rennen um den Ausnahmekicker und können ihrem künftigen Coach nun ein Antrittsgeschenk der Luxusklasse präsentieren. Götze gilt als der absolute Wunschspieler von Pep Guardiola, wenngleich der Vorstandschef da nicht ins Detail gehen mochte. „Ich glaube, wir müssen die Trainerfrage der Zukunft nicht überstrapazieren. Das möchte der Trainer nicht, der sitzt in New York und hat wahrscheinlich das Spiel angeschaut“, erklärte Rummenigge.

Vermutlich wird der neue Bayern-Trainer seinen Fernseher auch einschalten, um das Wunderkind beim Halbfinal-Duell der Dortmunder gegen Real Madrid zu beobachten. Für Götze stand nach dem Bekanntwerden mitten im deutsch-spanischen Länderkampf in der Champions League eine schwierige Zeit in der jungen Profi-Karriere an.

„Ich wünsche Borussia Dortmund, dass sie damit genauso gut umgehen wie wir, denn wir haben uns überhaupt nicht davon beeinflussen lassen“, sagte Rummenigge. „Dass es am Dienstag bekanntgeworden ist, war auch nicht in unserem Interesse. Wir wollten das ursprünglich erst am Donnerstag bekanntgeben, aber das kann man nicht ändern.“

Wer muss gehen?

Götze kommt - und wer geht? Denn bei so vielen Stars in der Offensive könnte es ganz schön eng auf der Bayern-Bank werden. Dass Ehrgeizling Arjen Robben mit seiner wiederholten Reservistenrolle nicht einverstanden war, ist hinlänglich bekannt. Auch für den von Jupp Heynckes immer wieder gepriesenen und derzeit verletzten Spielgestalter Toni Kroos ist Götze nun ein starker Konkurrent. Und da der Dortmunder Zauber-Fußballer auch schon in der Spitze auflief, könnte es auch einen in vorderster Front treffen. Der Marktwert von Mario Gomez liegt bei geschätzten 35 Millionen, in Europa ist er heiß begehrt - und zufrieden mit seiner Position hinter Mario Mandzukic ist Gomez sowieso nicht. Auch die Spekulationen um eine Verpflichtung von BVB-Angreifer Robert Lewandowski reißen nicht ab.

„Es kommt darauf an, was Guardiola plant“, hatte der langjährige Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld kürzlich in der Schweizer Zeitung „Blick am Sonntag“ gesagt. „Ich glaube, dass Robben eher nicht reinpasst. Ich rechne damit, dass Robben im Sommer wechselt und die Bayern verlässt.“ Dass der FC Bayern immer für eine Überraschung gut ist, dafür ist der Coup Götze das Paradebeispiel.

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