Trotz Glanzparaden von Paulis Tschauner

Sahar schießt Hertha zum Vereinsrekord

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Herthas Nico Schulz (r) im Duell mit St. Paulis Jan-Philipp Kalla.

Berlin - Nun hat es St. Pauli mit Trainer Frontzeck erwischt. Hertha erkämpft sich durch ein Tor des Israeli Sahar gegen die Hamburger drei Punkte - und ist nun schon seit zwölf Spielen unbezwungen.

Zweitligist Hertha BSC hat einen Vereinsrekord aufgestellt und den Sprung auf Aufstiegsplatz zwei geschafft. Der Bundesliga-Absteiger aus Berlin besiegte den FC St. Pauli zum Abschluss des 14. Spieltags durch einen späten Treffer mit 1:0 (0:0) und blieb damit im zwölften Spiel in Serie ungeschlagen. Die bisherige Bestmarke hatte bei elf Begegnungen ohne Niederlage gelegen und datierte aus der Saison 2004/2005.

Ben Sahar (85.) bescherte mit seinem Treffer der „Alten Dame“ den achten Saisonsieg. Mit 29 Punkten liegen die Berliner damit nur noch fünf Zähler hinter Spitzenreiter Eintracht Braunschweig. Die Gäste aus Hamburg verlieren hingegen immer mehr den Anschluss an die Spitze und müssen sich als Zwölfter (15 Punkte) nach unten orientieren.

„Es war heute nicht einfach. In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, den Druck noch zu erhöhen. Am Ende ist man froh, wenn man doch noch das erlösende Tor macht“, sagte Hertha-Trainer Jos Luhukay. Michael Frontzeck, der als Coach der Hamburger seine erste Niederlage kassierte, sah einen verdienten Berliner Sieg. „Wir haben mit viel Leidenschaft verteidigt. Aber Berlin war die bessere Mannschaft, wir haben zu schlecht nach vorne gespielt“, sagte er.

Vor dem Anpfiff gedachten die 39.127 Zuschauer des im Alter von 37 Jahren an den Folgen einer Leukämie-Erkrankung verstorbenen Ex-Herthaners Alex Alves, ihm zu Ehren spielten die Gastgeber mit Trauerflor.

Die Berliner kontrollierten die Partie weitgehend, technische Mängel und eine gut formierte Hamburger Hintermannschaft verhinderten zunächst aber zwingende Torchancen. Erst ein abgefälschter Schuss von Marcel Ndjeng (25.) sorgte für Gefahr, Philipp Tschauner im Pauli-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen aber noch an den Pfosten und bewahrte sein Team vor dem Rückstand. Mit zwei Glanzparaden entschärfte er zudem Adrian Ramos' Kopfbälle (42./43.) aus kurzer Distanz.

Sie bringen die Würze: Reizfiguren des Fußballs

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Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Berliner spielbestimmend. In der 60. Minute war Tschauner dann geschlagen - Akaki Gogia aber klärte Peter Niemeyers Kopfball noch auf der Linie. In der Folgezeit ebbte die Drangphase der Hertha zunehmend ab, die Angriffsbemühungen waren häufig zu berechenbar. Eher überraschend entschied Sahar die Partie durch seinen Kopfballtreffer ins kurze Eck. St. Pauli hatte noch eine Chance zum Ausgleich, doch Sebastian Schachten traf nur den Pfosten (89.).

Aufseiten der Berliner verdienten sich Niemeyer und Ramos die Bestnoten. Bei St. Pauli überzeugte neben Tschauner noch Florian Kringe.

SID

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