Sagt Raul auf Schalke bald Adios?

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Verabschiedet sich Raul bald auch vom FC Schalke 04?

Gelsenkirchen - Die Zeichen stehen auf Abschied. Dem zuletzt schwächelnden Superstar Raul liegt von Schalke 04 ein Jahres-Angebot vor, doch auf die Antwort warten die Königsblauen bislang vergeblich.

Es klang schon ein wenig nach Abschied, als Raul sein Trikot dem DFB-Fußballmuseum übergab. „Ich erlebe eine tolle Zeit in der Bundesliga und bin sehr stolz auf die Zuneigung und Sympathie, die mir viele Fans in Deutschland entgegenbringen“, sagte der spanische Weltstar von Schalke 04, „da möchte ich gerne etwas zurückgeben.“ In dem Trikot hatte der 34-Jährige das 400. Pflichtspieltor seiner unvergleichlichen Karriere erzielt, es könnte eines der letzten für die Königsblauen gewesen sein.

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Denn die Zeichen stehen auf Trennung. Schalke hat dem Europapokal-Rekordtorschützen ein Angebot vorgelegt, das gar nicht seinen Vorstellungen entspricht. „Wir haben ihm ein gutes Angebot für ein Jahr gemacht“, sagte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies und fügte an: „Die Entscheidung liegt jetzt bei ihm.“

Angeblich soll Raul in der nächsten Saison nur noch vier Millionen Euro Jahresgehalt bekommen, drei Millionen weniger als bisher. Weg fällt vor allem der Zuschuss von seinem Ex-Klub Real Madrid, der bislang geschätzte zwei Millionen Euro pro Saison überwies. „Damit haben wir nichts zu tun. Das ist eine Sache zwischen Raul und Real“, betonte Manager Horst Heldt. Raul will offenbar einen Zweijahresvertrag. Ihm sollen lukrative Angebote aus den USA und Katar vorliegen.

Zum Stand der Vertragsverhandlungen schweigt Raul. Seine letzte Liebeserklärung an die Königsblauen liegt mehr als zwei Monate zurück. „Ich hoffe, bei Schalke weiterspielen zu können, ich fühle mich sehr wohl hier“, sagte der Spanier Anfang des Jahres im Trainingslager in Doha, eine Einigung würde ihn sehr freuen. Die Vertragsdauer sei nicht entscheidend, sondern seine Familie. „Es geht nicht um ein, zwei oder drei Jahre. Wir sind hier sehr zufrieden, sehr glücklich, in Düsseldorf und auf Schalke“, sagte Raul, der mit seiner Familie in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens wohnt, damals.

Seitdem hat es ein Sondierungsgespräch zwischen Heldt und Rauls Berater gegeben, das Angebot schickte der Schalke-Manager per Mail zu. Die Reaktion? „Es gibt keinen neuen Stand“, sagte Heldt vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League am Donnerstagabend gegen Twente Enschede.

Auch wenn der alternde Weltstar bei den Fans nach wie vor hoch im Kurs steht, machen sich die Verantwortlichen ernsthaft Gedanken, ob er ihnen in Zukunft wirklich noch helfen kann. „Man muss bei ihm - genau wie bei jedem Spieler - genau sehen, welche Leistung dem Gehalt gegenübersteht“, sagte Trainer Huub Stevens zuletzt: „Ich weiß jetzt noch nicht, wie er in den verbleibenden Spielen dieser Saison noch funktioniert und ob er nächste Saison erneut so viele Spiele machen kann.“

Höhepunkte wie das Tor des Jahres 2011, sein Lupfer am 13. August beim 5:1 gegen Köln, liegen lange zurück. Seit Wochen rennt und rackert Raul zwar vorbildlich, doch Torgefahr und geniale Ideen fehlen fast völlig. Besonders alarmierend: Vor allem in den Spitzenspielen war von dem Spanier wenig zu sehen. Die meisten seiner bislang 24 Bundesliga-Tore schoss er gegen Köln (fünf). Seit seinem Dreierpack beim 5:0 gegen Werder Bremen zum Ende der Hinrunde hat er in elf Pflichtspielen nur noch einmal getroffen.

sid

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