Nur 58 Stunden: Stevens unter Hochdruck

Gelsenkirchen - Zwei Tage nach seiner Vorstellung als Nachfolger von Ralf Rangnick gibt Trainer Huub Stevens sein Comeback auf der Bank von Schalke 04. Gegen Maccabi Haifa ist ein Sieg Pflicht.

Zwischen Begrüßungsrede und Ernstfall liegen nur 58 Stunden. Huub Stevens hätte auf sein Comeback auf der Trainerbank von Schalke 04 liebend gerne noch ein wenig länger gewartet - so muss der neue und alte Coach des Pokalsiegers sein Team unter Hochdruck auf das Europa-League-Spiel gegen Maccabi Haifa am Donnerstag (19.00 Uhr/Sky und Kabel eins) vorbereiten. Und der Rückkehrer geht mit Feuereifer an die Arbeit, nicht nur, weil ein Sieg gegen den Außenseiter aus Israel Pflicht ist.

"Am Dienstag haben wir begonnen, Gespräche mit den Spielern zu führen. Ich schaue mir Videos von Haifa an, und dann werden wir weiter sprechen, wie wir die Mannschaft zusammenstellen. Es ich wichtig, dass wir fit sind und unser Spiel spielen können", sagte Stevens, der 3428 Tage nach seinem triumphalen Abschied mit dem Pokal-Sieg 2002 wieder als Trainer für Schalke am Spielfeldrand sitzen wird.

Bis dahin ist er alles andere als sorgenfrei. Am Dienstagmorgen bei Stevens' erster Trainingseinheit verabschiedeten sich Weltstar Raul (Schmerzen im linken Knöchel) und Atsuto Uchida (Zerrung) vorzeitig in die Kabine. Der leicht angeschlagene Christian Fuchs hatte vorsorglich ebenso wenig an der Einheit teilgenommen wie Torwart Ralf Fährmann, der unter Magen-Darm-Problemen litt.

Dass das Spiel gegen die Israelis nach dem zähen 0:0 zum Auftakt der Europa-League-Gruppenphase in Rumänien gegen Steaua Bukarest nicht zum Selbstläufer werden wird, weiß Stevens aus eigener Erfahrung. Als Trainer von Red Bull Salzburg hatte es der Niederländer in den Play-offs zur Champions League 2009/10 mit Maccabi zu tun bekommen - seine Mannschaft verlor zu Hause 1:2 und auswärts 0:3.

Drei der vier Maccabi-Torschützen von damals (Mohammad Ghadir, Wladimer Dwalischwili und Eyal Golasa) spielen noch immer für den zwölfmaligen israelischen Meister. Allerdings war Haifas Sieg in Salzburg auch der bisher letzte Auswärtserfolg des Teams im Europacup. Seitdem gab es in sieben Spielen sechs Niederlagen.

Die Schalker Fans in der nicht ausverkauften Arena warten bereits mit Spannung auf die Startelf und die Taktik, die ihnen Stevens präsentieren wird. Viele Anhänger der Königsblauen fürchten, dass die berühmte "Stevens-Null" wieder stehen muss und auf Schalke ab sofort Sicherheit das oberste Gebot ist. Wie sich das Team als Favorit taktisch verhält, wird eine Menge über die grundsätzliche Spielidee des neuen, alten Trainers aussagen.

Er wolle einen Fußball spielen lassen, „mit dem sich die Fans identifizieren können“, hatte Stevens bei seiner Vorstellung gesagt - und direkt eingeschränkt: "Man muss sich auf die eigenen Qualitäten konzentrieren, aber auch auf den Gegner. Das war früher so, und das ist heute noch immer so." Auch Heldt betonte vorsorglich, dass Schalke derzeit zu viele Tore kassiere und er froh sei, "wenn die Null steht".

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Schalke: Fährmann - Höger, Höwedes, Metzelder, Fuchs - Jones, Matip - Farfan, Holtby, Draxler (Raul) - Huntelaar. - Trainer: Stevens

Haifa: Saranov - Falach, Dgani, Vered, Meshumar - Yahaya, Katan - Golasa, Twatha - Amasha, Dwalischwili (Ghadir). - Trainer: Levi

Schiedsrichter: Manuel De Sousa (Portugal)

sid

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