Rummenigge stichelt gegen den BVB

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Karl-Heinz Rummenigge gönnte sich einen Seitenhieb

Zürich - Zur Feier des Tages hat sich Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge beim Mitternachtsbankett einen Seitenhieb auf Borussia Dortmund gegönnt.

„In der Gruppenphase sind wir in Topf eins gesetzt“, betonte der Vorstandschef im Ballsaal des noblen Dolder Grand Hotels hoch über Zürich, „es gibt da einen Klub in West-Deutschland, der wahrscheinlich in Topf vier stattfinden wird.“ Borussia Dortmund, sollte das heißen, ist bestenfalls „Gast“ in der Champions League, der ruhmreiche FC Bayern dagegen, er kehrt heim in die Königsklasse.

Wie gut ihm das tut, war an Rummenigges Sticheln ebenso zu erkennen wie an der zufriedenen Miene von Präsident Uli Hoeneß, der richtig gut gelaunt durch die Reihen tänzelte. Davon zu träumen, dass der FC Bayern beim Endspiel am 19. Mai 2012 in der eigenen Arena erneut „nach Hause“ kommen darf, hält jedoch selbst Rummenigge für kühn. „Wir sollten step by step denken und nicht heute Abend schon ans Finale. Es wird unheimlich schwer, ich sehe eher Mannschaften aus Spanien und England in der Favoritenrolle“, sagte er.

Ein bisschen träumen sei aber erlaubt, betonte Rummenigge beim Diner bei Solothurner Weinsuppe, Bündnerfleisch und Engadiner Nusstorte: „Unsere Mannschaft hat in den letzten zwei Wochen bewiesen, dass sie Großes bewerkstelligen und an einem guten Tag die Großen ärgern, vielleicht sogar sehr ärgern kann.“

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Das immerhin ist eine Erkenntnis des lockeren Play-off-Durchmarsches gegen den FC Zürich, der auch beim 1:0 (1: 0)-Erfolg der Münchner im Rückspiel kein ernsthafter Gegner war: Mag sich der FCB national weiter als Klassenprimus und den BVB als „Emporkömmling“ sehen, steht er international sogar in der eigenen Wahrnehmung klar hinter Titelverteidiger FC Barcelona, Real Madrid, Manchester United oder dem FC Chelsea.

Da mag es beruhigen, dass bei der Auslosung der Gruppenphase am Donnerstag in Monaco (ab 17.45 Uhr/Sky und Eurosport) keines dieser ebenfalls gesetzten Spitzenteams droht. Mit dem FC Valencia und dem FC Villarreal, Manchester City und dem SSC Neapel sind dennoch schwere Gegner möglich. „Ich hoffe, dass (Finanzchef) Karl Hopfner als Glücksfee nach Monte Carlo reist“, sagte Rummenigge. Thomas Müller ergänzte: „Normalerweise haben wir Bayern immer Losglück.“

Schon mit der Aufgabe Zürich hatte es Fortuna gut gemeint mit den Bayern. Wie beim 2:0 im Hinspiel musste die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes auch vor 23.500 Zuschauern im ausverkauften Letzigrund nicht an ihre Grenzen gehen. „Der FC Bayern sah oft aus wie ein Sportwagen, der durch eine Fußgängerzone tuckerte, fast immer im ersten Gang“, kommentierte die Neue Zürcher Zeitung. Bereits nach 384 Sekunden zog Mario Gomez mit seinem Tor zum 1:0 dem Schweizer Vize-Meister „den Stecker raus“, wie Kapitän Philipp Lahm feststellte. „Danach haben wir es recht humorlos runtergespielt“, meinte Müller.

Lahm lobte die sichere Defensive, die im sechsten Pflichtspiel zum fünften mal die Null hielt und in der „alle Spieler besser arbeiten als im Vorjahr“. Insgesamt stellte er aber fest: „So reicht es sicher nicht zum Finale.“

Wo genau sie stehen, wissen Lahm und Co. mangels Qualität der bisherigen Gegner jedoch nicht. Auch der frühere Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld gab bei Sky deshalb zu bedenken: „Wenn Gegner wie Chelsea oder Barcelona kommen, kann man noch nicht sagen, ob die Defensive immer noch so sicher steht.“

Der nächste Gegner heißt jedoch 1. FC Kaiserslautern. Und obwohl beim FCK kein Drogba oder Messi spielt, beruhigt es die Bosse doch, dass Arjen Robben und Gomez in der Pfalz wohl zur Verfügung stehen. Heynckes hatte Robben wegen Rückenproblemen und einer Schambeinentzündung in Zürich geschont, rechnet mit ihm am Samstag aber „von Anfang an“. Gomez wurde wegen einer Muskelverhärtung im rechten Oberschenkel zur Pause ausgewechselt. Die Verletzung sei aber „kein Problem“ für das Liga-Spiel, sagte er.

Wie wichtig der Alltag für die weltgewandten Bayern bleibt, war noch in der Bankett-Nacht zu spüren. Die Profis sprachen unisono von der Notwendigkeit, in Kaiserslautern zu gewinnen, um auf neun Punkte zu kommen. Schließlich, führte Rummenigge dann doch voller Respekt mit Blick auf Dortmund, Leverkusen, sogar Hannover aus, „können es die anderen auch“.

sid

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