Blatter zu Rummenigge: "Kein Kommentar!"

Rio de Janeiro - FIFA-Präsident Joseph Blatter hat eine Aussage zu der harschen Kritik von Karl-Heinz Rummenigge an den vermeintlich korrupten Strukturen im Fußball-Weltverband verweigert.

“Fragen Sie ihn, was er damit meint. Meinerseits: kein Kommentar“, sagte der 75 Jahre alte Schweizer am Mittwoch in Rio de Janeiro.

Er sei beim Kongress am 1. Juni von der überwältigenden Mehrheit der Mitgliedsverbände wiedergewählt worden, betonte Blatter. “Fragen Sie ihn, wie das zusammenpasst.“ Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender hatte in einem Interview mit der britischen Tageszeitung “The Guardian“ von einem “täglichen Korruptionsprozess bei der FIFA“ gesprochen.

Rummenigge, der auch Vorsitzende der Vereinigung europäischer Topclubs ist, hatte erklärt: “Ich werde ihnen eine Chance geben, aber ich bin bereit zu einer Revolution, wenn das der einzige Weg ist, eine Lösung zu finden.“

Nach den jüngsten Korruptionsskandalen in der FIFA und den Bestechungsvorwürfen im Zusammenhang mit der Vergabe der WM 2022 an Katar forderte Rummenigge die FIFA auf, “zu erkennen, dass es Zeit für Demokratie, Transparenz und das richtige Gleichgewicht innerhalb der Fußball-Familie“ sei. Auch den seit 1998 amtierenden Präsidenten griff der ehemalige Nationalspieler scharf an.

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“Blatter sagt, dass er aufräumen will, aber alleine der Fakt, dass ihm niemand glaubt, sagt dir alles, was du wissen musst“, meinte Rummenigge, der vor wenigen Tagen schon DFB-Präsident Theo Zwanziger wegen dessen Unterstützung für Blatter attackiert hatte. “Ich werde es nicht länger akzeptieren, dass uns Menschen führen, die nicht ernsthaft und sauber arbeiten“, sagte Bayerns Fußball-Chef mit Blick auf die FIFA und das 24-köpfige Exekutivkomitee.

Über den am vergangenen Samstag auf Lebenszeit gesperrten früheren Präsidentschaftskandidaten Mohamed bin Hammam wollte Blatter in der Marina da Gloria ebenfalls nichts sagen. Drei Tage vor der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die WM 2014 in Brasilien warb er um Verständnis für seine Lage. Es werde keine Kommentare von ihm geben zu “den Entscheidungen des Ethikkomitees“, sagte Blatter. Das ehemalige Exko-Mitglied bin Hammam war vom Ethikkomitee wegen angeblicher Bestechung von Funktionären lebenslang gesperrt worden.

“Die FIFA soll jetzt arbeiten, damit wir unseren Ansprüchen gerecht werden können“, sagte der Verbandschef und betonte: “Ich bin nicht alleine, ich arbeite mit dem Exekutivkomitee zusammen. Ich bin kein Diktator, wie das zu lesen war.“

dpa

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