"Rüpel" Ottl zeigt sich zerknirscht

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Andreas Ottl flog vom Feld

Stuttgart - Vielleicht wollte Andreas Ottl ein Zeichen setzen, wollte seine Mannschaftskameraden aufrütteln. Schaut her, auch Hertha BSC kann böse sein. Doch das Mittel war ungeeignet.

Vielleicht wollte er sagen: Auch wir wehren uns, auch wir kämpfen gegen den Abstieg an. Wer weiß?

Das Mittel war jedenfalls untauglich. Mit offener Sohle rauschte Ottl dem Stuttgarter Tamas Hajnal nahe des Mittelkreises von hinten in die Beine. Schiedsrichter Deniz Aytekin hatte ebenfalls kein Verständnis für diese Art Weckruf und schickte den früheren Münchner in der 30. Minute auf direktem Weg per Roter Karte zu Recht in die Kabine. Ottl suchte hernach auch nicht nach Ausflüchten, sondern gestand: „Ich glaube, man kann Rot geben“. Allerdings habe er nicht die „Intention“ gehabt, Hajnal zu verletzen.

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Die Hinausstellung des 26-Jährigen beschleunigte den Zerfall der Hertha-Elf beim 0:5-Debakel am Samstag. Der Gefahr, dass sich dieser Zerfall über diese peinliche Vorstellung hinaus fortsetzt, wollen die Verantwortlichen mit der Entlassung von Michael Skibbe offenbar begegnen.

Noch bevor der Trainer gefeuert wurde, hatte sich auch Ottl in Durchhalteparolen geflüchtet. „Wir haben bewiesen, dass wir schwierige Situationen überstehen können. Das ist jetzt eine sehr schwierige Situation. Jetzt heißt es: Augen zu und durch“, sagte er, wird sich selbst die Reaktion der Mannschaft gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund aber von der Tribüne aus ansehen.

sid

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