Rüffel für Podolski

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Lukas Podolski hat Ärger an der Backe

Köln - Die Unruhe beim 1. FC Köln findet kein Ende. Diesmal mittendrin: Lukas Podolski. Der Nationalspieler wurde für seine öffentliche Einmischung in die am Montag bevorstehende Präsidiumsneuwahl kräftig zurückgepfiffen.

Klub-Ikone Lukas Podolski hat seine Aussagen im Zusammenhang mit den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln und seine Stellungnahme pro Oppositionsteam um Ex-Profi Karl-Heinz Thielen relativiert. „Meine Aussage als Spieler des 1.FC Köln war möglicherweise etwas voreilig. Ich denke, dass unsere Mitglieder unabhängig davon die richtige Entscheidung im Sinne des Vereins treffen werden. Unsere Konzentration gilt jetzt den restlichen Spielen“, ließ der Nationalspieler, der die Geißböcke am Saisonende voraussichtlich in Richtung FC Arsenal verlassen wird, mitteilen.

Zuvor hatte Prinz Poldi erklärt: „Ich würde meine Stimme dem Kölner Team Thielen geben. Ich denke, das steht für fußballerischen Sachverstand - gepaart mit wirtschaftlicher Kompetenz.“ Thielen, FC-Investor Franz-Josef Wernze und der ehemalige FC Vizepräsident Bernd Steegmann wollen sich am kommenden Montag (23. April) auf der außerordentlichen Versammlung den FC-Mitgliedern präsentieren. Der Klub-Verwaltungsrat hat hingegen das Trio Werner Spinner, Markus Ritterbach und Toni Schumacher als offizielle neue Vorstands-Crew nominiert.

Claus Horstmann, Vorsitzender der FC-Geschäftsführung, sagte in Richtung Podolski: „Die Arbeitsverträge verbieten es Spielern, sich unabgestimmt gegenüber den Medien zu äußern. Das gilt auch für Lukas Podolski. In der jetzigen Phase sollte sich jeder einzelne in der Mannschaft ohne Wenn und Aber auf den Klassenerhalt konzentrieren. Das gilt in besonderer Weise für die Führungsspieler. Für die Nominierung des Vorstandskandidaten-Teams ist alleine der FC-Verwaltungsrat zuständig.“

Am Donnerstagmorgen trafen sich die Spinner und Schumacher mit Thielen. „Es war ein gutes Gespräch“, sagte Thielen dem Kölner Express: „Wir haben zusammengesessen. Wir haben verabredet, respektvoll miteinander umzugehen.“ Ein Verzicht auf die Kandidatur kommt allerdings offenbar nicht infrage. Thielen: „An der Ausgangslage hat sich nichts geändert.“ Beide Kandidaten wollen am Montag auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung ihr Programm vorstellen.

Spinner hatte am späten Mittwochabend letzte Zweifel an seinem Antreten bei der Mitgliederversammlung beseitigt. „Wir werden uns am Montag dem Votum der Mitglieder stellen. In den vergangenen Tagen haben wir zahlreiche Gespräche mit Mitgliedern, Fan-Gruppen und Mitarbeitern geführt. Das bestätigt unsere Entscheidung, als Vorstand des 1. FC Köln anzutreten“, teilten Spinner und die designierten Vize-Präsidenten Schumacher und Ritterbach in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Ihre Strategie, mit Unabhängigkeit und Integrationswillen den Verein zu führen, sei richtig. Der 1. FC Köln brauche jetzt „Geschlossenheit, keine Grabenkämpfe“. Einigkeit innerhalb des Vereins habe Priorität. „Eine Spaltung in mehrere Lager ist kontraproduktiv und schadet dem Verein. Deswegen freuen wir uns auf die Mitgliederversammlung am Montag“, hieß es weiter in der Erklärung.

Zuvor hatte das vom FC-Verwaltungsrat vorgeschlagene Triumvirat wegen eines möglichen Machtkampfes um die Klubführung noch mit einem Rückzug gedroht. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Geißböcke am Montag wird ein Nachfolger für den im November 2011 zurückgetretenen Wolfgang Overath gesucht. Sollten die Mitglieder Spinner und Co. in zwei Wahlgängen durchfallen lassen, könnte sich Thielen zur Wahl stellen.

sid

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