Bundesliga-Vorschau

Rückrunde: Neustart für vier Trainer

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Michael Wiesinger steht beim 1. FC Nürnberg an der Seitenlinie

München - Während der FC Bayern seinen Weg zum 23. Titel unbeirrt fortsetzt, steigen vier Trainer mit neuem Arbeitgeber in die Rückrunde. Die Bundesliga-Vorschau zum 18. Spieltag:

Der FC Bayern ist im Titelrennen enteilt. Wer sollte das Starensemble von Trainer Jupp Heynckes aufhalten? Bayer Leverkusen, der Bayern-Jäger Nummer 1, liegt neun Zähler hinter dem Rekordmeister und muss beim Rückrundenstart gleich gegen den Tabellenvierten Eintracht Frankfurt ran, den wie Titelverteidiger Borussia Dortmund zwölf Punkte von den Münchenern trennen. „Den Bayern ist die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen“, sprach BVB-Trainer Jürgen Klopp aus, was die große Mehrheit seiner Kollegen denkt.

Vor dem Duell zwischen Spitzenreiter Bayern und dem Tabellenletzten Greuther Fürth bestehen kaum Zweifel an einem Auftaktsieg von Franck Ribéry und Co. „Es ist wichtig, dass wir gut aus den Startlöchern kommen und ein Zeichen an die Konkurrenz schicken“, forderte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Nach dem Rummel um die Verpflichtung von Startrainer Pep Guardiola zur neuen Saison gilt die Konzentration dem Liga-Alltag. „Wir wollen so souverän wie in der Hinrunde spielen“, kündigte Kapitän Philipp Lahm an. Sein Team gewann 13 der 17 Partien, verlor nur eine.

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Für die drei unmittelbaren Bayern-Verfolger und acht weitere Clubs bis zum Tabellenzwölften Werder Bremen geht es deshalb vor allem um das lukrative internationale Geschäft. Die Bremer liegen nur vier Punkte von einem sicheren Europa-League-Rang (6. Platz) entfernt. Um die Position zu halten, weiter nach oben zu klettern oder nicht abzusteigen, haben die Clubs bisher 22 neue Profis für mehr als 16 Millionen Euro in der Winterpause verpflichtet.

„Für uns ist das Erreichen der Champions League wie eine kleine Meisterschaft“, sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die Leverkusener wollen deshalb erfolgreich gegen das Überraschungsteam aus Frankfurt in die zweite Saisonhälfte starten. „Wir haben beim 1:2 im Hinspiel gesehen, wie stark dieser Gegner ist. Die Zeit ist reif für eine Revanche“, meinte Bayer-Profi André Schürrle.

In Bremen ist man nach einer makellosen Testspielbilanz bereit, Meister Dortmund zu empfangen. „Wir wollen die guten Eindrücke festigen und mit den richtigen Ergebnissen paaren“, sagte Werder-Coach Thomas Schaaf. Offen lässt sein Kollege Jürgen Klopp, ob er Rückkehrer Nuri Sahin einsetzen wird. „Wir gehen da ganz entspannt ran“, meinte Klopp, kündigte aber an, dass der alte Neue zum Aufgebot gehört.

Ein „kleines Spitzenspiel“ bestreitet der Fünfte SC Freiburg beim Sechsten FSV Mainz 05. „Dass wir über die Winterpause beide außergewöhnlich weit oben und nah beieinanderstehen, das befeuert die Vergleiche zwischen den Clubs zusätzlich“, sagte 05-Coach Thomas Tuchel. Freiburgs Mittelfeldakteur Max Kruse sieht aber keinen Verein vor dem Anpfiff im Vorteil: „Es gibt keinen klaren Favoriten.“

Vier Vereine setzen nicht nur auf neue Spieler, sondern auf neue Trainer. Neben dem FC Schalke 04 (Jens Keller) ruhen die Hoffnungen bei 1899 Hoffenheim auf Marco Kurz, beim 1. FC Nürnberg auf dem Duo Michael Wiesinger/Armin Reutershahn und bei VfL Wolfsburg auf Dieter Hecking.

„Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, sagte 1899-Cheftrainer Marco Kurz vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach. Mit der Hypothek von elf Hinrunden-Pleiten, den meisten Gegentreffern der Liga (41) und Platz 16 startet er das Unternehmen Klassenverbleib. Die Gladbacher liebäugeln dagegen mit einem Europacup-Rang, wissen aber noch genau, wie es im Tabellenkeller ist. „Wir kennen die Situation der Hoffenheimer. Vor zwei Jahren waren wir in einer ähnlichen“, sagte Borussia-Trainer Lucien Favre.

So schnell kann es rauf und runter gehen - wie auch der VfL Wolfsburg (15. Platz) erlebt. Neu-Manager Klaus Allofs und Hecking sollen nun die Kehrtwende schaffen. Los geht es gegen den VfB Stuttgart. „Es liegt an uns, ob wir in dieser Saison noch mal angreifen“, meinte Hecking, der aber keinen Zweifel daran hegt, in Liga eins zu bleiben: „Das schaffen wir.“

Nach Heckings Weggang aus Nürnberg sollen zwei Trainer den fränkischen Club vom Tabellenende fernhalten. „Es gab nicht viel Neues zu machen“, berichtete Wiesinger vor seinem Liga-Debüt gegen den Hamburger SV. Die Hanseaten dürfen wieder auf Rafael van der Vaart hoffen. Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hofft, den Neun-Punkte-Abstand zum Relegationsplatz gegen den Vorletzen FC Augsburg zu halten oder sogar auszubauen. „Das wird ein Spiel auf Augenhöhe“, warnt Fortuna-Trainer Norbert Meier, der ein halbes Dutzend verletzte Spieler ersetzen muss.

dpa

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