Rooney: "Vom Teufel besessen" und "Vollidiot"

Wayne Rooney.getty

London - Nach seiner Roten Karte im letzten EM-Qualifikationsspiel in Montenegro steht der englische Superstar Wayne Rooney in der Kritik. Dem Angreifer drohen bei der Endrunde 2012 mehrere Spiele Sperre - und ein weiteres enttäuschendes Turnier.

“Vollidiot“, “bekloppt“, “vom Teufel besessen“ - Rüpel-Rooney wurde nach seinem jüngsten Ausraster von Englands Presse böse abgewatscht. Sogar Nationaltrainer Fabio Capello forderte eine Entschuldigung von seinem Stürmerstar für die Unbeherrschtheit in Podgorica. Die erfolgreiche EM-Qualifikation der “Three Lions“ durch das 2:2 in Montenegro war fast nur eine Randnotiz. Wayne Rooneys Rote Karte und die damit verbundene Sperre zum Auftakt der Fußball-EM 2012 waren das unrühmliche Ende einer bitteren Woche für den 25-jährigen Angreifer von Manchester United. Am Donnerstag waren Rooneys Vater und Onkel in Zusammenhang mit dem schottischen Wettskandal vorübergehend festgenommen worden.

Der Rotsünder wirkte zunächst nicht einmal betrübt, als er nach seinem Tritt gegen den Montenegriner Miodrag Dzudovic vom deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Mit einem Lächeln trat Rooney ab, die Abrechnung danach fiel dafür umso härter aus. “Loony Rooney“ (“der bekloppte Rooney“) titelte zum Beispiel das Boulevardblatt “Daily Star“, in vielen Blättern wurde mit teils wenig schmeichelhaften Adjektiven wieder einmal über Vor- und Nachteile des Gesamtpakets Rooney diskutiert.

“Wild Wayne“ soll sich nach Capellos Aufforderung noch in der Kabine bei seinen Kollegen entschuldigt haben, die sich danach vor ihn stellten. “Ohne Wayne wären wir nicht dort, wo wir jetzt stehen“, sagte Kapitän John Terry. Der Abwehrchef von Bayer Leverkusens Champions-League-Gegner FC Chelsea hoffte auf Gnade: “Ich kann nur hoffen, dass er nun nicht zu hart kritisiert wird.“ Auch Schiedsrichter Stark soll zumindest indirekt als Fürsprecher Rooneys aufgetreten sein. “Vielleicht hilft es Rooney, dass er meine Entscheidung ohne viel Aufheben akzeptiert hat“, wurde der 41 Jahre alte Ergoldinger in der “Daily Mail“ zitiert.

Dabei schien Rooney in den letzten Jahren aus seinen zahlreichen Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Jahrelang gehörten Alkoholexzesse, Prügeleien, Platzverweise in “Wayne's World“ zur Normalität, immer wieder geriet der Hochbegabte aus Liverpools Gosse in die Negativschlagzeilen. Deshalb gilt Rooney in England als Wiederholungstäter. Im WM-Viertelfinale 2006 hatte er gegen Portugal (1:3 nach Elfmeterschießen) die Rote Karte gesehen, bei der WM 2010 in Südafrika hatte er nach der Nullnummer gegen Algerien vor laufender Kamera die englischen Fans beschimpft.

“Ich kann nicht in Wayne hineinschauen, wenn er spielt, aber es ist kein Problem, ihn in einem Vorrundenspiel zu ersetzen“, erklärte Capello, der sich hinterher sogar Vorwürfe gefallen lassen musste, Rooney nach der turbulenten Woche und den Vorfällen um dessen Familie überhaupt aufgestellt zu haben. “Es war kein Fehler, ihn aufgestellt zu haben. Vor dem Spiel wirkte er relaxt“, sagte der 64-Jährige. Nach Rooneys Entschuldigung sei der Fall für ihn erledigt. Rooney selbst will sich erst in den kommenden Tagen äußern.

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare