Ronaldo profitiert vom Versagen eines Kollegen

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Cristiano Ronaldo im Zweikampf mit dem portugiesischen Verteidiger Eliseu Pereira

Malaga - Mit seinem dritten Hattrick in dieser Saison hat Cristiano Ronaldo Real Madrid an die Spitze der Primera Division geschossen. Das Team profitierte dabei aber auch vom Versagen eines anderen Weltfußballers.

Eine turbulente Nachspielzeit näherte sich dem Ende, als Lionel Messi seinen FC Barcelona im Camp Nou doch noch zum Sieg schießen hätte können. Doch der Weltfußballer scheiterte mit seinem Foulelfmeter an Torhüter Javi Varas vom FC Sevilla, das Spiel endete 0:0 - und Barca musste den Erzrivalen Real Madrid in der Tabelle der Primera Division vorbeiziehen lassen. „Messi ist menschlich“, urteilte die Zeitung Sport aus Barcelona am Sonntag, während das Hauptstadtblatt Marca „Superman“ Cristiano Ronaldo feierte.

Der Portugiese schoss Madrid mit seinem dritten Hattrick in dieser Saison beim 4:0 (4:0) gegen den FC Malaga nahezu im Alleingang auf den zweiten Rang hinter dem Überraschungsteam UD Levante, das 3:0 (2:0) beim FC Villarreal gewann und sogar erstmals in seiner 102-jährigen Klubgeschichte an die Tabellenspitze der Primera Division stürmte. Nach acht Spielen hat Real jetzt 19 Punkte auf dem Konto und damit einen weniger als Levante und einen mehr als Barcelona. Dort verkroch sich Messi nach seinem Fehlschuss, doch Trainer Pep Guardiola wollte den kleinen Argentinier nicht zum Sündenbock machen. „Dieser Junge hat uns so viel Freude bereitet, das vergessen wir nicht“, sagte er.

Zumal Messi unter erschwerten Bedingungen antreten musste. Zunächst kickte Sevillas Frederic Kanoute den Ball vom Elfmeterpunkt, der Angreifer sah dafür Gelb. In der Folge entbrannte eine wilde Rangelei, Kanoute ging Barcas Cesc Fabregas an die Gurgel - und sah Gelb-Rot. Nach Darstellung der Sevilla-Profis soll Fabregas den Malier als „Scheißmaure“ beschimpft haben, Barca wies dies zurück. In dieser aufgeheizten Atmosphäre trat Messi dann an - und scheiterte.

Alle Weltfußballer seit 1982

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„Es war mir klar, wo er hinschießen würde. Ich hatte ihn studiert“, sagte Torhüter Varas, der vor allem von den Real-Hausblättern gefeiert wurde. „Ein Krake namens Varas“, schrieb Marca, und nannte die Vorstellung des Keepers mit acht Paraden „spektakulär, denkwürdig, grandios“. AS meinte: „Varas ist schon jetzt eine Legende!“ Der Gelobte verwies auf den Einsatz seiner Vorderleute, zu denen bis zu seiner Auswechslung (62.) auch der ehemalige Hamburger Piotr Trochowski gehörte. Sevilla beendete nach der Gelb-Roten Karte gegen Fernando Navarro ebenfalls in der Nachspielzeit das Spiel zu Neunt.

In Madrid feierten sie derweil den großen Ronaldo. Zwar verdiente sich der deutsche Nationalspieler Sami Khedira für starke 90 Minuten ein Sonderlob von Trainer Jose Mourinho („Khedira? Gut! „), doch der frühere Stuttgarter stand wie sein in der 62. Minute eingewechselter Kollege Mesut Özil klar im Schatten von „CR99“, wie die Blätter Ronaldo nach seinen Treffern 97 bis 99 für Madrid (23., 28., 38.) nannten. Gonzalo Higuain hatte die Führung besorgt (11.), für Ronaldo waren es die Saisontore acht bis zehn, Messi blieb bei zehn stehen.

Nach seinem elften Hattrick für Real verzichtete Ronaldo gar auf eine sonst übliche Geste. Als ihm der Spielball offeriert wurde, wie es Brauch ist nach drei Toren in einer Begegnung, lehnte er dankend ab. „Ich habe keinen Platz mehr“, sagte er dazu achselzuckend.

SID

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