Ribéry hat keine Lust auf Sprüche seiner Kollegen

+
Franck Ribéry ist "heiß" auf das Länderspiel gegen Deutschland.

Bremen - Franck Ribéry traut der französischen Nationalmannschaft den EM-Titel zu. Vorher will er aber unbedingt das Testspiel am Mittwoch gegen Deutschland gewinnen - damit er sich die Häme der Bayern-Kollegen ersparen kann.

„Les Bleus“ spielen zwar in Weiß wie die französischen Matrosen, aber Schiffbruch wollen die Stars der Equipe Tricolore an der Weser nicht erleiden. „Was ist das Risiko? Jeder erwartet, dass wir verlieren, somit ist es sogar eine Extramotivation für uns. Um sich zu verbessern, muss man sich mit den Besten messen“, sagte Frankreichs Nationaltrainer Laurent Blanc vor dem EM-Test am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) in Bremen gegen den WM-Dritten Deutschland, der 100 Tage vor dem EM-Auftakt in Polen und der der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) neben Welt- und Europameister Spanien als Top-Favorit auf den Titel gilt.

In der Hansestadt präsentieren die Franzosen auch erstmals die neuen Auswärtstrikots ihres Ausrüsters. Der Dress ist in Weiß gehalten mit Ausnahme von sieben dünnen blauen Streifen an beiden Ärmeln. Das neue Design ist angelehnt an die Marinieres, die französischen Matrosenhemden. Trotz des jungfräulichen Weiß will die Blanc-Elf aber nicht in Ehrfurcht vor Deutschland erstarren.

Unsere EM-Gegner: Es warten Robben, Ronaldo und Kvist

Unsere EM-Gegner: Es warten Robben, Ronaldo und Kvist

Dafür will auch Bayern-Ass Franck Ribery sorgen, der die meiste Aufmerksamkeit in Reihen des Franzosen auf sich ziehen wird. Am vergangenen Sonntag zeigte der Offensivspieler beim 2:0 gegen Schalke 04 eine Galavorstellung und war als zweifacher Torschütze Matchwinner. Der „Wohlfühlspieler“ (Bayern-Trainer Jupp Heynckes) hat rechtzeitig vor dem Länderspiel-Klassiker seine Top-Verfassung wiedererlangt.

Entsprechend selbstbewusst gibt sich Ribery. „Wir fahren nach Bremen, um zu gewinnen“, sagte der 28-Jährige im Interview mit zdfsport.de: Er habe keine Lust, sich „die ganze Woche unangenehme Sprüche von meinen Mitspielern im Verein anzuhören“. Und der Equipe Tricolore, immerhin Kalenderjahr 2011 in 13 Länderspielen ungeschlagen, traut der Münchner eine Menge zu: „Ich habe das Gefühl, dass wir ein Riesending schaffen können. Ich persönlich will den Titel.“

Das Duell mit dem dreimaligen Welt- und Europameister Deutschland ist für Ribery und seine Teamkollegen eine echte Standortbestimmung: „Deutschland ist und war immer eine große Fußball-Nation. Aber mittlerweile bietet sie nicht nur ein kampfbetontes Spiel, sondern eine attraktive Spielweise. Es ist beeindruckend, wie viele junge deutsche Talente sich stetig weiterentwickeln. Deutschland wird in den nächsten Jahren ganz oben mitspielen.“

Das sieht auch UEFA-Präsident Michel Platini so. „Deutschland hat derzeit das beste Team Europas, sehr jung, sehr kreativ. Kein Punktverlust in der EM-Qualifikation - Ihr seid die großen Favoriten für die Europameisterschaft, zusammen mit Spanien“, sagte Frankreichs Fußball-Ikone im WamS-Interview. Die Mannschaft der Franzosen, die Platini 1984 zum EM-Titel geführt hatte, lebe dagegen nur von einigen wenigen Einzelkünstlern: „Wir haben zwei, drei wirklich gute Spieler wie Karim Benzema und Franck Ribery. Der Rest ist so lala.“ Und Benzema fehlt an der Weser verletzungsbedingt.

Als erste Wahl im Angriff gilt Olivier Giroud (Montpellier), mit 16 Treffern Top-Torjäger der Ligue 1. Aber auch Rückkehrer Louis Saha von Tottenham Hotspur rechnet sich Chancen auf einen Einsatz aus. „Ich habe sieben Leben“, äußerte der 33-Jährige, der als einziger Spieler des französischen Aufgebots schon 2004 bei der EURO in Portugal im Kader gestanden hatte: „Ich will der Mannschaft helfen.“ Und natürlich seine Chancen für die EURO im Sommer wahren.

sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare