Ribery fordert "verrückte Mitspieler"

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Franck Ribéry

Madrid - Weltmeister Spanien geht als großer Favorit in das Topspiel der WM-Qualifikation gegen Frankreich, das nach der überraschenden Pleite gegen Japan verunsichert ist.

Franck Ribery fordert „verrückte“ Mitspieler, Trainer Didier Deschamps neigt sich in seltener Demut: Vor dem Topspiel bei Welt- und Europameister Spanien gibt sich die „Grande Nation“ Frankreich plötzlich ganz klein. „Spanien ist das beste Team der Welt“, sagt Bayern-Star Ribery vor der mit Spannung erwarteten Neuauflage des EM-Viertelfinals am Dienstag (21.00) in Madrid, und auch Coach Deschamps gibt bescheiden zu: „Im Moment können wir ihnen nicht das Wasser reichen, das ist ganz einfach die Wahrheit.“

Mit sechs Punkten aus zwei Spielen haben beie Teams zwar bislang die Maximal-Ausbeute geholt, die Ausgangslagen könnte dennoch unterschiedlicher kaum sein: Während Spanien am vergangenen Freitag zu einem lockeren 4:0 in Weißrussland spazierte und in dem Dreifach-Torschützen Pedro Rodriguez den überragenden Mann des Spieltages hatte, hagelte es nahezu zeitgleich für Frankreich ein gellendes Pfeifkonzert. Eine „jämmerliche Vorstellung“ nannte „Le Parisien“ die Vorstellung beim 0:1 gegen Japan im Stade de France.

Ribéry unter Volldampf: Schräge Fotos

Ribéry unter Volldampf: Schräge Fotos

Alles andere als ein Erfolg des Titelverteidigers, der seit 2007 beachtliche 24 Qualifikations-Spiele in Folge gewonnen hat, wäre wohl selbst für die Franzosen eine Überraschung. „Wir müssen 90 Minuten lang alles geben und wie Verrückte laufen“, sagt Ribery, der gegen Japan nach seiner Einwechslung in der 68. Minute einer der wenigen Aktivposten war: „Wir müssen motiviert und mit Siegeswillen antreten. Anders geht es nicht.“

Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque bereitet derweil höchstens die Frage nach der Aufstellung Kopfzerbrechen. In Minsk agierte „La Roja“ wie schon bei der EM - wo es im Viertelfinale gegen Frankreich ein ungefährdetes 2:0 gegeben hatte - ohne nominellen Angreifer. Gut möglich also, dass Starstürmer Fernando Torres bei der Rückkehr an seine alter Wirkungsstätte zunächst auf der Bank Platz nehmen muss. „Das Atletico-Stadion ist für mich ein ganz besonderer Ort. Es wäre mein erstes Spiel dort seit meinem Abschied im Jahr 2007“, sagte der Chelsea-Stürmer.

Den dritten Sieg in Folge strebt derweil auch der EM-Zweite Italien im Heimspiel gegen Dänemark (20.45) an. Ruhe herrscht im Land des viermaligen Weltmeisters deswegen aber noch lange nicht: Weder das 2:0 gegen Malta noch das jüngste 3:1 in Armenien brachten die Kritiker von Nationaltrainer Cesare Prandelli zum Verstummen. „Wenn die Leute glauben, dass wir nach der EM einfach auf den Platz gehen und alles aus dem Weg räumen, dann ist das deren Problem“, schimpfte Prandelli, der sich gegen Kritik nach dem Sieg in Armenien zur Wehr setzte: „Ich habe mich ernsthaft gefragt, ob ich ein anderes Spiel gesehen habe.“

Vor seinem ersten Einsatz für die Squadra Azzurra seit seinem Doppelschlag im EM-Halbfinale gegen Deutschland (2:1) steht derweil Mario Balotelli nach überstandener Grippe. Auf der Gegenseite setzt Außenseiter Dänemark, der in Mailand auf den ersten Sieg der Gruppenphase hofft, seine Hoffnungen ganz auf den kaum minder exzentrischen Nicklas Bendtner. Der Juventus-Stürmer traf auch beim 1:1 am Freitag in Sofia und darf sich wohl auf eine Sonderbehandlung einstellen.

Das wohl schwierigste Spiel der Gruppenphase wartet derweil auf die „Three Lions“ aus England, die in Warschau bei EM-Gastgeber Polen antreten müssen (21.00). „Neben uns und der Ukraine ist Polen der Favorit in dieser Gruppe. Das wird eine schwierige Aufgabe“, sagte England-Coach Roy Hodgson. Verzichten muss Hodgson auf Frank Lampard, Theo Walcott und Ryan Bertrand.

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