Ribéry: Der Spaß ist zurück

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Franck Ribéry hat wieder Spaß.

München - Franck Ribéry will in der kommenden Saison endlich wieder konstant Weltklasse-Leistungen zeigen. Die Vorzeichen dafür stehen gut - in mehrerlei Hinsicht.

Diese kleinen “großen Momente“ hat Franck Ribéry auch im Trainingslager im italienischen Riva del Garda. Und selbst ein Gewitter über dem Trainingsplatz konnte dem Franzosen am Donnerstagvormittag die Laune nicht verderben. Er lachte trotz strömenden Regens, witzelte mit den Kollegen, freute sich über jede gelungene Kombination mit seinen Offensivpartnern - unter Jupp Heynckes ist bei Bayerns “Diva“ der Spaß zurück: Ribéry wirkt in diesen Tagen motiviert bis in die Haarspitzen.

Dass er ein Weltklassespieler ist, muss der Franzose wohl niemandem mehr beweisen, die fünfte Saison bei den Bayern ist für den 27-Jährigen aber trotzdem eine richtungsweisende. “Große Momente“ gab es viele in den vergangenen Spielzeiten, auf eine “große Phase“ wartet Ribéry seit seinem ersten Jahr an der Isar. “Ich habe den Kopf und den Körper frei, ich will eine große Saison machen“, kündigt Ribéry aber bereits an.

“Die letzten Jahre waren sehr schwer für mich“

Die Vorzeichen stehen sicherlich besser als in den vergangenen Jahren. “Die letzten Spielzeiten unter van Gaal waren sehr schwer für mich“, gibt Ribéry offen zu. In den zwei Trainerjahren des Holländers in München war Ribéry nie mit dem “Tulpengeneral“ warm geworden, jetzt merke er schon in den ersten Trainingseinheiten unter Heynckes: “Es geht sofort gut. Ich habe Spaß“. Auch private Probleme, Verletzungssorgen und den unrühmlichen Auftritt der französischen Nationalmannschaft bei der WM im Vorjahr hat Ribéry hinter sich gelassen: “Ich fühle mich gut und bin sehr zufrieden.“

Erste Vorbereitung ohne Sorgen: “Für mich sehr wichtig“

Es ist die erste Vorbereitung, die der 47-malige Nationalspieler fast komplett mit der Mannschaft absolviert. Muskuläre Probleme hatten Ribéry zwar in den ersten Tagen nach dem offiziellen Trainingsauftakt ausgebremst, aber keine Nachwirkungen gezeigt. Seit Dienstag ist der Franzose voll im Mannschaftstraining: “Das ist für mich sehr wichtig, zum ersten Mal muss ich mich nicht alleine vorbereiten“.

Auch sein Offensivpartner Arjen Robben gibt in den ersten Trainings Vollgas: “Dass die beiden von vornherein dabei sind, ist für die Mannschaft extrem gut“, sagt auch Thomas Müller, der zwischen der gefürchteten Flügelzange spielt: “Ich hoffe deshalb auf einen besseren Saisonstart.“ Bisher standen Bayerns Superstars erst in 37 von möglichen 96 Spielen zusammen auf dem Platz.

Zusammenarbeit mit Lahm könnte Schlüsselpunkt sein

Die Konstanz hat Ribéry in den vergangenen Jahren gefehlt. Hier und da ließ er seine Weltklasse durchblicken, eine Saison wie die erste in München ist ihm bisher kein zweites Mal geglückt. Zugute wird ihm heuer sicherlich kommen, dass in Philipp Lahm wieder ein erfahrener Abwehrspieler zu seinem Hintermann wird. “Ich weiß, was er macht, er weiß, was ich mache. Das kann nur gut für mich sein“, sagt Ribéry.

Ein Einspielen mit den stets wechselnden Außenverteidigern wie unter anderem Diego Contento, Holger Badstuber und Daniel Pranjic war unter van Gaal nicht möglich. “Das war nicht einfach“, sagt Ribéry. Durch die Rückkehr des Bayern-Kapitäns auf die linke Seite erhofft er sich auch mehr Konstanz in seinem Spiel - zumal Heynckes nun bereits öfter betont hat, mehr Abwehrarbeit seiner Offensivleute zu fordern.

Kein Sonderstatus für “Diva“ Ribéry

“Daran müssen wir arbeiten. Das war unser Problem“, gibt Ribéry zu. Der Franzose ist nicht gerade für eine starke Defensivarbeit bekannt. Einen Sonderstatus wird der zweitteuerste Einkauf der Vereinsgeschichte auch unter Heynckes nicht bekommen. “Ich bin nicht fokussiert auf die besten Spieler. Ribéry muss sich ganz normal integrieren“, hatte der 66-Jährige vor wenigen Tagen betont. Sorgen um einen seiner Stars muss sich der Altmeister wohl auch nicht machen: “Ich bin sehr angetan von seinen ersten Einheiten“, lobte Heynckes.

Ribéry läuft und ackert - und einen Sonderstatus behält er wenigstens in der Mannschaft. Ob er die Neuzugänge Manuel Neuer, Rafinha und Nils Petersen schon mit einer kleinen Gemeinheit - Zahnpasta auf der Türklinge oder Ähnliches - begrüßt hätte, wird er gefragt. “Nein“, sagt Ribéry, schaut in die Runde und grinst, um leise hinzuzufügen: “Noch nicht.“ Der Spaß ist zurück.

Hanna Schmalenbach, dapd

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