Nach Hinspiel-Krawallen

Revier-Derby auf Bewährung: Sicherheit im Fokus

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Im Hinspiel kam es zu heftigen Ausschreitungen. Sowohl Dortmunder, als auch Schalker Fans wurden mit Strafen auf Bewährung belegt.

Dortmund - Zum insgesamt 144. Mal stehen sich Borussia Dortmund und Schalke 04 in einem Pflichtspiel gegenüber. Doch selten waren die Vorzeichen derart brisant wie vor dem Duell der Revier-Nachbarn am Dienstag in Dortmund.

Der Kohlenpott kocht, die Bühne für das Spiel des Jahres ist bereitet: In aufgeheizter Atmosphäre geht es in der Dortmunder Festung um Prestige, wichtige Punkte, Platz zwei - und für die Fans im 144. Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 um die Chance zur Bewährung. Appellen der Polizei und Klub-Bosse soll nun am Dienstag (20.00 Uhr/Sky) das erhoffte große Fußball-Fest folgen, denn sportlich waren die Voraussetzungen selten so brisant wie vor dem Duell des aktuellen Tabellenzweiten gegen den nur um einen Zähler schlechteren Dritten.

3000 Sicherheitskräfte werden das Treffen den Revier-Nachbarn begleiten, um Ausschreitungen wie im Hinspiel am 26. Oktober vergangenen Jahres zu verhindern. Der BVB gewann auf Schalke mit 3:1, als Krawalle schwarz-gelber Anhänger wochenlang für Schlagzeilen und Diskussion sorgten. Schalke belegte seine Anhänger mit einem Derby auf Bewährung, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Dortmunder Anhänger mit einem Heimspiel ohne seine Treuesten auf der Südtribüne, ausgesetzt für sieben Monate zur Bewährung.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hofft auf ein „richtig friedliches Fußball-Fest“. Schalkes Vereinschef Clemens Tönnies stimmte in einem Interview in der Bild-Zeitung mit ein: „Beide Klubs und die Polizei tun das Maximale. Ich wünsche mir ein friedliches und faires Derby ohne jede Gewalt.“

Der 57-Jährige wird es sich nicht nehmen lassen, das Spiel im ausverkauften Dortmunder Signal Iduna Park erneut im Schalker Fan-Block auf der Stehtribüne zu verfolgen. „Was ich versprochen habe, halte ich. Und seitdem ich dort nicht mehr auf der Tribüne sitze, haben wir von sechs Derbys beim BVB nur ein einziges verloren.“

Oder anders ausgedrückt: In der Ära von BVB-Trainer Jürgen Klopp (seit 2008) konnte der BVB nur ein Heimspiel gewinnen - am 26. November 2011. Ein weiterer Erfolg soll die Gesamtbilanz verbessern, denn noch immer stehen für die Borussen nur 49 Siege, bei 37 Unentschieden und 57 Niederlage in der Statistik.

Beide Teams begegnen sich im 84. Bundesliga-Duell auf Augenhöhe. „Beide Mannschaften haben hohe Qualität und leiden unter wirklich unfassbarem Verletzungspech“, sagte der gebürtige Dortmunder Kevin Großkreutz in der Zeitung Die Welt und sieht die Chancen bei „50: 50“. „Egal wer das Derby gewinnt, er hat definitiv keine Vorentscheidung im Kampf um die Champions-League-Plätze herbeigeführt. Die Tabelle wird am Dienstagabend nur eine Momentaufnahme sein.“

Die Situation ist besonders beim BVB prekär. Sechs Stammspieler, davon allein drei deutsche Nationalspieler, fehlten allein am vergangenen Samstag in Hannover (3:0), der ersten von neun Begegnungen innerhalb von 27 Tagen. „Dennoch werden wir alles raushauen“, versprach Großkreutz.

Das Derby ist Ehrensache, auch für die Schalke, trotz fünf verletzter Stammspieler. „Unsere Mannschaft weiß, um was es geht. Nach dem Saisonverlauf haben wir überhaupt nichts zu verlieren. Ganz im Gegenteil: Wir können viel gewinnen, zum Beispiel zumindest vorübergehend Platz zwei. Die Spieler werden sich voll reinhängen“, verkündete der Ex-Dortmunder Kevin-Prince Boateng bei Sport Bild plus. Schalke habe gegen größere Gegner diese Saison bislang nicht so gut ausgesehen. Das sei nun die Chance, es vielen Kritikern zu zeigen. Boateng: „Wir werden brennen!“

SID

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