Ronaldos Tore polieren Bilanz von Özil und Khedira

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Sami Khedira gab die Vorlage zum ersten Treffer Cristiano Ronaldos (r.)

Madrid - Mesut Özil und Sami Khedira stehen seit ihrem Wechsel zum dritten Mal in Folge mit Real Madrid im Halbfinale der Champions League. Die Titelreife blieben die Königlichen aber trotz der Tore von Superstar Cristiano Ronaldo schuldig.

 Was Mesut Özil kurz nach Mitternacht twitterte, war irgendwie nur die halbe Wahrheit. „Drei Jahre bei Real - zum dritten Mal im Halbfinale der Champions League“, verbreitete der Deutsch-Türke in Diensten des spanischen Rekordmeisters Real Madrid nach dem Einzug in die Vorschlussrunde der Königsklasse. Özil ließ im Anschluss an das 2:3 (1:0) bei Galatasaray Istanbul - seinem ersten Pflichtspiel im Land seiner Eltern - unter den Tisch fallen, dass für ihn und seinen Nationalmannschafts-Kollegen Sami Khedira in den vergangenen beiden Jahren das Halbfinale auch die Endstation war.

Sollte sich das Team von Trainer Jose Mourinho im kommenden Halbfinal-Duell eine ähnlich lustlose Vorstellung wie in der Türkei leisten, droht den deutschen Legionären ein Halbfinal-Hattrick der unrühmlichen Art. Ein starker Auftritt wie im Viertelfinal-Hinspiel gegen den türkischen Meister (3:0) wird im Kampf der vier besten Mannschaften Europas nicht reichen. So sah es auch Superstar und Doppel-Torschütze Cristiano Ronaldo nach der Partie bei den Türken, die in der Runde zuvor Schalke 04 ausgeschaltet hatten.

„Es ist besser, dass es uns jetzt passiert ist - diesmal war es nach dem Hinspiel nicht entscheidend. Aber dieses Spiel muss uns als Beispiel für die Zukunft dienen“, sagte der Portugiese: „Istanbul hat es uns schwer gemacht, aber in Wirklichkeit waren wir es, die es so kompliziert haben werden lassen. Wir müssen zukünftig einfach sicher gehen, dass wir über 90 Minuten voll da sind.“

Voll da war Ronaldo zum ersten Mal bei seinem Tor in der 8. Minute nach guter Vorarbeit von Khedira und dem nach 81 Minuten ausgewechselten Özil. In der Nachspielzeit (90.+2) sorgte der 28-Jährige mit seinem elften Saisontreffer in der Champions League für den Endstand. Zwischenzeitlich mussten die Königlichen nach den Gegentoren von Emmanuel Eboue (57.) sowie den im Winter verpflichteten Stars Wesley Sneijder (71.) und Didier Drogba (72.) ein wenig zittern.

Madrid beendete das Spiel vor 52.680 fanatischen Zuschauern sogar in Unterzahl, weil Arbeloa dem französischen Schiedsrichter Stephane Lannoy in der Nachspielzeit den „Vogel“ gezeigt hatte. Dennoch darf Real weiter von der „Decima“, dem zehnten Titel im wichtigsten Vereinswettbewerb der Welt, träumen. Und der Traum der Königlichen, die zuletzt 2002 triumphierten, hat nach wie vor denselben Namen: Ronaldo.

„Durch Tore gewinnt man Spiele. Und ich erziele Tore seit ich in Madrid bin“, äußerte der teuerste Fußballer der Welt nach seinem Doppelpack gewohnt selbstbewusst: „Ich fühle mich gut, wie der Rest des Teams. Ich bekomme die Vorlagen und mache meinen Job.“

Ein Sonderlob erhielt Ronaldo auch von seinem Landsmann. „Eigentlich gibt es über ihn nichts mehr zu sagen, seine Statistiken sprechen für sich“, sagte Mourinho, der noch nie mit einer seiner Mannschaften im Viertelfinale ausgeschieden ist: „Niemand mit gesundem Menschenverstand kann an seinen Qualitäten zweifeln.“

sid

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