Real Favorit bei Clasico - Löw und Flick sehen zu

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Favoriten: Mesut Özil, Cristiano Ronaldo und Real Madrid

Madrid - Spanien und die Fußball-Welt blicken am Samstagabend ins Bernabeu-Stadion: Real Madrid und der FC Barcelona treffen sich zum 248. Clasico.

Natürlich ist es nicht normal, wenn die täglich erscheinenden Sportzeitungen wie Marca und AS auf zehn Sonderseiten berichten. Wenn auf dem Schwarzmarkt über 1000 Euro für ein Ticket verlangt werden, wenn bei diversen Internetportalen schon seit Tagen die Uhren rückwärts laufen, wenn selbst die Spielerfrauen analysiert und zwei Kraken-Orakel bemüht werden. Aber was ist schon normal, wenn Real Madrid den FC Barcelona zum ultimativen Showdown im spanischen Fußball empfängt (Samstag, 22.00 Uhr/bwin.com)? In der Clasico-Woche steht das Land kopf.

Anders als in der vergangenen Saison gehen Barca und Superstar Lionel Messi nicht als Favorit in die Partie im Bernabeu-Stadion. Real hat ein Spiel weniger ausgetragen, ist aber Tabellenführer und hat drei Punkte Vorsprung auf den Erzrivalen. Bei den Königlichen hat sich der Frust, der sich in der jüngst titellosen Vergangenheit angestaut hat, in eine ungebremste Offensivkraft umgewandelt.

Diese Deutschen spielten bei Real Madrid

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Cristiano Ronaldo und Kollegen strotzen nach 15 (!) Pflichtspielsiegen in Folge nur so vor Selbstvertrauen. „Die Meisterschaft hat die höchste Priorität“, sagte der Stürmerstar, der allein für 17 der 49 Saisontreffer verantwortlich ist. Hinzu kommt Barcelonas fast unheimliche Auswärtsschwäche. Der Meister und Champions-League-Sieger holte auf fremden Plätzen nur neun von 18 möglichen Punkten.

Kein Wunder, dass nicht nur die Buchmacher Real vorne sehen. Wer bei bwin zehn Euro auf die Mannschaft von Jose Mourinho setzt, erhält nur 23 Euro zurück. Im Falle eines Barca-Sieges wäre man um vier Euro reicher. Der Respekt im Lager der Katalanen ist jedenfalls riesig. „Madrid ist aktuell die stärkste Mannschaft der Welt“, sagte Barcas Mittelfeldmotor Cesc Fabregas vor dem erwarteten Spektakel. Und Torwart Victor Valdez meinte: „Real ist besser als im Vorjahr.“

Anders als im Frühjahr, als die beiden Teams innerhalb weniger Tage viermal aufeinandertrafen, fliegen zwischen den verfeindeten Lagern keine Giftpfeile hin und her. Selbst Mourinho hält sich entgegen seiner Gewohnheiten vornehm zurück und schickt seinen Co-Trainer zur obligatorischen Pressekonferenz.

Unter der Woche hatte der streitbare Star-Trainer noch verlauten lassen: „Der Clasico ist nur ein weiteres Spiel für uns. Auch danach wird das Leben weitergehen.“ Ob Mourinho Mesut Özil und Sami Khedira auflaufen lassen wird, ist noch völlig unklar.

Trotzdem werden Bundestrainer Joachim Löw und sein Assistent Hansi Flick nach Madrid reisen. Am Sonntag steht ein Treffen mit Mourinho sowie den beiden deutschen Nationalspieler auf dem Programm. Außerdem will Löw das Spiel nutzen, um die zahlreichen spanischen Nationalspieler der Teams zu beobachten.

Während für Löw Taktik und individuelle Verhaltensweisen im Vordergrund stehen, hoffen die Fans, dass auch im Clasico das muntere Scheibenschießen zwischen Ronaldo und Messi weitergeht. Während die beiden besten Kicker des Planeten nach Toren in der Liga (jeweils 17) gleichauf liegen, hat Messi in der Clasico-Wertung die Nase vorn.

Der Argentinier traf in 15 Spielen 13-mal, siebenmal in Madrid. Ronaldo kommt nur auf drei Tore in neun Spielen. Das wurmt den Portugiesen, auch wenn er sagt: „Wenn jemand mir den Deal zusagen könnte, dass ich zehn Tore weniger schieße, und wir gewinnen dafür die Meisterschaft, würde ich sofort unterschreiben.“

Das Gesetz der Serie spricht jedenfalls für den Gewinner am Samstag. Seit 2005 wurde Barca fünfmal Meister, Real zweimal. Immer ging der Titel an den Gewinner aus dem Hinrunden-Clasico. Für Real-Legende Alfredo Di Stefano steht der Sieger sowieso schon fest: „Barca kann ruhig kommen. Niemand ist besser als dieses Real. Das Team hat eine unantastbare Sicherheit.“ Aber was ist beim Clasico schon normal.

sid

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