Die "Decima" soll her

Real denkt schon ans Finale

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Haben das Finale fest im Blick: Mesut Özil (l.) und Sami Khedira.

Madrid - Für Real Madrid ist das Halbfinale in der Champions League gegen Dortmund nur eine Durchgangsstation. Die Königlichen wollen sich zum zehnten Mal die europäische Krone aufsetzen.

Kurz vor dem Abflug nach Dortmund zeigte Mesut Özil am Dienstagvormittag der ganzen Welt, wovon er vor dem Halbfinal-Hinspiel in der Champions League träumt. Der deutsche Fußball-Nationalspieler in Diensten von Real Madrid postete auf seiner Facebook-Seite ein Foto von sich, einem großen Pokal und Real-Ikone Zinedine Zidane. Den Schlachtruf „Vorwärts Madrid“ hätte Özil gar nicht hinzufügen müssen, um zu verdeutlichen, dass er vor der Partie am Mittwoch gegen die Borussia (20.45 Uhr/Sky und ZDF) nur eines im Sinn hat: die „Decima“.

"In Madrid bedeutet die 'Decima' alles"

Wie der gesamte Klub sehnen sich Özil, der auf dem Foto mit Zidane „nur“ den spanischen Pokal präsentieren konnte, und sein deutscher Teamkollege Sami Khedira nach dem zehnten Gewinn der europäischen Fußball-Krone. Daraus machen beide Legionäre keinen Hehl. "Als ich nach Madrid kam, sprach hier alles über die 'Decima'. Da ich noch kein Spanisch sprach, wusste ich nicht, worüber sie sprachen. Ich brauchte eine Weile, um es zu verstehen, aber in Madrid bedeutet die 'Decima' alles", sagte Khedira, der mit seinen Mitspielern bei der Ankunft am Flughafen und im Hotel von knapp 50 Fans gefeiert wurde.

Drittes Halbfinale im dritten Jahr

Zum dritten Mal nehmen Özil und Khedira Anlauf auf den ganz großen Triumph. Und zum dritten Mal stehen die früheren Bundesliga-Profis im Halbfinale. In den vergangenen beiden Jahren war die Vorschlussrunde aber gleichzeitig die Endstation für das Starensemble um Cristiano Ronaldo. Der FC Barcelona und Bayern München standen dem spanischen Rekordmeister, der einen Markenwert von 2,53 Milliarden Euro hat, im Weg. Ein erneutes Aus kurz vor dem Finaleinzug möchte Özil nicht noch einmal erleben. „Das Finale ein drittes Mal zu verpassen, wäre schon ziemlich blöd“, sagte der Deutsch-Türke, dessen Elternhaus nur eine halbe Autostunde vom Dortmunder Stadion entfernt liegt, im Kicker: „Wir wollen unbedingt die Champions League gewinnen. Wenn man sich unseren Kader anschaut, haben wir ganz klar die Qualität, jeden Titel zu holen.“

Abergläubische Madrilenen

Auf die Qualität allein wollen sich die Spanier, die zuletzt einem Umsatz von 512,6 Millionen Euro verbuchen konnten, aber in diesem Jahr offenbar nicht verlassen. Als Folge des 1:2 beim BVB im Oktober des vergangenen Jahres in der Gruppenphase meidet der Real-Tross aus Aberglauben seine damalige Herberge. Anstatt im Sportzentrum Kaiserau logieren die Königlichen um Star-Trainer Jose Mourinho, der in Dortmund auf Linksverteidiger Marcelo verzichten muss, diesmal im Radisson Blu.

Diese Deutschen spielten bei Real Madrid

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Ohnehin könnte der Trip nach Dortmund eine der letzten Auslandsreisen des Portugiesen als Real-Trainer sein. Laut eines Berichts der spanischen Zeitung El Pais fordern 15 Profis die Ablösung Mourinhos, der in den vergangenen Wochen unter anderem mit seinem Ex-Klub FC Chelsea und Paris St. Germain in Verbindung gebracht wurde. Eine Entscheidung soll nach Angaben des Trainers, der bisher einmal die Meisterschaft und einem den Pokal mit dem Hauptstadtklub gewonnen hat, aber erst nach Saisonende fallen. „Wir werden uns beizeiten zusammensetzen und die Situation analysieren. Aber zunächst ist es wichtig, die Saison zum bestmöglichen Ende zu bringen“, sagte Mourinho, der vor drei Jahren von Inter Mailand nach Madrid gekommen war und dort immer wieder durch Differenzen mit einigen Spielern für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Die vielen Gesichter des José Mourinho

Die vielen Gesichter des José Mourinho

Nach Ansicht der spanischen Medien hat die Revolte der Profis um den von Mourinho aussortierten Star-Torwart Iker Casillas klubintern aber bereits zum Erfolg geführt. Das Wort von Casillas hat großes Gewicht - schließlich stand der Welt- und Europameister schon beim bisher letzten Triumph im Jahr 2002 gegen Bayer Leverkusen (2:1) im Tor. Für Präsident Florentino Perez soll übrigens ein Name auf der Liste der möglichen Mourinho-Nachfolger ganz oben stehen: Jürgen Klopp.

sid

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