Stimmen zum Rücktritt

"Ballacks Karriereende ist richtig"

+
Michael Ballack bei seinem Abschied von Bayer Leverkusen

Frankfurt am Main - Die Führungsriege des DFB hat nach dem Karriere-Ende von Michael Ballack dessen Verdienste für die Nationalmannschaft und den Fußball allgemein gewürdigt. Reaktionen:

„Er war ein außergewöhnlicher Spieler, der für den DFB und den Stellenwert des gesamten deutschen Fußballs enorm viel geleistet hat“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. „In der Nationalmannschaft hat er über viele Jahre herausragende Leistungen gezeigt, unvergessen bleibt dabei für uns alle insbesondere die WM 2002 in Japan und Südkorea. Es wäre schön, wenn Michael mit seiner großen Erfahrung dem Fußball erhalten bleibt, in welcher Funktion auch immer.“

Die 20 besten deutschen Fußballer seit der Wiedervereinigung

Die 20 besten deutschen Fußballer seit der Wiedervereinigung

Bundestrainer Joachim Löw, der ab 2010 nicht mehr auf Ballack gesetzt hatte, nannte den 36-Jährigen einen großen Fußballer, „der auf der ganzen Welt bekannt ist. In der Nationalmannschaft habe ich Michael stets als Stütze und sehr guten Spieler mit überragenden Qualitäten schätzen gelernt.“ Für den Erfolg habe Ballack alles getan.

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff erklärte, es sei „immer schade, wenn eine große Karriere endet. Andererseits tun sich damit immer auch neue Chancen auf. Michael Ballack gehört zu den verdienten National- und absoluten Ausnahmespielern, der viele Jahre ein prägendes Gesicht war. Auch wenn wir nicht einer Meinung waren, sind wir uns stets mit gegenseitiger Wertschätzung begegnet.“

Die Reaktionen im Überblick:

Berti Vogts (ehemaliger Bundestrainer): „Ich glaube, er hat erkannt, dass er nicht mehr für einen großen Club spielen kann. Sein Karriereende ist richtig. Was soll er in Australien? Viele Australier wollen in Europa spielen. Wie sieht das denn aus, wenn er nun nach Australien gegangen wäre? Vielleicht hätten ihm noch zwei Jahre in den USA gut getan. So wie David Beckham. Ich hoffe, dass Michael dem deutschen Fußball erhalten bleibt - als Manager oder Trainer. Das traue ich ihm zu. Es wäre schade, wenn der deutsche Fußball ihn verliert. Er hat Großes für ihn geleistet.“

Thorsten Fink (Trainer Hamburger SV): „Er ist ein großer Spieler, der den deutschen Fußball jahrelang geprägt hat. Schade, dass er geht. Aber er hatte eine großartige Karriere und kann stolz darauf sein.“

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund): „Er war einer der Größten, die der deutsche Fußball je hervorgebracht hat. Ich ziehe meinen Hut vor ihm und finde es gut, dass er jetzt aufgehört hat und nicht noch drei Jahre irgendwo in der Provinz drangehängt hat.“

Heiner Brand (Sportdirektor des Deutschen Handball-Bundes und Weltmeister-Trainer): „Vor dem, was er fußballerisch geleistet hat, habe ich allergrößten Respekt. Bis 2010 war er eine der dominierenden Persönlichkeiten, auch wenn er nicht immer von allen gut gelitten war, aber das musste er auch nicht. Der Abschied hat mich geschmerzt, wie das gelaufen ist.“

Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender Eintracht Frankfurt): „Er war ein großer Spieler, der torgefährlichste Mittelfeldspieler, den die Bundesliga je hervorgebracht hat. Auch in der Nationalmannschaft hat er großartigen Fußball gespielt. Jetzt ist aber der richtige Zeitpunkt für ihn gekommen, seine Profi-Laufbahn zu beenden. Michael Ballack hat es nicht nötig, in Asien oder Amerika herumzuturnen. Er sollte jetzt seinen Trainerschein machen und seine zweite Karriere im Fußball beginnen.“

Olaf Marschall (ehemaliger Nationalspieler): „Michael hat eine außergewöhnliche Karriere hinter sich, war Kapitän der Nationalmannschaft und hat Großes für den deutschen Fußball geleistet. Es wäre schön gewesen, wenn er noch ein Jahr drangehängt hätte. Aber irgendwann muss auch Schluss sein, und er ist in einem Alter, wo es okay ist, aufzuhören. Wir haben als Spieler tolle Zeiten zusammen verbracht, und vielleicht laufen wir uns in der einen oder anderen Funktion ja noch mal über den Weg.“

Matthias Steiner (Gewichtheber-Olympiasieger): „Ich glaube, das ist die richtige Entscheidung, die er getroffen hat. Fußball spielen soll Spaß machen, wenn er sich quälen muss, bringt ihm das nichts. Er hat uns tollen Fußball beschert. Ich sehe ihn als großen Fußballer. Das sollte als bestimmender Eindruck bleiben.“

Thomas Bach (DOSB-Präsident): „Mit Michael Ballack geht ein großer Fußballer vom Platz, der nicht nur die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft sondern auch den 1. FC Kaiserslautern, Bayer Leverkusen, den FC Bayern München und Chelsea London zu herausragenden Erfolgen und nationalen Titeln geführt hat. Auch wenn ihm der große internationale Titel verwehrt geblieben ist, ist er ein Champion des Fußballs.“

Jens Lehmann (Ex-Nationalmannschaftskollege; im TV-Sender Sky): „Der Zeitpunkt überrascht natürlich! Eigentlich denkt man, man trifft so eine Entscheidung immer am Ende einer Saison. Es ist natürlich schade. Er hatte einen großen Unterhaltungswert während seiner Karriere, er war ein toller Spieler. Irgendwann geht leider alles einmal zu Ende und so hat es ihn jetzt auch erwischt.“

Rudi Völler (Ex-DFB-Teamchef und Sportchef Bayer Leverkusen): „Eine ganz große Karriere ist zu Ende gegangen. Die Entscheidung kam nicht ganz überraschend, nachdem er zuletzt keinen Verein gefunden hat. Es ist seine persönliche Entscheidung. Er war ein ganz, ganz Großer.“

Simon Rolfes (Kapitän Bayer Leverkusen): „Michael hat im Sommer geschaut, ob er noch einen Verein findet, der ihm Spaß macht. Er kann auf eine große Karriere und viel Erfolge zurückblicken. Er war ein wichtiger Spieler für Deutschland und die Nationalmannschaft.“

dpa / sid

Kommentare