Raúl schießt Schalke Richtung Königsklasse

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Raúl bejubelt seinen Treffer zum 2:0

Gelsenkirchen - Weltstar Raúl hat dem Fußball-Bundesligisten Schalke 04 am Ostersonntag drei vorentscheidende Punkte im Kampf um die direkte Qualifikation für die Champions League beschert.

Als Raul in der 71. Minute vom Feld ging, erhoben sich die 61.673 Zuschauer in der Schalker Arena und spendeten tosenden Beifall: Der spanische Weltstar hatte mit einer grandiosen Leistung und seinen Saisontoren Nummer 13 und 14 Schalke 04 ein großen Schritt näher an die Champions League herangeführt. „Er hat eine Superleistung gebracht“, lobte Trainer Huub Stevens nach dem souveränen 3:0 (1:0)-Sieg im Duell der Europa-League-Verlierer gegen Hannover 96 den 34-Jährigen und brachte die Gefühle der Königsblauen auf den Punkt: „Natürlich wünscht man sich, dass er noch ein Jahr bleibt.“

Drei Tage nach dem Viertelfinal-Aus gegen Athletic Bilbao vergrößerten die Schalker vor allem dank Rauls Doppelpack (6. und 47.) den Abstand zu ihrem Verfolger Borussia Mönchengladbach auf fünf Zähler. Den Schlusspunkt hatte Klaas-Jan Huntelaar mit seinem 24. Saisontor gesetzt (63.), der Niederländer liegt damit nur einen Treffer hinter Top-Torjäger Mario Gomez (Bayern München). Hannover, das am Donnerstag gegen Atletico Madrid ausgeschieden war, muss nach der vierten Auswärtsniederlage in Folge hingegen um die Teilnahme am internationalen Wettbewerb zittern.

„Bilbao hatten wir abgehakt. Wir wollten unbedingt die drei Punkte einfahren, das haben wir mit sehr gutem Fußball gemacht. Wir waren etwas frischer als Hannover“, sagte Stevens hochzufrieden. 96-Stürmer Jan Schlaudraff stellte resigniert fest: „Wir hatten von Anfang an keine Chance, wir haben vor der Halbzeit zehn Minuten ein bisschen mitgespielt. Zwei Minuten nach der Pause stand's 2:0, dann kann man hier einpacken. Schalke war uns in allen Belangen deutlich überlegen.“

Das lag vor allem an Raul. Dessen Weltklasseleistung honorierten auf den VIP-Rängen auch Aufsichtsratschef Clemens Tönnies und Manager Horst Heldt bei der Auswechslung mit Standing Ovations. Per Kopf hatte der Spanier sein Team schon früh auf die Siegerstraße gebracht. Nach der Halbzeitpause krönte er mit einem Treffer der Extraklasse seinen starken Auftritt: Auf engstem Raum spielte er erst Konstantin Rausch und dann 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler aus und schob den Ball ins leere Tor. Allein dieses Tor ließ die königsblauen Fans mehr denn je auf eine Vertragsverlängerung des Spaniers hoffen.

„Das ist eine Entscheidung, die er alleine mit seiner Familie treffen muss“, sagte Abwehrspieler Christoph Metzelder, der an Rauls Verpflichtung vor zwei Jahren beteiligt gewesen war: „Ich denke, seine Kinder würden gerne noch ein paar Spiele von ihm hier sehen. Wir versuchen alle, ihn zu überzeugen.“ Schalke hat Raul einen Einjahresvertrag zu deutlich reduzierten Bezügen angeboten, angeblich liebäugelt der Weltstar mit einem Wechsel nach Katar. „Das einzige Argument für Katar ist, dass er mehr Zeit mit seiner Familie am Strand verbringen kann“, sagte Metzelder.

In der ersten Halbzeit kontrollierten die Königsblauen gegen harmlose Gäste die Partie von Beginn an und erwischten einen Start nach Maß. Eine präzise Freistoß-Hereingabe von Jefferson Farfan brachte Raul im langen Eck unter. Wer jetzt dachte, dass die frühe Führung Hannover aus der Reserve locken würde, sah sich getäuscht: Erneut bediente der nach seiner Pause in Bilbao in die Startformation zurückgekehrte Farfan mit einem Steilpass Julian Draxler. Zunächst scheiterte dieser mit seinem Versuch an Zieler, ehe Farfan den Ball aus spitzem Winkel an den Pfosten schoss (16.).

Auch in der Folgezeit beherrschten die Gastgeber den Gegner klar. Erst als die Schalker etwas nachließen, kamen die Gäste durch Didier Ya Konan (29.) zu einer ersten Möglichkeit. Auf der Gegenseite verpasste Raul nach Pass von Atsuto Uchida nur knapp sein zweites Tor (35.).

Hatten sich die die Gäste in der Halbzeitpause einen Plan zurecht gelegt, die drohende Niederlage zu verhindern, durchkreuzte diesen Raul mit seinem zweiten Treffer. Auch nach der Vorentscheidung merkte man den Schalkern die Spielfreude an. Zunächst parierte Zieler einen spektakulären Volleyschuss von Farfan noch mit Mühe (61.), zwei Minuten später war er bei Huntelaars 43. Pflichtspieltreffer machtlos. Hannover wirkte behäbig und konnte die dominanten Königsblauen zu keiner Zeit auch nur ansatzweise in Bedrängnis bringen.

sid

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