Rassismus-Vorwürfe: Terry muss vor Gericht

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John Terry

London - Chelsea-Kapitän John Terry muss sich am 1. Februar 2012 vor einem Gericht in London wegen den Rassimus-Vorwürfen gegen seine Person verantworten.

Rassismus-Vorwürfe erschüttern kurz vor Weihnachten den englischen Fußball. Luis Suarez vom Premier-League-Klub FC Liverpool wurde vom Verband FA zu einer Sperre von acht Spielen und einer Geldstrafe von umgerechnet 48.000 Euro verurteilt, der englische Nationalspieler John Terry vom FC Chelsea muss sich wegen angeblicher rassistischer Schmähungen eines Gegenspielers sogar vor Gericht verantworten.

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Abwehrspieler Terry habe am 23. Oktober während des Liga-Spiels gegen die Queens Park Rangers seinen dunkelhäutigen Gegenspieler Anton Ferdinand angeblich rassistisch beleidigt. Internet-Videos belegten dies. “Ich habe die Metropolitan Police angewiesen, John Terry wegen eines rassistisch motivierten Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung anzuklagen“, sagte die Chefanklägerin der Londoner Staatsanwaltschaft, Alison Saunders, am Mittwoch. Demnach gibt es ausreichend Beweise, um dem Nationalspieler und Kapitän des FC Chelsea den Prozess zu machen. Ab 1. Februar 2012 wird der Fall Terrys vor dem West-London-Magistrates-Gericht verhandelt. Ihm droht eine Geldstrafe.

Im Fall des Stürmers Suarez sah es die FA als erwiesen an, dass der uruguayische Nationalspieler seinen Gegenspieler Patrice Evra von Manchester United in einem Ligaspiel im Oktober rassistisch beleidigt hat. Evra war zitiert worden, wie er dem französischen Fernsehsender Canal Plus berichtete, Suarez habe ein bestimmtes Wort mindestens zehn Mal zu ihm gesagt.

Liverpool: Evras Anschuldigungen “nicht glaubwürdig“

Beide Akteure bestreiten die Vorwürfe vehement, Terry spricht sogar von einem “Missverständnis“. Er sei bestürzt über die Anklage und hofft nun “meinen Namen so schnell wie möglich reinwaschen zu können. Ich habe noch niemals irgendjemanden rassistisch geschmäht und werde alles tun, um meine Unschuld zu beweisen.“

Sowohl Suarez als auch Terry erhielten von ihren beiden Arbeitgebern volle Rückendeckung. Liverpool erwägt sogar, gegen das Urteil der FA vorzugehen. “Der FC Liverpool behält sich nach Einsicht der Begründung der Kommission das Recht vor, Einspruch gegen dieses Urteil einzulegen oder anderweitige Maßnahmen zu ergreifen“, schrieb der Klub auf seiner Webseite.

Als Grund führt der 18-fache englische Meister an, man erachte es als “höchst merkwürdig, dass Suarez aufgrund einer Aussage von Evra schuldig gesprochen wird, obwohl niemand anderes auf dem Spielfeld - inklusive der Mitspieler Evras und der Offiziellen von Manchester United - die fragliche Konversation zwischen den beiden Spielern bestätigen kann.“ Alles in allem seien die Anschuldigungen Evras “nicht glaubwürdig“.

Der FC Chelsea reagierte bestürzt auf die Anklage seines Spielers, sicherte Terry aber volle Unterstützung zu. “Chelsea stand in dieser Angelegenheit immer hinter John Terry und wird dies auch weiterhin tun“, schrieb der Klub auf seiner Webseite. Terry habe gegenüber seinem Arbeitgeber erneut seine Unschuld beteuert und “sich entschlossen gezeigt, alles Nötige zu tun, um diese auch zu beweisen“.

sid

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