Raúl-Verbleib: Heldt macht Hoffnung

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Bleubt Raúl ein Schalker?

Gelsenkirchen - Bei Schalke 04 ist nach dem Sieg die Vertragsverlängerung mit Raúl mehr denn je Thema Nummer eins. Horst Heldt ist vorsichtig optimistisch, während der Superstar sich bedeckt hält.

Erst fielen Horst Heldt nach Raúls Traumtor „die Plomben raus“, dann machte der Sportdirektor von Schalke 04 den königsblauen Fans Hoffnung auf ein weiteres Jahr mit dem Weltstar. „Die angeblich sichere Unterschrift in Katar - das würde mich schon sehr wundern“, sagte Heldt nach der Galavorstellung und dem Doppelpack des Spaniers beim 3:0 (1:0)-Sieg gegen Hannover 96.

Die spanische Sportzeitung Marca hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass Raúl ein unterschriftsreifes Angebot aus dem Emirat vorliegen habe. Dort würde er umgerechnet etwa acht Millionen Euro verdienen, bei Schalke deutlich weniger. „Ihm geht es aber nicht um Geld oder um die Laufzeit des Vertrags, sondern um seine Lebensplanung“, sagte Heldt, der seinem Superstar bei der Entscheidungsfindung Zeit geben will, notfalls auch über das Saisonende hinaus: „Das gebührt einfach der Respekt.“

Noch optimistischer sieht Schalkes Abwehrspieler Christoph Metzelder die Situation seines Freundes Raúl, dessen erster Ansprechpartner er im Team ist: „Das ist eine Entscheidung, die er mit seiner Familie treffen muss. Aber ich denke, dass seine Kinder gerne noch ein paar Spiele von ihm hier sehen würden.“

Metzelder war schon vor zwei Jahren an der Verpflichtung des Stürmers beteiligt und will auch jetzt nichts dem Zufall überlassen. „Natürlich versuchen wir alle, ihn zu überzeugen. Das einzige Argument für Katar ist, dass er mehr Zeit mit seiner Familie am Strand verbringen kann“, sagte er.

Strand und Meer, das dürfte Raúl auch in der kommenden Saison im Ruhrpott nicht erwarten. Dafür könnten ihm die Schalker zumindest sportlich die Eliteklasse bieten, fünf Spieltage vor Schluss haben die Königsblauen 14 Zähler Vorsprung auf den Fünftplatzierten VfB Stuttgart.

„Natürlich spielt die Champions League auch eine Rolle. Aber da kommen viele Faktoren bei seiner Entscheidung zusammen, und wir können nur einige davon beeinflussen. Ob das reicht, weiß nur er“, sagte Heldt, „aber solche Spiele und der jetzige Tabellenplatz sind sicher ein Anreiz, hier zu bleiben.“ Raúl selbst sagte kürzlich, dass er ein „gutes Angebot“ des Tabellendritten vorliegen habe und sich in den kommenden Wochen entscheiden wolle. „Es wird sicherlich noch ein Gespräch geben“, sagte Heldt, der keinen Termin nannte. Er könne aber versichern, „dass ich die endgültige Entscheidung nicht aus der Zeitung erfahren werde“. Raúl wollte sich nach dem Spiel - mal wieder - nicht äußern.

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Die Fans hoffen seit Sonntag wahrscheinlich mehr denn je auf eine Vertragsverlängerung des 34-Jährigen. Sein Kopfballtor in der sechsten Minute war schon sehenswert. Die Krönung lieferte er beim 2:0 (47.), als er den Ball mit der Sohle unnachahmlich elegant an Hannovers Schlussmann Ron-Robert Zieler vorbeizog und ins leere Tor schob.

„Beim zweiten Tor sind mit die Plomben rausgefallen. Ich glaube, dass das ein paar Spieler in der Bundesliga können - aber in so einer Situation, das ist weltklasse“, sagte Heldt. Klaas-Jan Huntelaar (63.) machte mit seinem 43. Pflichtspieltor im 42. Saisonspiel alles klar und übertraf den Schalker Uralt-Rekord von Klub-Legende Herrmann Eppenhoff, der in der Saison 1940/41 insgesamt 42 Tore erzielt hatte.

Hannover fiel durch die vierte Auswärtsniederlage in Folge von Platz fünf auf den achten Rang zurück - entsprechend gedrückt war die Stimmung. Zu keiner Zeit konnten die Niedersachsen Raúl und Co. im Duell der Europa-League-Verlierer in Bedrängnis bringen. „Wir dürfen die Köpfe jetzt nicht hängen lassen. Noch ist alles drin“, sagte 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler mit Blick auf das Rennen um die Europacup-Startplätze.

„Wir waren von Anfang an unterlegen. Das darf gegen Schalke fußballerisch vorkommen, aber nicht kämpferisch“, sagte Stürmer Jan Schlaudraff vor dem wichtigen Spiel gegen den direkten Konkurrenten VfL Wolfsburg. „Wir müssen den Kopf jetzt freibekommen, um nächste Saison wieder in der Europa League zu spielen. Wenn wir die Heimspiele gewinnen, sollte das auch möglich sein.“

sid

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