Pyrotechnik in Frauen-Unterwäsche

Hamburg - In der Diskussion um Fan-Randale hat Hans-Joachim Watzke die Politik kritisiert. Zudem sprach er über die Tricks der Zündler und die Probleme bei den Kontrollen.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vom deutschen Double-Gewinner Borussia Dortmund hat das Vorhaben der Innenminister-Konferenz kritisiert, sich aus der Finanzierung der 51 Fanprojekte in der Fußball-Bundesliga sowie der 2. und 3. Liga zurückzuziehen. „Das Finanzielle ist nicht entscheidend. Aber der Staat hätte dann keinerlei Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten mehr. Er sollte sich daher gut überlegen, ob er aus den Fanprojekten aussteigt“, sagte der BVB-Boss in der Sport Bild.

Bislang zahlen Land und Kommune zwei Drittel und damit rund sechs Millionen Euro, die Klubs ein Drittel (3 Millionen). „Die Politik verweist darauf, dass die Liga die Mehrkosten mit einem Prozent des neuen, ab 2013 gültigen TV-Vertrags, der im Schnitt 628 Milionen Euro pro Saison wert ist, locker tragen kann. Die Forderung nach einer besseren Videoüberwachung, um Chaoten leichter identifizieren zu können, wird beim BVB erfüllt: Für 400.000 Euro wird eine neue Technik installiert“, sagte der 52-Jährige.

Diese Investition ergebe mehr Sinn als der 26. Spieler im Kader, sagte Watzke weiter. Zweifel habe er, ob die geforderten privaten Sicherheitsdienste, die in Zukunft die Einlasskontrollen durchführen sollen, das Problem lösen würden. „Pyrotechnik ist schwer zu finden, Frauen verstecken sie in der Unterwäsche, die Substanzen werden erst im Stadion zusammengemischt. Und wenn 80.000 Fans kontrolliert werden sollen, müssen wir morgens um 8.00 Uhr das Stadion aufschließen“, erklärte der BVB-Boss.

sid

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