PSG: Beckham-Transfer verzögert sich

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Wo liegt die Zukunft von David Beckham?

Doha- Mit der Verpflichtung von Trainer Carlo Ancelotti ist dem französischen Spitzenklub Paris St. Germain ein weiterer Coup gelungen. Der Italiener hat inzwischen seine Arbeit aufgenommen.

Kurz bevor Carlo Ancelotti den kino-artigen Pressekonferenzsaal betrat, lief noch die Titelmusik von „Der Pate“, dem Mafia-Film schlechthin. Der Italiener Ancelotti hat das nicht gehört, doch es hätte ihm sicher gut gefallen. „Il Padrino“, hat der Erfolgscoach und neue Trainer von Paris St. Germain einmal verraten, gehört zu seinen Lieblingsstreifen.

Marlon Brando hat es sich in Francis Ford Coppolas oscargekröntem Film als Don Vito Corleone zur Lebensaufgabe gemacht, zum mächtigsten Mafiaboss von New York City aufzusteigen. Ancelottis Unterfangen nimmt sich da vergleichsweise bescheiden aus. Er wolle PSG „nicht nur in Frankreich, sondern auch in Europa nach ganz oben“ führen, sagte er am Dienstag in Doha/Katar, einen Tag nach den ersten Trainingseinheiten mit seinen neuen Spielern. Vorerst nicht dazu gehört der frühere englische Nationalmannschaftskapitän David Beckham.

Der Superstar soll die Königspersonalie des neureichen, von katarischen Besitzern gepäppelten Klubs werden. Zu gerne hätte sich Kronprinz Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, der an der Spitze der Qatar Sports Investments und damit von PSG steht, mit „Becks“ geschmückt, doch daraus wird nun wohl nichts mehr. Wenn Paris am Mittwoch zum Test ausgerechnet gegen Ancelottis frühere Liebe AC Mailand nach Dubai weiterreist, ist Beckham wohl nicht dabei.

„Der Klub diskutiert das derzeit mit seinen Agenten. Derzeit ist noch keine Entscheidung gefallen“, sagte Ancelotti am Dienstag in der Aspire Academy of Sports Excellence, wo auch Bayern München sein Winterquartier bezogen hat, über einen möglichen Transfer. Der 52 Jahre alte Coach machte jedoch kein Hehl daraus, dass er Beckham, den er bereits bei Milan trainiert hatte, gerne in Paris begrüßen würde. „Ich kann nur sagen, dass er ein sehr professioneller Spieler ist, der seine Arbeit sehr ernst nimmt, nicht mehr.“

Beckham trägt jetzt Jesus an seiner Seite

Beckham trägt jetzt Jesus an seiner Seite

Über einen Wechsel Beckhams, dessen Vertrag bei Los Angeles Galaxy Ende 2011 ausgelaufen ist, wird seit Wochen spekuliert. Ancelotti, hofft man in Paris, könnte helfen, den Star an die Seine zu locken. Zumal er dort auf Sportdirektor Leonardo träfe, einen weiteren Bekannten aus Mailänder Zeiten. „Wir haben ein gutes Verhältnis zu ihm, Carlo und ich“, sagte Leonardo am Wochenende. Die Entscheidung Beckhams hänge aber wohl alleine von dessen Familie ab. Und die, so will die BBC erfahren haben, scheue den Umzug nach Paris - obwohl Gattin Victoria dort nicht auf den gewohnten Luxus verzichten müsste.

Ancelotti, der den Tabellenführer der Ligue 1 erst am vergangenen Freitag übernommen hatte, warb derweil in Doha für seine Mission. „Das ist ein sehr spannendes Projekt“, sagte er. Die Ambition der Kataris, an Europas Spitze zu kommen, begeistere ihn. Er sehe in seinem Engagement „kein Risiko“, fügte er an: „Wir haben ein gutes Team, das die Qualität hat, die Liga zu gewinnen. Und wir wollen attraktiven Angriffsfußball spielen.“

Über weitere mögliche Neuverpflichtungen wollte Ancelotti „nicht reden“, er ergänzte aber: „Wenn welche kommen, bin ich glücklich.“ Vor der Saison hatte PSG 90 Millionen Euro investiert - und war in der Europa League dennoch schon in der Gruppenphase gescheitert. Auch für Ancelotti gibt der Klub aus voller Hand: Mit einem Jahressalär von sechs bis sieben Millionen Euro soll er der bestdotierte Coach der französischen Fußballgeschichte sein.

Als Assistent steht ihm Claude Makelele zur Seite, der erst im vergangenen Sommer bei PSG seine äußerst erfolgreiche Karriere beendet hatte. Dass er sein Debüt auf der Pariser Bank just gegen Milan bestreiten muss, nannte Ancelotti „seltsam. Ich habe da viele Freunde, kenne viele Leute. Aber für das Team ist das ein gutes Training.“

Das Pflichtspieldebüt steht vier Tage darauf im französischen Pokal gegen den Amateurklub Locmine an. Bis dahin hat der „Pate“ Ancelotti sicher nochmal bei seiner möglichen „rechten Hand“ Beckham nachgehakt.

SID

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