Profi-Fußballer gesteht Beteiligung an Raubserie

Berlin - Zwei ehemalige Profi-Fußballer müssen sich wegen ihrer Beteiligung an Raubüberfällen seit Dienstag vor dem Landgericht Berlin verantworten. Einer davon hat bereits überraschend gestanden.

Die beiden ehemaligen Profi-Fußballer vom Drittligisten SV Babelsberg 03, Süleyman Koc und Guido Kocer, müssen sich seit Dienstag wegen ihrer Beteiligung an Raubüberfällen vor Gericht verantworten. Überraschend legte Süleyman Koc am ersten Prozesstag vor dem Landgericht Berlin ein Geständnis ab. Profi-Kicker Guido Kocer, der inzwischen beim Zweitligisten Erzgebirge Aue spielt, will sich erst am nächsten Prozesstag zu den Vorwürfen äußern. Bei der Polizei hatte auch er ein Geständnis abgelegt.

Gemeinsam mit weiteren sieben Angeklagten im Alter von 18 bis 21 sollen die Profi-Fußballer zwischen Februar und April dieses Jahres in Berlin sieben Cafes, Spielhallen und Geschäfte ausgeraubt haben. Dabei sollen rund 20 000 Euro erbeutet worden sein.

“Ich kann nicht Nein sagen“

Zum Zeitpunkt des Überfalls waren Kocer und Koc noch beim SV Babelsberg 03 unter Vertrag. Koc sitzt seit April in Untersuchungshaft. Bislang hatte er die Vorwürfe bestritten. “Die Anklage stimmt, soweit es mich betrifft“, sagte der 22-Jährige vor Gericht. Darüber hinaus räumte er zwar ein, schon bei der ersten Tat am 24. Februar dabei gewesen zu sein. Er bestritt aber, bei dem letzten Überfall am 18. April mitgemacht zu haben.

Nach der Tat waren er und einige Mittäter in der Wohnung seines Bruders festgenommen worden. Nach Angaben von Koc hatte er die Mitangeklagten jeweils zu den Tatorten gefahren und abgeholt sowie in mehreren Fällen das “Startzeichen“ gegeben. “Ich kann nicht 'Nein' sagen“, sagte der 22-Jährige. Es sei aber nicht geplant gewesen, Menschen zu verletzen. Seinen Anteil an der Beute will Koc eigenen Angaben nach jeweils an seinen mitangeklagten jüngeren Bruder gegeben haben.

Koc belastet Kocer

Der 23-jährige Kocer war der Anklage nach nur an einem Überfall beteiligt. Am 8. April dieses Jahres soll er gemeinsam mit Koc und weiteren Mitangeklagten ein Casino in Moabit ausgeraubt haben. Dem Staatsanwalt zufolge hatten Kocer und Koc zunächst gemeinsam den Tatort ausgekundschaftet und Koc später das Zeichen zum Losschlagen gegeben.

Die beiden 20-jährigen Hauptangeklagten kennt Koc eigenen Angaben nach aus dem Moabiter Kiez, in dem er aufwuchs. Der Anklage nach wurden bei den Überfällen Spielautomaten und Tageseinnahmen geplündert und Angestellte von den maskierten Tätern mit Reizgas besprüht oder mit Schwert und Machete bedroht. In einigen Fällen sollen Angestellte auch geschlagen worden sein. Die Mitangeklagten haben für den nächsten Verhandlungstag Einlassungen angekündigt.

Der Prozess wird am 24. November fortgesetzt.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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