Premier-League-Start in Tottenham abgesagt

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Die Krawalle in London haben auch Auswirkungen auf den Premier-League-Start.

London - Wegen den anhaltenden Krawallen in England wurde das Premier-League Auftaktspiel der Totenham Hotspurs gegen den FC Everton abgesagt. Weitere Begegnungen könnten folgen.

Die Krawalle auf Englands Straßen haben nun auch die Premier League getroffen. Gewaltexzesse in London, Birmingham, Liverpool und Manchester mit mehr als 1000 Festnahmen und große Sicherheitsbedenken der Behörden sorgten am Donnerstag für die Absetzung der für Samstag geplanten Partie zwischen Tottenham Hotspur und dem FC Everton.

Nach der Absage des Länderspiels der englischen Nationalmannschaft gegen die Niederlande sowie des Treffens Ghanas mit Nigeria (in Watford) und von insgesamt fünf Ligapokalspielen fiel damit bereits das achte Fußballspiel den Ausschreitungen zum Opfer.

In London hätte neben den Spurs am Wochenende auch noch Aufsteiger Queens Park Rangers (gegen die Bolton Wanderers) und der FC Fulham, der Aston Villa empfängt, Heimrecht. Im Londoner Stadtteil Tottenham hatten die Krawalle am vergangenen Wochenende ihren Ausgang genommen.

 “Die Situation hat diese Absage erforderlich gemacht“, erklärte Premier-League-Geschäftsführer Richard Scudamore gegenüber SkySports, “die Polizei hat einen fantastischen Job gemacht, aber sie konnte für Tottenham nicht die absolute Sicherheit garantieren.“ Weitere Spielabsagen in der englischen Eliteliga schlossen die Verantwortlichen zunächst aus. “Bei den anderen neun Begegnungen sieht es positiv aus“, sagte Scudamore. Nachholtermin für die Partie an der White Hart Lane ist der kommende Donnerstag.

Die Meinungen zur Spielabsage sind geteilt

Die Protagonisten waren geteilter Meinung über die Entscheidung der Premier League. “Es ist wichtig, dass die Sicherheit aller Beteiligten gewährleistet wird“, begrüßte Evertons australischer Mittelfeldspieler Tim Cahill die Absage der Partie. Tottenhams Trainer Harry Redknapp dagegen fürchtet, dass sein Team durch den verspäteten Saisonstart einen entscheidenden Nachteil hat: “Wenn alle Spiele abgesagt werden, ist es in Ordnung“, so der 64-Jährige, “aber wir wollen nicht in die Situation kommen, dass alle Anderen starten und wir ohne Punkte dastehen müssen.“

Mit Blick auf den Saisonstart hofft man in der Premier League auf ein rasches Ende der Unruhen: “Der Fußball hat durch diese Ereignisse genug gelitten“, sagte Evertons Trainer David Moyes, “die Situation entspannt sich hoffentlich rasch, damit Zehntausende von Fans das mit am meisten erwartete Wochenende des Jahres, den Start in der Premier League, genießen können.“

Liverpools Kapitän Steven Gerrard pflichtete Moyes vor dem Saisonauftakt der “Reds“ am Samstag gegen den FC Sunderland bei: “Wir wollen nicht, dass einige Wenige einen so großen Einfluss nehmen auf die vielen Menschen in dieser Stadt, die den Fußball lieben.“

SID/dpa

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