Randale in Warschau

Hooligans attackieren Fans - Deutscher verletzt

Warschau - Gewalt und Hass statt friedliches Fußballfest: Hooligans randalieren beim EM-Spiel Polen - Russland in Warschau. Die Polizei nimmt 184 Personen fest. Unter den Verletzten ist offenbar ein Deutscher.

Bei den schweren Ausschreitungen vor dem EM-Gruppenspiel am Dienstag zwischen Gastgeber Polen und Russland (1:1) hat die Polizei nach offiziellen Angaben 184 Personen festgenommen, darunter allein 157 polnische Hooligans. Je zehn Polizisten und Zivilisten seien verletzt worden, darunter ein Deutscher. Das bestätigte die Warschauer Polizei am Mittwochmorgen. Die Auswertungen der Überwachungskameras dauerten noch an, hieß es, weitere Festnahmen seien geplant.

Russische Medienberichte über ein Todesopfer hatte die Warschauer Polizei schon in der Nacht dementiert. Von den Verletzten schwebe keiner in Lebensgefahr. Ein Film auf Youtube zeigt einen polnischen Fan, der bewegungslos auf einer Brücke lag, umringt von Polizisten.

Polnische Hooligans greifen russische Fans an

Polnische Hooligans greifen russische Fans an

Bei den heftigen Auseinandersetzungen, die nach Provokationen polnischer Hooligans während eines Fanmarsches von mehr als 1000 russischen Anhängern zum Nationalstadion entbrannt waren, hatte die Polizei hart durchgegriffen. Sie setzte Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse gegen die Hooligans ein, die die Beamten mit Flaschen und Steinen bewarfen. Die Polizei beschlagnahmte Schlagstöcke, Schlagringe und andere Waffen.

„Leider wollte nicht jeder an dem Sport-Spektakel teilnehmen. Aggressives, vulgäres und rechtswidriges Verhalten machte das polizeiliche Einschreiten erforderlich“, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Neben den 157 polnischen Hooligans seien 24 Russen sowie Personen aus Spanien, Ungarn und Algerien festgenommen.

Nach dem Spiel und in der Nacht blieb die Lage vor allem dank massiver Polizeipräsenz relativ ruhig. Auf Plätzen und großen Straßen patrouillierten Einsatzhundertschaften in Kampfausrüstung, die Sicherheitsvorkehrungen vor der russischen Botschaft und dem Teamhotel der Sbornaja wurden verschärft.

sid

Rubriklistenbild: © dpa

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