Nach Derby BVB - Schalke

Polizeipräsident: Dann eben "Geisterspiele"

Dortmund - Der Dortmunder Polizeipräsident Norbert Wesseler sieht nach den Krawallen beim Bundesligaderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 "Geisterspiele" als letzte Möglichkeit.

„Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir überlegen müssen, ob zukünftig Spiele ohne Gästefans stattfinden oder verschoben werden müssen. Und als letzte Möglichkeit drohen Geisterspiele, wenn Vereine und Fans nicht endlich handeln“, sagte Wesseler der „Bild“-Zeitung (Dienstagsausgabe).

Wesselers Sprecher Wolfgang Wieland betonte, Geisterspiele wären sicherlich das letzte Mittel. Das Polizeigesetz gebe das aber her, wenn die Gefahrenlage zu groß werde. „Zuvor müssten alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden“, sagte Wieland der dpa. Dazu zählen laut Polizei Stadionverbote mit Meldeauflagen, Bereichsbetretungsverbote, eine Verringerung der Gästezahlen im Stadion und am Ende der gänzliche Ausschluss von Gästefans. Solche Möglichkeiten müssten aber zuerst nach abgestuften Modellen geprüft und angewendet werden.

Die Hürden, um Geisterspiele durchzusetzen, wären letztlich hoch, sagte Wieland. Solche Entscheidungen müssten vor Gericht Bestand haben. Nordrhein-Westfalens Innenminister (SPD) hat nach den Krawallen die Profivereine aufgefordert, sich noch stärker von Gewalttätern unter den Fangruppen abzugrenzen und mehr in die Sicherheit zu investieren. Radikale Lösungen wie Zuschauer- Aussperrungen lehnte er ab. Das treffe die falschen.

dpa

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