Polizei fordert lebenslange Stadionverbote

Hannover - Im Kampf gegen gewaltbereite Fußballfans fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) härtere Strafen und lebenslange Stadionverbote.

 “Für manche gewalttätige Fans scheint ein Stadionverbot ein Symbol der Anerkennung zu sein. Deshalb sollte vor Ende eines Stadionverbotes eine Prognose erstellt werden, ob derjenige wieder auffällig werden wird“, heißt es in einem Positionspapier des niedersächsischen Landesverbandes der DPolG, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

“Wer die Masse der friedlichen Fans für das Ausleben seiner Gewaltgelüste missbraucht, muss notfalls ein lebenslanges Stadionverbot erhalten.“ Die Polizei geht bundesweit von rund 15 000 Problemfans aus. Fünf Tage vor der öffentlichen Anhörung des Sportausschusses des Deutschen Bundestages zum Thema “Gewalt in und um Fußballstadien“ hofft DPolG-Landeschef Thomas Kliewer damit auf einen Konsens mit Innenminister Uwe Schünemann (CDU). “Anschließend könnten wir dann bundesweit für unsere Positionen werben“, sagte Kliewer. Schünemann hatte sich im November ebenfalls für lebenslange Stadionverbote ausgesprochen.

Gewalt in Stadien sei ein bundesweites Problem und die größte Herausforderung der Fußballverbände in den kommenden Jahren, sagte Kliewer. “Wir fordern eine Strategie von allen Verantwortlichen, die einerseits konsequent gegen Gewalttäter vorgeht, andererseits die Prävention stärkt. Deshalb müssen auch die Vereine stärker in die Pflicht genommen werden.“

Die Verantwortung der Vereine endet aus Sicht der DPolG nicht an den Stadiontoren, sondern gilt auch für die An- und Abreise. Dieses wachsende Problem sei polizeilich nur schwer zu lösen, da die Polizisten nicht überall gleichzeitig sein könnten. “Die Sicherheitsbeauftragten der Vereine müssen ihrer Verantwortung auch außerhalb der Stadien nachkommen.“

Die von Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ins Gespräch gebrachte Einführung von elektronischen Gesichtsscannern passe durchaus in das Konzept. Jedoch seien dort wohl Probleme mit dem Datenschutz vorprogrammiert.

dpa

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