FC-Bayern-Taktik geht nicht auf

Lewandowski-Poker wird zur Endlos-Debatte

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Robert Lewandowski hat in Dortmund einen Vertrag bis 2014

München/Dortmund - Die Spekulationen über die Zukunft von BVB-Angreifer Lewandowski nehmen kein Ende. Dabei geht die Taktik der Münchner Vereinsführung, die Aufregung abzuschwächen, nur bedingt auf.

Fast täglich kursieren neue Gerüchte. Kein Bundesligaspieler sorgt derzeit für so viel Aufsehen wie Robert Lewandowski. Unabhängig vom Nachrichtenwert garantiert jede Äußerung des Dortmunder Profis, seines Beraters oder der beteiligten Clubs einen Medien-Hype.

Angesichts der wachsenden Aufregung um den angeblich bevorstehenden Wechsel des Angreifers zum FC Bayern warb Karl-Heinz Rummenigge bei den Münchner Spielern um „mehr Gelassenheit“. „Es werden noch viele Gerüchte aufkommen, das hängt ja auch mit unserem neuen Trainer zusammen“, kommentierte der Vorstandsboss.

Zur unendlichen Geschichte tragen die Hauptdarsteller mit zum Teil widersprüchlichen Aussagen bei. Dabei tut sich vor allem der stets um Profilierung bemühte Lewandowski-Berater Cezary Kucharski hervor. Dessen jüngstes Statement im polnischen TV ließ den Schluss zu, dass der Wechsel des polnischen Nationalspielers schon im Sommer ansteht.

Kaum hatte sich die Aufregung gelegt, ergriff Lewandowski das Wort. „Ich habe einen Vertrag bis 2014 - von daher ist es klar, dass ich mir auch sehr gut vorstellen kann, nächste Saison weiter beim BVB zu spielen“, wird er in der jüngsten Ausgabe der „Sport Bild“ zitiert.

Doch auch die Bayern tragen eine Mitschuld an der „enervierenden Endlosdebatte“ („Süddeutsche Zeitung“). Kein Münchner hat bisher das Interesse an einer Verpflichtung des 24 Jahre alten BVB-Profis dementiert.

Den jüngsten Versuch, die Gerüchteküche abzukühlen, unternahm Rummenigge in Interviews des „Münchner Merkur“ und der „tz“ (Mittwoch). Demnach will man mit dem künftigen Coach Pep Guardiola „noch nicht“ über Neuzugänge gesprochen haben: „Wie ich ihn verstanden habe, sieht er es nicht für notwendig, dramatisch einzukaufen. Wir werden unsere Personalentscheidungen dieses Jahr aber sicher auch erst spät fällen“, erläuterte Rummenigge.

Offensichtlich sind die Bayern-Bosse darum bemüht, das derzeit harmonische Binnenklima nicht zu gefährden. Einfach wird das nicht: Schließlich verfügt der Rekordmeister mit Mario Mandzukic, Mario Gomez und Claudio Pizarro allein über drei namhafte Mittelstürmer. Und die sind von den vermeintlichen Plänen der Vereinsführung wenig begeistert. „Ein Bekenntnis im Moment sieht anders aus für die Stürmer, die da sind“, klagte Gomez unlängst.

Die Taktik der Münchner Vereinsführung im Fall Lewandowski geht nur bedingt auf. Längst wird darüber diskutiert, ob ein Kauf des auch im Ausland umworbenen Polen überhaupt Sinn macht - nicht nur bei den Fans. „Ich bin der Meinung, dass wir sehr gute Mittelstürmer haben. Ich sehe überhaupt keinen Bedarf“, kommentierte Vizepräsident Karl Hopfner vor dem Pokalduell der deutschen Branchenführer aus München und Dortmund an diesem Mittwoch.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kam Ehrenpräsident Franz Beckenbauer: „Notwendig ist es eigentlich nicht. Ein großer Transfer macht für mich wenig Sinn.“ Es passt zum „Kaiser“ und zum ewigen Hin und Her, dass er seine Aussage unmittelbar relativierte: „Ich würde Lewandowski natürlich nehmen, ihm aber in Aussicht zu stellen, dass er auch spielt, dürfte schwierig werden.“

dpa

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