Start des DFB-Pokals

Favoritenmotto: Bloß nicht straucheln

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FCA-Coach Markus Weinzierl will sich die Blamage eines möglichen Pokal-Aus gern ersparen.

MÜnchen - Der FC Augsburg eröffnet aus Sicht der Bundesligisten die neue DFB-Pokal-Saison. Beim Regionalligisten aus Wilhelmshaven soll die Generalprobe gelingen. Lübeck will wieder zum Pokalschreck werden.

Für den FC Augsburg ist der wenig spektakulär anmutende Pflicht-Kick an der Nordsee eine nette Abwechslung vor dem Start ins zweite Bundesligajahr. Beim viertklassigen SV Wilhelmshaven müssen die Schwaben an diesem Freitag (20 Uhr) ran - und eröffnen damit zugleich die erste DFB-Pokal-Runde aus Sicht der Bundesligisten. Schon vor den ersten Auftritten der Spitzenteams vom BVB, Schalke und Bayern will der FCA sein Zweitrundenticket lösen. Möglichst mühelos, standesgemäß und bloß ohne neue Verletzte.

In den beiden anderen Freitagspartien sind die Zweitligaclubs Eintracht Braunschweig (19.00 Uhr, beim VfB Lübeck) und FSV Frankfurt (19.00 Uhr, bei Sonnenhof Großaspach) favorisiert - ebenfalls im Duell mit Regionalligisten. Insgesamt messen sich in der Auftaktrunde 32 Amateurclubs mit den 32 Profivereinen.

Die Augsburger sind höchst bedacht darauf, dass ihr Spiel medial möglichst wenig Wind entfachen wird. Das nämlich dürfte allenfalls dann der Fall sein, wenn sich der Favorit keinen Strauchler erlaubt. „Unsere Konzentration richtet sich auf Wilhelmshaven“, sagte Trainer Markus Weinzierl. Allerdings muss der FCA wohl ohne seine Kreativspieler Ja-Cheol Koo und Jan Moravek (beide mit Trainingsrückstand) auskommen.

DFB-Pokal-Sensationen seit 1990

DFB-Pokal-Sensationen seit 1990

Die Außenseiter aus Wilhelmshaven treten bereits zum vierten Mal im DFB-Pokal gegen einen Bundesligisten an, bisher setzte es aber jedes Mal vier Gegentore und eine klare Niederlage: 1980 gegen Bochum, 2007 gegen Lautern, schließlich auch vor zwei Jahren gegen Eintracht Frankfurt. Um die Bilanz aufzubessern, hat Trainer Christian Neidhart Augsburg nun sogar beobachten lassen - um sich später nicht vorwerfen lassen zu müssen, die kleine Chance aufs Weiterkommen nicht ernst genommen zu haben.

„Wir schauen uns jeden Gegner ein-, zweimal an. Und auch gegen einen Erstligisten ist eine Überraschung machbar. Deshalb muss ich meine Mannschaft so gut wie möglich vorbereiten“, kommentierte der 43 Jahre alte SVW-Coach in der „Wilhelmshavener Zeitung“.

Mit ziemlich großem Selbstvertrauen greift Braunschweig in den Pokal ein, die Niedersachsen führen nach zwei Partien die 2. Liga noch verlustpunktfrei an. „Wir müssen uns vor niemandem verstecken“, tönte Abwehrmann Deniz Dogan. Lübeck allerdings ist für Pokalüberraschungen bekannt, vor drei Jahren schmiss der VfB etwa Mainz 05 in Runde eins raus. Trainer der Norddeutschen ist pikanterweise auch noch ein Ex-Braunschweiger: Ramazan Yildirim lief von 2007 bis 2009 für die Eintracht auf. „Wahnsinn, dass es schon nach so kurzer Zeit zum Duell kommt“, meinte er.

dpa

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