Podolski: Solbakkens kryptische Äußerung

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Stale Solbakken mit Lukas Podolski

Köln - Beim 1. FC Köln gibt es anscheinend kaum noch Hoffnung auf einen Verbleib des Publikumslieblings Lukas Podolski. Stale Solbakken tätigte eine kryptische Äußerung.

Hauptdarsteller Lukas Podolski strahlte und bemühte sich um Normalität, doch die Aussagen seines Trainers ließen wenig Spielraum für Interpretationen. Der Nationalspieler, Publikumsliebling und Torjäger wird seinen Lieblingsklub 1. FC Köln aller Voraussicht nach zum zweiten Mal verlassen und zum FC Arsenal nach England wechseln.

„Ich weiß etwas mehr als ihr“, sagte Trainer St†le Solbakken am Mittwoch lächelnd zu den Journalisten und deutete auch an, dass Podolskis Entscheidung bereits gefallen ist. „Er weiß viel“, sagte der Norweger ziemlich unzweideutig: „Aber für mich ist wichtig, dass er alles unter Kontrolle hat und sich auf die kommenden Spiele konzentrieren kann.“

In den vergangenen Wochen hatte der Coach, der trotz des Entzugs der Kapitänsbinde ein vertrauensvolles Verhältnis zum 95-maligen Nationalspieler pflegt, stets betont, er rede täglich mit Podolski und wisse, dass dessen Entscheidung noch nicht gefallen sei. Genau dieses Bekenntnis vermied er nun auch auf mehrere Nachfragen - er sagte stattdessen: „Lukas ist im Moment FC-Spieler. Und wir wissen, dass er es bis zum Ende der Saison sein wird. Dann müssen wir sehen, was passiert.“

Indirekt warb der Trainer sogar schon um Verständnis für die Entscheidung Podolskis, die wohl bald öffentlich werden wird. „Lukas' Entscheidung ist wichtig für uns alle, aber auch für ihn. Das müssen wir respektieren“, sagte Solbakken. FC-Geschäftsführer Claus Horstmann wollte die Meldungen über die Einigung auf SID-Nachfrage ebenfalls nicht dementieren, sagte nur: „Wir äußern uns nicht.“

Auch Podolski, der nach einer gerade ausgeheilten Fußverletzung nicht bei der Nationalelf weilte und dafür in Köln trainierte, äußerte sich vor Journalisten ebenfalls nicht. Mit den Fans posierte er dafür gut gelaunt für Fotos, geduldig schrieb er unzählige Autogramme. Böse Worte musste er sich nicht anhören.

Das zeigte, dass Podolski den in den vergangenen Wochen offensichtlichen Kampf gegen den „Schwarzen Peter“ im Falle eines Wechsels anscheinend gewonnen hat. Die Anhänger haben mehrheitlich Verständnis für den Wechsel des „kölschen Prinzen“ und geben der Vereinsführung wegen vermeintlicher Versäumnisse und nicht eingehaltener Zusagen die Schuld.

Dem FC bleibt angesichts des bis Sommer 2013 laufenden Vertrages wohl nur noch die Aufgabe, eine möglichst hohe Ablösesumme für Podolski herauszuschlagen. Nach Angaben der Bild-Zeitung steht nur diese Einigung noch aus, nachdem sich der 26-Jährige und Arsenal über sämtliche Rahmendaten bereits verständigt haben. Die zu erwartenden 15 bis 20 Millionen Euro klingen im ersten Moment nach einem warmen Geldregen, relativieren sich aber angesichts der 30 Millionen Verbindlichkeiten des Klubs sowie der Tatsache, dass Ersatz verpflichtet werden muss und ein Teil der Podolski-Millionen an Sponsoren geht, die seine Rückkehr von Bayern München 2009 möglich gemacht hatten.

Podolski würde in London auf seinen Nationalmannschaftskollegen Per Mertesacker und den nahezu perfekt deutsch sprechenden Teammanager Arsene Wenger treffen. Die Gunners, die als Vierter derzeit um die Qualifikation für die Champions League bangen, hatten am Sonntag in ihrer Halbjahresbilanz einen Gewinn von umgerechnet 58,5 Millionen Euro ausgewiesen und eine Investition eines Großteils der Summe in die Mannschaft angekündigt.

sid

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