Podolski schmollt - und spürt Schürrles Atem

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Lukas Podolski.

Düsseldorf - André Schürrle hat mit seinem Auftritt gegen Belgien Werbung in eigener Sache gemacht, Bankdrücker Lukas Podolski dagegen schmollte auf der Bank. Lesen Sie hier, was Schürrle über Podolski sagt.

Lukas Podolski schmorte 90 Minuten lang auf der Ersatzbank und schlich anschließend wortlos in den Mannschaftsbus, sein Konkurrent Andre Schürrle schoss ein Traumtor und genoss das Rampenlicht. Der Leverkusener war in Düsseldorf als Poldi-Ersatz bester Akteur beim 3:1 (2:0) der deutschen Nationalmannschaft im abschließenden EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien und unterstrich im Duell mit dem Kölner seine Ambitionen auf einen Stammplatz.

„Ob Poldi jetzt sauer ist, weiß ich nicht. Ich kann nur sagen, dass ich grundsätzlich immer von Anfang an spielen möchte und mich über das Vertrauen gefreut habe. Ich denke, der Bundestrainer weiß, was er an mir hat und war auch recht angetan von meiner Leistung“, sagte der 20 Jahre alte Flügelflitzer vom Bundesligisten Bayer Leverkusen im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Wie einst der frühere Superstar Diego Maradona bei der WM 1986 hatte Schürrle in der 33. Minute nach einem Pass von Mario Gomez dem herauseilenden Belgien-Keeper Simon Mignolet mit einem gekonnten Lupfer keine Chance gelassen. Intuitiv hatte sich der pfeilschnelle Außenstürmer in der Eins-zu-Eins-Situation gegen einen Schlenzer mit dem Innenrist, und für einen herrlichen Heber zum 2:0 entschieden.

„Über das Tor bin ich sehr glücklich, ich habe mich sehr über diese gelungene Aktion gefreut. Ich habe gesehen, dass der Keeper am Boden lag, da haben ich mich für den Lupfer entscheiden. Sonst zirkele ich den Ball ja auch mal gerne ins lange Eck, in dem Fall war aber der Lupfer das Richtige“, sagte Schürrle, der mit fünf Treffern nach zehn Länderspielen eine beeindruckende Bilanz aufweist.

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Und neben seinen Toren war Schürrle auch spielerisch in den zehn bisherigen Auftritten für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stets eine Bereicherung. Gegen Belgien hatte er bis zum 1:0 durch Mesut Özil als einziger deutscher Profi dem aggressiven Spiel der Belgier etwas entgegenzusetzen. „Belgien hat die Räume für uns zu Beginn sehr eng gemacht, erst nach dem Tor zum 1:0 haben wir das besser in den Griff bekommen. Und über die gesamten 90 Minuten hinweg hat man gesehen, wie bärenstark wir sind“, sagte Schürrle.

Das Selbstbewusstsein des ehemaligen Mainzers wird acht Monate vor EM-Beginn zunehmend größer. Widersacher Podolski muss sich in den kommenden Wochen ordentlich steigern, sonst könnte der Platz in der ersten Elf schon bald passe sein. „Natürlich will man immer spielen, aber letztlich entscheidet der Trainer“, sagte Schürrle und bleibt vorerst noch diplomatisch. Dass er auf dem besten Weg ist, Podolski den Rang abzulaufen, ist ihm aber bewusst. Und auch, dass er ebenso wie Mario Götze von Borussia Dortmund und Mesut Özil von Real Madrid gegenüber Poldi in dieser Saison einen immensen Vorteil besitzt.

„Mario, Mesut und ich stehen mit unseren Vereinen ja in der Champions League und werden so noch mehr Erfahrung auf diesem hohen Niveau sammeln. Denn dort wird mit einer sehr hohen Ballsicherheit gespielt“, sagte Schürrle, der bereits im August in Stuttgart beim 3:2 gegen Rekordweltmeister Brasilien traf - und gegen Barcelonas Dani Alves, einem der besten Rechtsverteidiger der Welt, brillierte.

Freiwillig wird „Prinz Poldi“, dessen Quote von 43 Toren in 90 Länderspielen wahrlich noch immer beeindruckend ist, seinen Platz im Nationalteam aber nicht hergeben, zumal die EM 2012 in seiner Heimat Polen ausgetragen wird. „Wenn ich meine Leistung bringe, dann gehört mir diese Position auch in den nächsten Jahren. Der Bundestrainer weiß ja, was er an mir hat. Denn ich habe in der Vergangenheit in der Nationalmannschaft schon einiges geleistet“, hatte Podolski zuletzt erklärt. Doch nach den Spielen in der Türkei und gegen Belgien sind Podolskis Aktien weiter gefallen.

sid

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