UEFA-Präsident über WM 2022

Platini: Fußball in Katar im Sommer unmöglich

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Nürnberg - UEFA-Präsident Michel Platini sieht keine Möglichkeit, die Fußball-WM 2022 im Sommer in Katar auszutragen. Er wehrt sich zudem gegen Vorwürfe, die UEFA blockiere die Reformen der FIFA.

UEFA-Präsident Michel Platini läuft Sturm gegen eine Sommer-WM 2022 in Katar. „Im Sommer, bei 50 Grad, kann man in Katar unmöglich Fußball spielen“, sagte der Chef der Europäischen Fußball-Union (UEFA) im Interview mit dem Fachmagazin kicker (Donnerstag-Ausgabe).

Der 57-Jährige, der eine Verlegung in den Winter favorisiert, hatte bei der Entscheidung für das Emirat am Persischen Golf im Dezember 2010 für Katar gestimmt. Die Verlegung des Turniers in den Winter sei „nicht so schwierig“, sagte Platini: „Man kann die Ligasaison unterbrechen. Und dann endet sie eben später. In Deutschland habt ihr ja auch eine Winterpause.“

Die Kritik von FIFA-Boss Joseph S. Blatter an der paneuropäischen EM-Endrunde 2020 in 13 europäischen Staaten, die dieser vor Wochenfrist im kicker-Interview geäußert hatte, wies der einstige französische Weltstar zurück: „Alle wichtigen UEFA-Projekte, wie zum Beispiel die EURO 2020, sind bei uns Ergebnisse kollektiver Beratungs- und Entscheidungsprozesse. Ich weiß nicht, ob das den damaligen Praktiken Gaddafis entspricht, den Herrn Blatter erwähnt hat.“

Er respektiere die Meinung aller, sagte der Europameister von 1984, „natürlich auch die von Herrn Blatter, mit dem ich mich sehr gut verstehe, auch wenn wir nicht immer in allen Dingen einig sind“. Platini betonte erneut, die paneuropäische EM sei „eine einmalige Sache“, die nur 2020 anlässlich des 60-jährigen EM-Bestehens durchgeführt werde.

Ob er Blatter als FIFA-Präsident beerben möchte, ließ Platini offen: „Ich weiß nicht, was ich tun werde. Ich denke schon lange nach, denn jeder fragt mich danach“, sagte der Franzose: „Präsident Blatter hat ja schon angekündigt, dass er gehen wird. Also wird das Amt frei sein - für wen, das werden wir sehen.“ Ausgeschlossen hat Blatter eine erneute Kandidatur nach Ablauf seiner Amtszeit im Jahr 2015 allerdings auch noch nicht.

Als „unmöglich“ bezeichnete es Platini, dass Karl-Heinz Rummenigge einmal UEFA-Präsident werden könnte. Dieser Posten liege „nicht auf seinem Karriereweg“, sagte Platini, und zudem glaube er, dass der Vorstandsvorsitzende von Bayern München „kein Interesse daran hat“.

Platini wehrt sich zudem gegen Vorwürfe, die UEFA blockiere die Reformen der FIFA: „Es ist lächerlich, den europäischen Verbänden Konservatismus vorzuwerfen, da sie selbst diesen Reformprozess wollten und zudem noch zahlreiche zusätzliche Reformvorschläge gemacht haben. Diese betreffen zum Beispiel den Ausschluss wegen Korruption vorbestrafter Kandidaten von FIFA-Wahlen oder die verbesserte Kontrolle und Transparenz der Zahlungsflüsse.“

sid

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