Platini: Einigung mit Rummenigge

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Michel Platini

Istanbul - UEFA-Präsident Michel Platini ist von einer erfolgreichen EM überzeugt. Zudem freut er sich über eine Einigung mit Karl-Heinz Rummenigge.

Mit einem Millionen-Deal hat Michel Platini den jahrelangen Machtkampf mit den Topklubs um die Abstellungsgebühren für die Profis beendet: Der UEFA-Boss reichte 78 Tage vor Beginn der EURO in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) den Spitzenvereinen die Hand und unterzeichnete beim Kongress der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Donnerstag in Istanbul gemeinsam mit Karl-Heinz Rummenigge einen Grundlagenvertrag, der während der Europameisterschaften die Geldflüsse zwischen der UEFA und den Klubs regelt.

„Wir haben eine neuen Meilenstein erreicht. Diese Vereinbarungen sind das Ergebnis monatelanger, sehr harter Verhandlungen. Aber sie garantieren letztlich den Fortbestand des Fußballs, wie wir ihn lieben. So können Nationalmannschaften und Klubs auch in Zukunft vernünftig nebeneinander bestehen“, sagte Platini in der türkischen Metropole. Die Zahlungen der UEFA für die EURO 2012 belaufen sich auf 100 Millionen Euro, für die EURO 2016 in Frankreich sogar auf 150 Millionen Euro.

Bayern Münchens Vorstandsboss Rummenigge hatte als Vorsitzender der europäischen Klub-Vereinigung ECA seit langem auf deutlich höhere Zahlungen für die Klubs gepocht. Zwischenzeitlich hatten die Klubs sogar damit gedroht, die Spieler für die EM nicht freizugeben. Auf dem UEFA-Kongress kam es nun nach sehr zähen Verhandlungen zu der Einigung. Die UEFA wird neben den Gebühren für die Teilnahme der Profis an den Europameisterschaften zunächst auch die Versicherungen übernehmen.

„Das ist ein guter Tag für den europäischen Fußball. Die neue Vereinbarung garantiert Kontinuität, Loyalität und eine ausgewogene und faire Balance zwischen den Interessen der Nationalmannschaften und des Klubfußballs“, sagte Rummenigge, der FIFA-Boss Joseph S. Blatter dazu aufforderte, auch eine Lösung für Weltmeisterschaften zu finden: „Unser Ziel ist nicht Macht oder Revolution. 75 Prozent der Spieler bei der WM 2010 kamen aus europäischen Klubs. Deshalb würden wir es begrüßen, auch auf FIFA-Ebene eine ähnliche Regelung zu finden.“

Grundsätzlich mahnte Platini die Klubs im Zuge des seit dieser Saison greifenden Financial Fair Play erneut zu einer den Einnahmen entsprechenden Ausgabenpolitik. „Wie lässt sich erklären, dass es noch nie so hohe Schulden im Fußball gab, obwohl noch nie so viel Geld zur Verfügung stand? Das ist ein Paradoxon und nicht mehr länger haltbar. Wir müssen unsere Lehren daraus ziehen und handeln“, sagte Platini. Zuletzt hatte auch die EU-Wettbewerbskommission unter dem Vorsitzenden Joaquin Almunia das Financial Fair Play der UEFA anerkannt.

Große Themen beim UEFA-Kongress am Donnerstag waren einmal mehr auch der Wettbetrug und die Gewalt im Fußball. Dabei nahm Platini auch die Politik in die Pflicht. „Der Fußball ist ein Juwel, ein Schatz, den wir bewahren müssen. Auch die öffentlichen Behörden müssen der Schönheit und Magie des Fußballs gerecht werden. Wir werden unsererseits alles dafür tun, die Moral zurück in den Fußball zu bringen“, sagte Platini.

Positiv bewertete der Europameister von 1984 die Entwicklungen in den EM-Gastgeberländern Polen und Ukraine. Trotz der Probleme beim Stadionbau ist Platini von einer erfolgreichen EM überzeugt. „Ich habe überhaupt keinen Zweifel, dass die EURO in Polen und der Ukraine ein absoluter Erfolg sein wird. Wir werden gemeinsam Geschichte schreiben und fantastische Spiele erleben“, sagte der Franzose.

Außerdem kündigte Platini an, dass beim Treffen der FIFA-Exekutive am 29. und 30. März der neue internationale Spielkalender abgesegnet wird. „Es wird ein Kalender mit neun Doppeldaten. Ein Kalender, der für alle, auch für die anderen Kontinentalverbände, annehmbar sein wird“, sagte Platini.

sid

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