Eintracht-Fans getroffen

Braunschweig-Versprecher im Sportstudio

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Die Braunschweig-Fans feiern

Braunschweig - Die Fußballfans von Eintracht Braunschweig fühlten sich am Samstagabend an den legendären Versprecher von Carmen Thomas und "Schalke 05" erinnert.

ZDF-Moderator Sven Voss bezeichnete den Bundesliga-Aufsteiger im „Aktuellen Sportstudio“ als deutschen Meister von 1964. Richtig wäre 1967 gewesen, eine Jahreszahl, die in Braunschweig und Umgebung Kult-Status besitzt.

Aber der Eintracht kann derzeit ohnehin nichts die Partylaune verderben. Auch zwei Tage nach dem umjubelten Bundesliga-Aufstieg dachten Mannschaft, Fans und die Offiziellen natürlich nicht an den direkten Wiederabstieg. „Ich glaube, wir sind für die Bundesliga gut vorbereitet“, sagte Clubchef Sebastian Ebel. Trainer Torsten Lieberknecht, der als „Feierbiest“ die blau-gelbe Party am Samstag vor mehr als 10 000 Fans im Eintracht-Stadion immer wieder anheizte, gab zumindest zu bedenken: „Die Bundesliga wird kein Wellness-Urlaub.“

Fast die komplette Saison hatte der 39 Jahre alte Erfolgscoach das „A-Wort“ nicht in den Mund genommen. Nach dem 1:0 in Ingolstadt, der die Erstliga-Rückkehr nach 28 Jahren am Freitagabend perfekt machte, gab es für Lieberknecht aber keine Zurückhaltung mehr. Die Braunschweiger absolvierten einen Feier-Marathon mit Bierduschen in Ingolstadt, Disco-Nacht in Nürnberg und einem erstes Fan-Fest in Braunschweig. Die offizielle Feier ist für Pfingstmontag geplant. „Die Mannschaft kann so lange feiern, wie sie will“, sagte Ebel.

Hinter den Kulissen haben Ebel, Lieberknecht und der Sportliche Leiter Marc Arnold jedoch schon längst Vorbereitungen für die nächste Saison getroffen. „Fürth hat nach dem Aufstieg einige Stammspieler verloren. Wir haben alle wichtigen Spieler gehalten, auch wenn sie wie Domi Kumbela oder Ermin Bicakcic bei anderen Vereinen begehrt waren“, argumentierte Lieberknecht. „Das ist schon ein Stück unserer Planungen.“ Auch deshalb verkündete Kumbela selbstbewusst: „Wir werden nicht das zweite Greuther Fürth.“

Aufstieg perfekt: Riesenjubel bei Braunschweig

Aufstieg perfekt: Party-Marathon bei Eintracht Braunschweig

Ex-Profi Arnold kündigte zudem Verstärkungen an. Bisher hat der deutsche Meister von 1967 noch keinen neuen Spieler für seine 21. Saison im Oberhaus verpflichtet. Als mögliche Zugänge sind der Ex-Braunschweiger Karim Bellarabi von Bayer Leverkusen, Michael Schulze (Energie Cottbus) und Christoph Kramer (VfL Bochum) im Gespräch. Sechs Profis aus der Aufstiegsmannschaft sind noch ohne Vertrag für die nächste Saison. Der Siegtorschütze von Ingolstadt, Damir Vrancic, empfahl sich nachdrücklich für eine Verlängerung.

Eine grundsätzliche Änderung der Transfer-Strategie ist aber nicht zu erwarten. Seit dem Zweitliga-Aufstieg vor zwei Jahren investierte die Eintracht gerade einmal 50 000 Euro in Ablösesummen. Auch jetzt sind keine teuren Spielereinkäufe geplant. Der Traditionsclub investiert lieber in die inzwischen marode gewordene Spielstätte an der Hamburger Straße. Die Modernisierung des Eintracht-Stadions mit Laufbahn, das derzeit in einigen Bereichen einer Baustelle gleicht, soll im August abgeschlossen sein. Dann können auch 20 VIP-Logen verkauft werden, für die es jede Menge Interessenten gibt.

Auch das Interesse in der Region am alten Bekannten Eintracht ist riesig. Die Glückwünsche für den Aufsteiger ebbten auch am Sonntag nicht ab. Der Erzrivale Hannover 96 und der Nachbar VfL Wolfsburg per Anzeige gehörten zu den ersten Gratulanten. „Das gibt mehrere Derbys. Ich freue mich auf spannende Spiele“, sagte Hannovers Trainer Mirko Slomka mit Blick auf die Partien gegen Braunschweig und Wolfsburg in der kommenden Saison. Erstmals überhaupt werden dann drei Niedersachsen-Teams in der Bundesliga vertreten sein.

dpa

Aktuelles Sportstudio: Scharfschützen an der Torwand

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