16 Stunden nach Niederlage

St. Pauli wirft Trainer Schubert raus

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André Schubert ist seinen Job los

Hamburg - Nicht einmal 16 Stunden nach dem 0:1 gegen Aufsteiger VfR Aalen ist die Ära von Trainer André Schubert beim Zweitligisten FC St. Pauli beendet. Die Hamburger ziehen die Reißleine.

Nicht einmal 16 Stunden nach dem 0:1 gegen Aufsteiger VfR Aalen war die Ära von Trainer Andre Schubert beim Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli beendet. Die Hamburger zogen die Konsequenzen aus der sportlichen Talfahrt mit nur einem Sieg aus sieben Partien und sechs Punkten in die untere Tabellenhälfte.

Zunächst werden die Co-Trainer Thomas Meggle und Timo Schultz sowie Torwarttrainer Mathias Hain das Training leiten und die Mannschaft auf die Spiele gegen Jahn Regensburg und Union Berlin vorbereiten.

„Ich werde nun eine Liste möglicher Kandidaten erstellen und nach Abstimmung mit dem Präsidium Gespräche führen. Wir brauchen wieder ein komplettes Miteinander, jemanden, der die Werte verkörpert, die den FC St. Pauli ausmachen wie Kampf und Leidenschaft. Zudem wollen wir uns auch fußballerisch wieder verbessern“, sagte Sportdirektor Rachid Azzouzi.

Der 41-jährige Schubert war im Sommer 2011 vom SC Paderborn als Nachfolger von Holger Stanislawski ans Millerntor gewechselt, wo er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013 besitzt. Nach 13 Heimspielen ohne Niederlage hatten die Hamburger am Dienstag erstmals wieder im eigenen Stadion verloren. Bereits in der vergangenen Saison stand Schubert mehrfach vor der Trennung, konnte sich aber dann doch halten. Am Mittwoch zogen die Verantwortlichen des Kiez-Klubs jedoch die Reißleine.

„Die sportliche Entwicklung hat diesen Schritt notwendig gemacht. Das Spiel gegen Aalen war ein Tiefpunkt. Die im Analysegespräch im Mai mit Andre Schubert von ihm vorgeschlagenen Werkzeuge zur Weiterentwicklung der Mannschaft haben nicht gegriffen. Es ist keine positive Entwicklung zu erkennen. Die Situation ist ernst. Deshalb haben wir gehandelt“, betonte Präsident Stefan Orth.

Azzouzi pflichtete ihm bei: „Man hat bei der Mannschaft Ängstlichkeit und Verunsicherung gesehen, außerdem Stagnation in der Entwicklung. Daher mussten wir die Reißleine ziehen. Wir brauchen neue Ansatzpunkte, damit wir mit der Mannschaft aus dieser sehr schwierigen Situation rauskommen.“

Ex-Coach Schubert hatte nach der Heimpleite sein Team in Schutz genommen: „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“ Allerdings enttäuschte der Ex-Bundesligist gegen Aalen auf der ganzen Linie, die Mannschaft wirkte ohne Esprit und Konzept.

„Es fehlte an allem, nichts passte zusammen“, äußerte Angreifer Mahir Saglik im Abendblatt. „So holen wir gar keine Punkte mehr“, ergänzte Kapitän Fabian Boll. Azzouzi hatte eine „mutlose“ Vorstellung ohne Dynamik seines Teams gesehen.

Aalen hätte sogar höher gewinnen können. In der Nachspielzeit vergab Enrico Valentini einen Foulelfmeter. Schubert hatte nach dem Abpfiff die Verantwortung für die neuerliche Pleite übernommen. Die Fans stimmten eine Pfeifkonzert hat, es gab von den Tribünen „Schubert-raus“-Rufe.

„Durch die Personalentscheidungen, die im Sommer getroffen wurden, bin ich bei einigen nicht mehr so beliebt“, hatte Schubert erklärt. Sein Verhältnis zu Ex-Sportchef Helmut Schulte war stark belastet. Am 15. Mai hatte Schulte beim Klub aus dem „Fußball-Freudenhaus“ gehen müssen, der Vertrag war im gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst worden. Nun erwischte es Schubert...

sid

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